23.04.2018, 09:06 Uhr

Kindertagesstätte St. Barbara Erweiterung sollte im Sommer beginnen


Der Bau-, Umwelt- und Infrastrukturausschuss (BUI) des Marktgemeinderates hat in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung mit einer Gegenstimme von Birgit Zechel (Freie Wähler) einer Erweiterung der Kindertagesstätte St. Barbara am Lehen zugestimmt.

BODENMAIS In den Sommerferien soll diese Maßnahme in Angriff genommen werden, die dem Markt Bodenmais zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Euro kostet, wovon Bürgermeister Joachim Haller in der Bürgerversammlung im November letzten Jahres ausging. Der Rathauschef ging damals von einer Förderung bis zu 90 Prozent aus. Kämmerer Reinhard Treml hat 368500 Euro dafür im Haushalt 2018 eingeplant. Die Baumaßnahme hat der Markt Bodenmais als kommunale Pflichtaufgabe zu schultern, Bauherr ist die Katholische Pfarrkirchenstiftung zugleich Träger der Kindertagesstätte St. Barbara.

„Über die Förderhöhe können wir nur spekulieren“, betonte der Rathauschef in einer erneuten Stellungnahme, denn ein Förderbescheid liegt noch nicht vor, wohl aber eine Unbedenklichkeitsbescheinigung. Mit einer Gesamtsumme der Baumaßnahme in Höhe von 1,5 Millionen Euro wird kalkuliert, ausgehend von der derzeitigen Preisentwicklung. „Es gibt jedoch noch keine Ergebnisse zu den Ausschreibungen. Christof Bayer vom Architekturbüro Schnabel und Partner aus Bad Kötzting, welches das Vorhaben plant, geht von einem Baubeginn im September 2018 aus. Das Vorhaben befindet sich im Geltungsbereich des Bebauungsplans „Schaftrift“ Es entspricht jedoch nicht den Festsetzungen des Bebauungsplans. Mit der Erteilung des gemeindlichen Einvernehmens hatte der BUI-Ausschuss auch einigen Befreiungen von den Festsetzungen zugestimmt. Der Erweiterungsbau liegt in Teilbereichen außerhalb der Baugrenzen des Bebauungsplans. Die Kindertagesstätte benötigt eine Erweiterung um eine Kinderkrippe sowie einen Mehrzweckraum für den Kindergarten. Das bestehende Grundstück bietet lediglich an der Westseite des Bestandsgebäudes eine Erweiterungsmöglichkeit. Für den Erweiterungsbau wird zusätzlich ein Teil des Schulgrundstücks benötigt. Die Baugrenzen des Bebauungsplans sind nur auf die jeweiligen Grundstücke bezogen. Der Erweiterungsbau für den Kindergarten liegt deshalb teilweise innerhalb der Baugrenzen des Schulbereichs und teilweise innerhalb der Baugrenzen des Kindergartenbereichs. Diese neue Gebäudesituierung fügt sich in die städtebauliche Situation harmonisch ein. Der neue Baukörper ordnet sich durch seine straßenseitig nur eingeschossige Bauweise den bestehenden Gebäuden unter. Mit der geplanten Baumaßnahme bleiben die Grundzüge der Planung des Bebauungsplans „Schaftrift“ unberührt.

Die Abstandsflächen des Erweiterungsbaus für den Kindergarten St. Barbara in Bodenmais überlappen sich mit den Abstandsflächen der benachbarten Schule. Durch die Überlappung der Abstandsflächen ergeben sich keine wesentlichen Beeinträchtigungen in der Nutzung des bestehenden Schulgebäudes und des Erweiterungsbaus für den Kindergarten. Aufgrund der am Gebäudekomplex bestehenden Abstandsflächensituation bringt hier die H/2-Regel mit reduzierender Wirkung auf Mindestabstand 3,00 Meter keine Veränderung, die Abstandsflächen überlappen sich in jedem Fall. Eine Abweichung ist deshalb zu beantragen. Die Belichtung der Räume des Erweiterungsbaus erfolgt im Wesentlichen nicht im Bereich der Abstandsflächen der benachbarten Schule. Verändernde emissions- und lichttechnische Auswirkungen sind auf die bestehende Schule sowie auf den Erweiterungsbau nicht zu erwarten. Der Mindestabstand zwischen Erweiterungsbau und Schulgebäude ist mit mindestens sieben Metern eingehalten. Brandschutzbetreffende Belange sind nicht davon betroffen, der Brandschutz ist deshalb sichergestellt. Der Brandabstand ist mit mindestens sieben Meter eingehalten. „Ich bin dagegen“, meinte Markträtin Birgit Zechel in der Sitzung des Bau-, Umwelt- und Infrastrukturausschusses zur Erweiterung der Kindertagesstätte St. Barbara, äußerte aber durchaus Verständnis für die Situation. „Das ist die Frage“, meinte sie auf einen Einwand aus dem Gremium, ob sie einen separaten Neubau favorisiere. Ihrer Meinung nach wurde in das Gebäude schon so viel Geld hineingesteckt, dass längst ein Bau an anderer Stelle finanziert werden hätte können. Die FW-Markträtin wehrte sich gegen ein „Anstückeln“ an das bestehende Haus. „Eine immerwährende Erweiterung wird auch in ihrer Grenzen stoßen“, konstatierte Marktrat Otto Freimuth (Freie Wähler).


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