31.08.2018, 11:09 Uhr

Arbeitsmarktreport Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit

(Foto: Bundesagentur für Arbeit)(Foto: Bundesagentur für Arbeit)

5.440 Männer und Frauen im Agenturbezirk Deggendorf arbeitslos gemeldet, 60 weniger als vor einem Jahr.

REGEN „Wesentlichen Anteil haben die Jüngeren bei der Zunahme der Arbeitslosigkeit von Juli zu August. Zum Ausbildungs- oder Semesterende melden sich im Sommer mehr Personen im Alter unter 25 Jahre arbeitslos, das ist saisonal nicht unüblich“, erläutert Peter Weindl, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Deggendorf, die Zunahme des Gesamtbestand der Arbeitslosigkeit um 531 auf insgesamt 5.440 Arbeitslose. „Von Bedeutung ist vor allem der Vergleich zum Vorjahresbestand, der einen Rückgang um 60 Personen aufzeigt“, verweist Peter Weindl auf die weitere günstige Entwicklung im Agenturbezirk Deggendorf. Verglichen mit dem Vorjahresmonat sind die Bestandszahlen an Arbeitslosen im Agenturbezirk Deggendorf für alle Personengruppen – mit Ausnahme der Ausländer – rückläufig. Dieser Anteil hat um 92 (plus 8,5 Prozent) auf 1.177 nichtdeutsche Männer und Frauen zugenommen. „Darunter sind auch Personen mit Migrationshintergrund, die nach und nach die beruflichen und sprachlichen Weiterbildungen durchlaufen haben und nun auf den Arbeitsmarkt kommen“, erläutert Jan Vollmer, Geschäftsführer operativ.

Rückläufig ist der Bestand der Langzeitarbeitslosigkeit (LZA) um 84 (minus 7,1 Prozent) auf 1.101 Personen. In der Stadt Straubing wurde der LZA-Anteil (281) um 41 Männer und Frauen weniger. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 2,8 Prozent im Agenturbezirk auf dem Stand vom August 2017. Regional betrachtet verbesserte sie sich im Landkreis Regen um 0.3 Prozentpunkte auf 2,7 Prozent und in der Stadt Straubing um 0,1 Prozentpunkte auf 4,4 Prozent. Im Landkreis Straubing-Bogen bleibt es bei der Spitzenquote des Vorjahres mit 2,2 Prozent. Mit 2,7 Prozent hat die Quote im Landkreis Deggendorf zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte leicht zugenommen. „Das Angebot an gemeldeten offenen Arbeitsstellen bleibt mit 3.836 auch im August auf einem sehr hohen Niveau, wenngleich wir feststellen, dass sich die Laufzeit der erteilten Stellenvermittlungsaufträge - bis zur Besetzung oder Rücknahme - zunehmend verlängert. Gesuchtes geeignetes Fachpersonal steht nicht in benötigtem Umfang zur Verfügung und dies erschwert das Stellenbesetzungsverfahren“, erläutert Bereichsleiter, Josef Flingelli. Im Berichtszeitraum wurden dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Deggendorf, 1.114 Arbeitsstellen zur Vermittlung gemeldet. 556 davon im Bereich der Zeitarbeit, 88 im verarbeitenden Gewerbe, 63 im Baugewerbe. Weitere große Anteile kamen aus dem Gastgewerbe (68), dem Bereich Lager-Handel-Versand (84) sowie 78 aus dem Wirtschaftsabschnitt Gesundheits- und Sozialwesen.

Ausbildungsmarkt:

„Erwartungsgemäß reichen auch in diesem Beratungsjahr die verfügbaren gemeldeten Bewerber und Bewerberinnen nicht aus, den Bedarf der Unternehmen an Nachwuchskräften für die freien Ausbildungsstellen zu decken“, bedauert Peter Weindl, Leiter der Arbeitsagentur, die klaffende Lücke auf dem Ausbildungsmarkt. Im Berichtszeitraum waren bis Mitte Juli von ursprünglich insgesamt 3.246 gemeldeten Berufsausbildungsstellen, 958 noch unbesetzt. Zum Vorjahr sind dies 114 (plus 14 Prozent) mehr, die noch zur Verfügung stehen. Auf der Bewerberseite hatten sich insgesamt 1.821 zur Vermittlung gemeldet. Hier zeichnete sich bereits im Herbst 2017 ein Rückgang um 186 (minus 9,3 Prozent) zum Vorjahreszeitraum ab. Ohne feste Zusage sind noch 132 Personen. Rein rechnerisch kommen auf einen unversorgt gemeldeten Bewerber bzw. eine Bewerberin, 7,3 noch unbesetzt gemeldete Ausbildungsstellenangebote.

Im Landkreis Straubing-Bogen liegt die Relation bei 18,8 (13 Bewerber zu 245 Stellen), in der Stadt Straubing 8,2 (23 Bewerber zu 188 Stellen). Das Verhältnis im Landkreis Deggendorf liegt bei 5,3 (63 Bewerber zu 333 Stellen) und im Landkreis Regen bei 5,8, das bedeutet auf 33 Bewerber noch 192 unbesetzte Stellen. „Mit verschiedenen Ansätzen, unter anderem durch Zusammenarbeit mit Netzwerkpartnern innerhalb einer Jugendberufsagentur, versuchen wir intensiv junge Menschen für den Weg der beruflichen Ausbildung zu gewinnen und zu überzeugen, die guten Chancen zu nutzen, die der Ausbildungsmarkt derzeit bietet“, erläutert Teamleiterin der Berufsberatung, Monika Wagner. Bis zum Spätherbst ist ein Einstieg noch möglich, daher sind auch Last-Minute-Beratungen im Angebot der Berufsberatung sowie Bewerbungen bei Betrieben erfolgversprechend. Anreiz für den Einzelnen, sich den Wert einer qualifizierten Berufsausbildung als Grundlage seiner beruflichen Zukunft in Zahlen aufzeigen zu lassen und mehr zu der Lohndifferenz zwischen qualifizierter und angelernter Arbeit zu erfahren, bietet eine Entgeltanalyse, die die Bundesagentur unter folgendem Link im Internet veröffentlicht:

https://www.arbeitsagentur.de/news-entgeltatlas.


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