16.11.2018, 13:41 Uhr

IHK-Untersuchung Wie nah ist die Versorgung?

(Foto: IHK)(Foto: IHK)

Gar nicht mal so schlecht: Überwiegender Teil der Gemeinden im Landkreis Regen bei Nahversorgung noch gut aufgestellt.

LANDKREIS REGEN Lebensmittel, Getränke, Drogerieartikel – solche Waren des täglichen Bedarfs zählen zur so genannten „Nahversorgung“. Durch ein verändertes Einkaufs- und Konsumverhalten sind die entsprechenden Strukturen vor Ort in Bewegung – auch im Landkreis Regen. Anschaulich zeigt das der jetzt erschienene „Nahversorgungsatlas“ der IHK Niederbayern. Zentrales Ergebnis für den Raum Regen: Ein Konzentrationsprozess ist durchaus spürbar, dennoch ist das Einkaufen noch auf relativ kurzen Wegen weiterhin möglich. Zwei Drittel der Gemeinden im Landkreis verfügen über eine gute Nahversorgung. In Niederbayern insgesamt liegt der Wert bei rund 70 Prozent.

Grundlage des Nahversorgungsatlas ist eine Umfrage unter den Bürgermeistern der 228 Gemeinden im IHK-Bezirk Niederbayern – mit Ausnahme von kreisfreien Städten und Oberzentren, deren Versorgung ohnehin als gut eingeschätzt werden kann. Erfasst wurde jeweils die Verfügbarkeit der unterschiedlichen Geschäftskategorien vor Ort, von Supermärkten und Discountern über mobile Verkaufswägen, Metzger und Bäcker bis hin zu Drogeriemärkten oder Tankstellenshops. Im Landkreis Regen sieht das Ergebnis so aus: Von den insgesamt 24 Gemeinden liegen noch drei Gemeinden im „dunkelgrünen Bereich“, der in der Karte entsprechend gekennzeichnet ist – das bedeutet dank einer Vielfalt an unterschiedlichen Geschäftskategorien eine breite und damit sehr gute Nahversorgungsstruktur. 13 Kommunen haben bis zu sechs Kategorien, immerhin fünf müssen sich mit bis zu drei der Geschäftstypen begnügen und in drei Gemeinden heißt es bei einer oder keiner Nahversorgungsmöglichkeit, längere Strecken in Kauf zu nehmen. Weiter aufgeschlüsselt wird dieses Ergebnis durch den Blick auf die einzelnen Nahversorgungskategorien. Beispielsweise verfügt im Landkreis Regen etwa die Hälfte der Gemeinden über kleine Supermärkte beziehungsweise Dorfläden, was im Niederbayernvergleich unterdurchschnittlich ist. Bei größeren Supermärkten liegt der Landkreis im Mittelfeld. Lediglich bei Bäckern ist mit 88 Prozent ein guter Wert vorhanden, während die Metzger mit 79 Prozent zwar noch nah sind, aber doch im unteren Schnitt Niederbayerns liegen.

Nicht nur die aktuelle Situation wurde abgefragt, sondern ebenso die Entwicklung über die vergangenen zehn Jahre hinweg. Im Landkreis Regen beurteilt ein Viertel der Bürgermeister die Entwicklung der Nahversorgung als gleichbleibend, für nur 21 Prozent hat sie sich verbessert und 54 Prozent sehen eine Verschlechterung. Die Erwartungen für die nächsten zehn Jahre stehen dagegen auf Stabilisierung. 61 Prozent erwarten eine gleichbleibende Nahversorgung, neun Prozent erhoffen eine Verbesserung. 30 Prozent sind hingegen pessimistisch.

„Die Realität der Nahversorgung ist komplexer, als es die vorliegende Untersuchung darstellen kann. Aber der Nahversorgungsatlas schafft ein objektiveres Bild und erlaubt, langfristige Tendenzen zu erkennen. Er ist damit ein wertvolles Instrument für die Entscheidungsträger vor Ort, wenn es beispielsweise um Geschäftserweiterungen oder Neuansiedlungen geht“, ist sich Franz-Xaver Birnbeck sicher, der Vorsitzende des IHK-Gremiums Regen. Auch die IHK selbst nutze die erhobenen Daten, beispielsweise für ihre Stellungnahmen zu geplanten Einzelhandels-Großprojekten. Eine wichtige Erkenntnis aus der Untersuchung ist für den Gremiumsvorsitzenden, die Nahversorgung noch stärker zu fördern und die Vielfalt vor Ort zu bewahren: „Wenn die verbrauchernahen Versorgungsstrukturen ausgedünnt werden, sinkt nicht nur die Lebensqualität für die Bewohner, sondern auch die Attraktivität von Städten und Gemeinden“, meint Birnbeck und stellt gleichzeitig klar: „Rechteckige, für Investoren praktische Gebäudelösungen auf der grünen Wiese sind in der Regel nicht förderlich für die Ortsentwicklung.“


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