29.10.2019, 11:47 Uhr

Zum 14. Mal Wirtschaftsempfang sendet Zeichen der Zuversicht

Die Gastgeber: (v.l.n.r.) Richard Fischer (SPD), Zweiter Bürgermeister von Waldkraiburg, Jochen Englmeier, Leiter des Mühldorfer Bildungszentrums der Handwerksammer für München und Oberbayern, der Altöttinger Landrat Erwin Schneider (CSU), Kreishandwerksmeisterin Helga Wimmer, IHK-Vizepräsidentin Ingrid Obermeier-Osl, der Mühldorfer Landrat Georg Huber (CSU), Gastreferent Wolfram Weimer und IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. (Foto: IHK)Die Gastgeber: (v.l.n.r.) Richard Fischer (SPD), Zweiter Bürgermeister von Waldkraiburg, Jochen Englmeier, Leiter des Mühldorfer Bildungszentrums der Handwerksammer für München und Oberbayern, der Altöttinger Landrat Erwin Schneider (CSU), Kreishandwerksmeisterin Helga Wimmer, IHK-Vizepräsidentin Ingrid Obermeier-Osl, der Mühldorfer Landrat Georg Huber (CSU), Gastreferent Wolfram Weimer und IHK-Hauptgeschäftsführer Manfred Gößl. (Foto: IHK)

Rund 550 Gäste aus Wirtschaft und Politik im Haus der Kultur in Waldkraiburg

WALDKRAIBURG. Rund 550 Teilnehmer, ein spannender Gastvortrag des Publizisten Wolfram Weimer sowie viele Gespräche und Kontakte: Der mittlerweile vierzehnte gemeinsame Wirtschaftsempfang des IHK-Regionalausschusses Altötting-Mühldorf, der Handwerkskammer und der beiden Landkreise war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg. „Der heutige Wirtschaftsempfang ist ein erneutes Zeichen für den engen Schulterschluss zwischen der Politik in unserer Region und der heimischen Wirtschaft“, sagte Ingrid Obermeier-Osl, Vizepräsidentin der IHK für München und Oberbayern sowie Vorsitzende des IHKRegionalausschusses Altötting-Mühldorf, in ihrer Festrede.

Unter Verweis auf die gerade fertiggestellte A 94 betonte die Schwindegger Unternehmerin die Rolle der Zuversicht. „Das ist ein Wort, das in unserem Sprachgebrauch immer seltener vorkommt“, so die IHK-Vizepräsidentin. Dabei brauche die Wirtschaft ein festes Vertrauen auf eine positive Entwicklung in der Zukunft, gerade jetzt, da der lang anhaltende Boom der bayerischen Wirtschaft beendet sei und die Aussichten für die kommenden Monate mau blieben. „Tatsache ist, dass am Ende jeder bisherigen Krise die Wirtschaft stärker war als zu Beginn“, unterstrich Obermeier-Osl. Die IHK-Vizepräsidentin betonte, dass freies Unternehmertum Luft zum Atmen brauche. Statt mehr Staat sei wieder mehr soziale und damit auch nachhaltige Marktwirtschaft gefragt. Es sei im höchsten Eigeninteresse der Unternehmen, die Interessen der anderen, also von Kunden, Mitarbeitern und Gemeinwesen, zu berücksichtigen. Das Gewinnstreben der Unternehmen sei im Wettbewerb die soziale Triebfeder und befeuere Investitionen, Innovationen, Arbeitsplätze, Unternehmergeist und Steuereinnahmen fürs Gemeinwesen, so die IHK-Vizepräsidentin. „Jede langfristig erfolgreiche Firma arbeitet nach diesem Prinzip“, sagte Obermeier-Osl.

Im Vortrag „Die Macht der Medien – sind sie die vierte Gewalt im Staat?“ ging Wolfram Weimer, der bekannte Publizist und frühere Chefredakteur von „Focus“ und der „Welt“, auf die Rolle der Medien in der Gesellschaft ein. Er konstatierte einen grundlegenden Wertewandel und Änderung der kollektiven Wahrnehmung. Sein eingängiges Beispiel: Während jeder sofort Bilder von Promis wie Dieter Bohlen zuordnen kann, sind die Gesichter der deutschen Nobelpreisträger einem Großteil der Bevölkerung unbekannt. „Die

Welt der Bühne hat die Welt der Labore abgelöst“, sagte Weimer. Die Mediennutzung steige permanent und liege mittlerweile durchschnittlich bei 713 Minuten täglich pro Person. Nur ein Zwischenstand, meinte Weimer: „Wir stehen erst am Beginn dieser Entwicklung.“ Dennoch würden die Medien als einseitig und unseriös empfunden. Zwei Drittel der Bevölkerung misstrauten der Politik und den Medien. Talkshow-Auftritte würden als wichtiger als Reden im Bundestag angesehen, Politik werde nur noch als Show wahrgenommen, es dominiere „Scheinsprech und politische Korrektheit“, so Weimer. Damit einher gehe eine grundlegende Änderung der politischen Kultur: Bilder, Inszenierungen, Stories und das Vermitteln von Faszination würden immer wichtiger. Als Beispiele dafür nannte Weimer den Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, den früheren Regierenden Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, und die jetzige EU-Kommissions-Chefin Ursula von der Leyen. Auch Weimer schloss mit einer zuversichtlichen Botschaft: Man müsse mit gesunder Skepsis optimistisch bleiben. Der Medien-Profi betonte, dass zu viele gute Botschaften in Zeiten von „bad news are good news“ untergingen. Sein Paradebeispiel: Weltweit sei die bitterste Armut trotz Bevölkerungswachstum deutlich auf dem Rückzug, täglich würden global gesehen 137.000 Personen über die Armutsgrenze kommen.

Unter die zahlreichen Gäste aus Politik und Wirtschaft beim Wirtschaftsempfang mischten sich auch die Landtagsabgeordneten Marcel Huber (CSU), Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern, Jochen Englmeier, Leiter des Mühldorfer

Bildungszentrums der Handwerksammer für München und Oberbayern. Obermeier-Osl dankte auch den Sponsoren von der Kreishandwerkerschaft Altötting-Mühldorf, Sparkasse Altötting-Mühldorf sowie Wolfgang Unertl, Geschäftsführer der gleichnamigen Brauerei. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Claus-Freudenstein-Trio.


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