02.10.2018, 16:52 Uhr

Dringend Hauswirtschaftliche Unterstützer im Alltag gesucht

(Foto: Brigitte Blaim)(Foto: Brigitte Blaim)

Fachhauswirtschaftlicher Betreuungsdienst e.V. Arnstorf stellt an und organisiert Helferkreisschulung.

REGEN/ARNSTORF Menschen in häuslicher Pflege haben Anspruch auf einen Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich. Doch vielerorts ist niemand da, der die Unterstützung im Haushalt leisten möchte – oder auch die Berechtigung zur Abrechnung hat. Viele pflegende Angehörige müssen deshalb selbst alles miterledigen und stoßen so oft an ihre physischen und psychischen Grenzen.

Zum Austausch bezüglich der Möglichkeiten, wie Fachkräfte oder Einsatzwillige den akuten Mangel bei der Unterstützung im Alltag auffangen könnten, waren 14 Damen ans Landwirtschaftsamt in Regen gekommen. Organisatorin Brigitte Blaim eröffnete die Veranstaltung, zu der sie den stellvertretenden Landrat und VdK Geschäftsführer Helmut Plenk, Sieglinde Winkler und Gertraud Wiesmeier vom Fachhauswirtschaftlichen Betreuungsdienst Arnstorf sowie Christine Seidl, Schulleiterin der Teilzeitschule Hauswirtschaft in Regen begrüßen konnte. „Es ist unser Anliegen, dass mehr Menschen ab Pflegegrad I die vorgesehenen 125 Euro der Pflegekasse für Unterstützung im Haushalt auch abrufen können – doch derzeit stehen der großen Nachfrage kaum Dienstleister gegenüber!“ Neben den 125 Euro können Betroffene auch die sog. „Verhinderungspflege“ von 1612 Euro pro Jahr für diese hauswirtschaftlichen Dienstleistungen nutzen, wenn der Pflegeperson damit eine Auszeit ermöglicht wird, informierte Sieglinde Winkler. Nachdem Helmut Plenk den dringenden Handlungsbedarf in der Region nochmals bekräftigte, berichteten die Führungskräfte des Betreuungsdienstes Arnstorf aus der Praxis und beantworteten viele Fragen.

Gertraud Wiesmeier ist als selbständige Hauswirtschafterin unter dem Dach des Betreuungsdienstes beschäftigt. „Den Schritt in die Selbstständigkeit habe ich noch nie bereut – die Arbeit ist abwechslungsreich, ich kann mir die Einsätze frei einteilen, und der Verdienst passt!“ Hauswirtschafterinnen aus der Region könnten sofort unter das Dach „Arnstorf“ schlüpfen und anfangen…!

Direkt angestellt auf 450 Euro Basis könnten Nicht-Selbständige und Frauen ohne hauswirtschaftlichen Berufsabschluss werden. Sie verdienen natürlich etwas weniger: aber ein Netto-Stundenlohn von 11,50 Euro plus Kilometerpauschale bedeutet für viele mehr als ihr derzeitiger Verdienst. Wer mit Hilfe der Teilzeitschule den Berufsabschluss Hauswirtschaft innerhalb von knapp zwei Jahren - mit einem Schulungstag pro Woche - nachholen möchte und so eben mehr verdienen könnte – soll sich bei Schulleiterin Christine Seidl melden.

Um unter dem Dach von Arnstorf mit den Pflegekassen abrechnungsfähig zu sein, muss allerdings eine 40 stündige „Helferkreisschulung“ nachgewiesen werden. Solch eine Schulung nach der Verordnung des Sozialgesetzbuchs XI bietet der Fachhauswirtschaftliche Betreuungsdienst (FHBD) Arnstorf im Zeitraum Oktober/November 2018 an 5 Samstagen (13.10., 20.10., 27.10., 10.11. und17.11.) in Pfarrkirchen an. Den Teilnehmern/-innen wird in der Schulung sehr anschaulich und eindrucksvoll u.a. Basiswissen über Krankheitsbilder, Pflege, Umgang mit Demenz, Kommunikation sowie rechtliche Rahmenbedingungen vermittelt. Hinzu kommen noch hauswirtschaftliche Inhalte wie Ernährung im Alter, Biografiearbeit und hauswirtschaftliche Versorgung. Altenpflegerinnen könnten auf Erlass des nicht-hauswirtschaftliche Teils der Schulung anfragen, Hauswirtschafterinnen auf Erlass des hauswirtschaftlichen Teils.

Erhebliche „Zuckerl“ und Vergünstigungen bezüglich z.B. der Lehrgangsgebühr, der Fahrkosten oder anderen Bedingungen versprachen Helmut Plenk und auch der Betreuungsdienst – einfach um Anreize zu schaffen und um das Angebot endlich auch in der Region ins Laufen zu bringen. „Wir hoffen dringend, dass die Menschen in unserer Region nicht weiter benachteiligt bleiben“, so Helmut Plenk.

Weitere Auskünfte und Anmeldung zur Schulung und zum Tätigwerden sind bei Sieglinde Winkler, Tel. 08723/976542 oder kontakt@fhbd.de oder Brigitte Blaim, Tel. 09921/608-148 möglich.


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