06.04.2018, 13:55 Uhr

Auf Eis gelegt Vorerst kein Aufzug am Alten Rathaus

(Foto: Gemeinde Bodenmais)(Foto: Gemeinde Bodenmais)

Ausschreibungsergebnis übertrifft Kostenberechnung massiv.

BODENMAIS Bedrückt Mienen und eine konsequente Entscheidung: Insgesamt 13 Gewerke von Heizung, Lüftung, Sanitär, Stahlbauarbeiten-Spindeltreppe, Spenglerarbeiten-Aludacheindeckung, Zimmererarbeiten und Personen-Aufzugsanlage über Flachdacharbeiten, Naturstein- und Fliesenarbeiten, Baumeisterarbeiten zu Metallbau- und Verglasungsarbeiten, Elektroarbeiten und Blitzschutzarbeiten – alle die Herstellung eines barrierefreien Zugangs zum Alten Rathaus in Bodenmais betreffend – hatte der Marktgemeinderat in seiner jüngsten Sitzung nicht vergeben und ist damit dem Vorschlag von Bürgermeister Joachim Haller (CSU) gefolgt. Die Ausschreibung für diese umfangreiche Maßnahme ergab, dass sich die die tatsächlichen Kosten um rund 150.430 Euro gegenüber der Kostenberechnung erhöhen würden.

„Wir müssen das abblasen, obwohl wir einen genehmigten Bauplan in der Schublade haben“, argumentierte der Rathauschef. Seiner Meinung nach wär der Einbau eines Aufzuges in das historische Gebäude ein „Riesengewinn“ gewesen, aber nach dieser neuen Erkenntnis „finanziell nicht verkraftbar“, trotz zugesicherter Förderung durch das Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) gemäß Bewilligungsbescheid der Regierung von Niederbayern in Höhe von 214.200 Euro. Der Eigenanteil der Gemeinde hätte bei rund 258.730 Euro gelegen. Mit dem geplanten Umbau im Alten Rathaus an der Bergknappenstraße wird somit nichts in absehbarer Zeit. Darüber hatte sich auch der Haupt- und Finanzausschuss auseinandergesetzt, wie der Bürgermeister betonte. Rund 322.500 Euro an Kosten wurden für die gesamte Baumaßnahme berechnet, das Ausschreibungsergebnis beläuft sich auf rund 472.930 Euro, was die Aussage des Rathauschefs bekräftigt: „Fast eine halbe Million Euro müsste für den Umbau insgesamt ausgegeben werden“. Das Ausschreibeergebnis überschlage die Kostenberechnung wesentlich. Bürgermeister Joachim Haller vermutete, dass dies auch der „Kleinteiligkeit“ des Auftrags geschuldet sei, nicht nur die konjunkturellen Preise seien ausschlaggebend.

Dass viel „Zeit und Energie“ in dieses Thema investiert wurde, machte Marktrat Klaus Pister (CSU) deutlich, der bedauerte, „dass wir es nicht machen können“. Die Umsetzung dieser „Super-Sache“ solle jedoch im Auge behalten werden. „Der Aufzug hätte viele Vorteile gehabt“, räumte der Bürgermeister ein. Ursprünglich wurde mit 238.000 Euro an Gesamtbaukosten kalkuliert, wie Planer Christof Bayer vom Architekturbüro Schnabel und Partner aus Bad Kötzting vor geraumer Zeit in einer Sitzung des Bau-, Umwelt- und Infrastrukturausschusses (BUI) erörterte. Wegen notwendiger Umplanungen wies der Fachmann später jedoch auf eine Kostenerhöhung hin, allein auf 100.000 Euro komme der Fahrstuhl selbst. Eine explizite Kostenschätzung stand damals aber noch aus. Jedoch war bekannt, dass 214.000 Euro aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP) in die Baumaßnahme fließen würden. Eine explizitere Kostenberechnung für den gesamten Umbau belief sich dann auf rund 322.500 Euro.

Der außen liegende Aufzug hätte an der von der Bergknappenstraße abgewandten Südseite entstehen sollen. Aufgrund des derzeitigen Sachstandes kam der Marktgemeinderat schließlich zu dem Entschluss, die Herstellung eines barrierefreien Zugangs zum Alten Rathaus wegen der unverhältnismäßigen Kostensteigerung von rund 150.430 Euro gegenüber der Kostenberechnung vorerst nicht durchzuführen, da eine Wirtschaftlichkeit für die Umsetzung der Baumaßnahme nicht mehr vorliegt. Die Ausschreibungen wurden aufgehoben und die Regierung von Niederbayern über den Beschluss des Gremiums informiert. Da die Maßnahme auf Eis gelegt ist, entfiel im Gremium nun auch die Beauftragung beziehungsweise der entsprechende Abschluss eines Ingenieurvertrages für die Tragwerksplanung. Es wird keine weiteren Beauftragungen geben, aber die bisher angefallenen Kosten sind zu begleichen.


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