12.10.2020, 11:04 Uhr

Trotz vieler Gemeinsamkeiten einige Unterschiede THC versus CBD

Die Hanfpflanze hat viele medizinische und therapeutische Effekte! (Foto: Richard Burlton auf Unsplash) Die Hanfpflanze hat viele medizinische und therapeutische Effekte! (Foto: Richard Burlton auf Unsplash)

Das Hanf als Nutzpflanze mit vielen positiven Eigenschaften aufwartet, das weiß die Menschheit schon seit einigen tausend Jahren. Alte und ausgestorbene Kulturen wie die Ägypter, Chinesen, Inder und Maya pressten aus den Samen wohlschmeckende und bekömmliche Öle. Es diente naturmedizinischen Zwecken und aus den Fasern wurden strapazierfähige Stoffe gewebt. Zudem kann es zur Papierherstellung verwendet werden und könnte auch den fossilen Brennstoff in vielen Motoren ersetzen.

Die Cannabispflanze nennt mehr als einhundert Wirkstoffe ihr Eigen und doch stand bis vor Kurzem nur das THC (Tetrahydrocannabinol ) im Rampenlicht. Wegen seiner psychoaktiven Begleiterscheinungen geriet die gesamte Hanfpflanze in Verruf und die Konsequenzen sind bis heute spürbar. Der Vertrieb und Verkehr unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz und sind außer für medizinische Zwecke und in Kleinstmengen verboten.

Doch vor einiger Zeit trat ein weiteres Cannabinoid auf den Plan. CBD (Cannabidiol ) startete in den Nullerjahren seinen Erfolgsweg als Lifestyleprodukt. Es hat keinerlei berauschende Wirkung. Im Gegenteil werden der Substanz entzündungshemmende und entspannende Eigenschaften zugesprochen.

Dadurch wird CBD interessant für medizinische und therapeutische Zwecke. So ist CBD Öl ohne THC im Internet in Läden wie dem CBD Online Shop Candropharm käuflich zu erwerben. CBD liegt auch in Form von Liquids, Tabletten, Kapseln und Blüten vor. In der Regel darf der THC-Gehalt dieser Produkte 0,2 % nicht übersteigen. Dann zählen sie als legale Nahrungsmittelergänzungen.

THC und CBD – ihre Gemeinsamkeiten

Beide Wirkstoffe werden aus Pflanzen der Gattung Cannabis Sativa gewonnen. Wie alle anderen weit unbekannteren Cannabinoide reichern sie sich in den Harztröpfchen der weiblichen Blüte an. Botaniker gehen davon aus, dass der Harz eine Schutzfunktion innehat, um die Pflanzen vor Fressfeinden und Wasserverlust zu wappnen. Zudem äußern einige Experten die Annahme, dass die viskosen Eigenschaften des Harzes vor starker UV-Strahlung schützen. Auch in der chemischen Zusammensetzung liegen beide Substanzen nahe beieinander. Sie besitzen die gleiche Summenformel und unterscheiden sich lediglich in der räumlichen Anordnung der Atome.

Inzwischen wird anerkannt, dass Cannabis sehr erfolgreich zu medizinischen Zwecken angewendet werden kann. Deshalb dürfen Medikamente, welche Cannabinoide wie THC und CBD enthalten, seit März 2017 zu therapeutischen Zwecken verschrieben werden. Dies kann durchaus als ein Schritt zur allgemeinen Legalisierung betrachtet werden. Leider geht der Gesetzgeber nicht den ganzen Schritt und so bekommt nur der ein Rezept, dessen Krankheit auf herkömmliche Medikamente des pharmazeutischen Mainstreams nicht anspricht. Zudem muss jedes Rezept bei den Krankenkassen beantragt werden und auch heute noch wird einem Drittel der Anträge die Kostenerstattung verweigert.

Anwendungsgebiete und Wirkungsweisen

Noch sind die Wirkungen der Cannabinoide auf das körperliche Wohlbefinden nicht in ihrer Gänze erforscht. Das Verbot von Hanf aufgrund des THC hat da in der Vergangenheit viele Initiativen blockiert. Unstrittig ist jedoch, dass beide Wirkstoffe am menschlichen Endocannabinoid-System ansetzen, um ihre Wirkungen zu entfalten. Das ECS umfasst die Übertragung von Reizen über Neurotransmitter und Rezeptoren. Diese wiederum befinden sich sowohl im Gehirn als auch in den Nervenzellen, Knochen und im vegetativen Nervensystem. Beide Substanzen entfalten dabei ihre wohltuenden Eigenschaften, in dem sie an den Rezeptoren andocken. Dies gilt insbesondere bei Schmerzempfindungen. Beim THC überlagern die euphorisierenden Effekte einiges, trotzdem werden Erfolge bei der begleitenden Behandlung von Chemotherapie, Multipler Sklerose, dem Tourette-Syndrom sowie bei ADHS erkannt. Zudem wird medizinisches Cannabis auf THC-Basis bei chronischen Schmerzen und Entzündungen eingesetzt.

CBD findet einen Großteil seiner Anwendungsgebiete in der entzündungshemmenden Schmerztherapie. Dabei liegt der Fokus aber eher auf der Entspannung als auf dem Rausch. Arthrose und Arthritis stehen dabei neben Autoimmunkrankheiten oben auf der Agenda. Gegen Epilepsie, Parkinson und Krebs kann CBD zur Symptomlinderung eingenommen werden. Beeindruckend sind die Aussagen von psychotischen Patienten. So verlieren depressive Anfälle und Panikattacken ihre Spitzen und gehen auch numerisch zurück. Letztendlich können Schlafstörungen überwunden werden und Patienten mit schwerer Akne sprechen von einer signifikanten Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Entourage-Effekt von Cannabinoiden

Es stellt sich heraus, dass isolierte Cannabinoide durchaus ihre Wirkung entfalten. Diese kann jedoch um einiges verstärkt werden, wenn mehrere Substanzen zugleich eingenommen werden. Dadurch wird eine höhere biologische Aktivität erreicht mit einer optimalen Nutzung der Synergieeffekte. Dies lässt auf eine zukünftige Ausweitung des Anwendungsspektrums von Cannabinoiden hoffen.

Bildquelle: Richard Burlton on Unsplash


0 Kommentare