17.06.2020, 12:07 Uhr

Laut Mobile-Analytics-Dienst: Corona verändert Smartphone-Nutzung

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Mit der Corona-Krise und dem Stillstand des öffentlichen Lebens hat sich die Mediennutzung weltweit verändert. Ab März meldeten Streaming-Dienste wie Netflix wesentlich höhere Nutzungszahlen und auch das Smartphone wurde wesentlich mehr genutzt.

In stark betroffenen Ländern verbrachte man laut Mobile-Analytics-Dienst App Annie durchschnittlich fünf Stunden pro Tag am Handy. Das entspricht einem Nutzungsanstieg um 30 Prozent. Aber nicht nur das Smartphone wurde mehr genutzt. Auch im Hinblick auf die App-Landschaft hat sich während der Krise etwas getan. Viele User installierten im Homeoffice beispielsweise Business-Apps.

Ortsunabhängiger Krisen-Begleiter

Schon vor Corona war das Smartphone für viele Deutsche ein unverzichtbarer Alltagsbegleiter. Ob zur Navigation, zur Email-Verwaltung oder zur Kommunikation. Zwar wurden im ersten Quartal weltweit weniger neue Smartphones gekauft, für Tarife und hilfreiches Zubehör gab man hingegen nicht zu unterschätzende Geldbeträge aus. Eine sichere Schutzhülle gehört fast überall zur Standardausrüstung für das immer wichtigere Smartphone. So hat man das Gerät überall sicher mit dabei und kann ortsunabhängig auf beliebige Daten zugreifen, um informiert zu sein und in Kontakt zu bleiben. Während der Corona-Krise war die Ortsunabhängigkeit der Geräte vor allem ein Vorteil für das Homeoffice. Laut App Annie wurden Büro-Apps wie DingTalk und Zoom zu unersetzlichen Bestandteilen der Business-Kommunikation. In Italien lud man allein in der Woche des 23. Februars über 750.000 Office-Apps herunter.

FinTech-Apps überholen Dating-Apps

Während FinTech-Apps während Corona beliebter wurden, ging das Interesse an Dating-Apps weltweit zurück. Das gestiegene Interesse an FinTech erklären sich Experten mit der Instabilität des Aktienmarkts. Um über die Entwicklung der Märkte auf dem Laufenden zu bleiben, holten User Echtzeit-Informationen per App ein. Dass das Interesse an Dating-Apps während der Krise dagegen nachgelassen hat, liegt an der Unmöglichkeit realer Begegnungen, die Dating-Apps eigentlich erleichtern sollen. Auch eine Adjust-Studie hat sich mit den Folgen der Krise für den App-Markt beschäftigt und kam dabei zu ähnlichen Ergebnissen:

- Gaming-Apps erreichten Ende März mit über 40 Millionen Installationen pro Woche ein Allzeithoch.

- Apps von Streamingdiensten verzeichneten ein Plus von 55 Prozent gegenüber 2019.

- im ersten Quartal kam es zu einer Verdoppelung der Business-App-Nutzung.

- Apps von Lieferdiensten erlebten einen 20-prozentigen Nutzungsanstieg.

Kontaktloses Bezahlen per App

Obwohl weder Adjust noch App Annie dahingehende Daten liefern, hat auch das Bezahlen per Smartphone während Corona zugenommen. Laut der Bundesbank wurden deutlich mehr Einkäufe kontaktlos bezahlt. Um beim Zahlvorgang das Risiko einer Infektion zu senken, wurde vermehrt auf Barzahlung verzichtet. Laut einer Bitkom Studie wünschen sich über 70 % der Befragten noch mehr Möglichkeiten, bargeldlos zu zahlen. Die Kreditwirtschaft hat während der Krise das Limit für kontaktlose Zahlungen ohne PIN auf 50 Euro verdoppelt. Fast die Hälfte aller Bürger hat daraufhin ihr Zahlungsverhalten verändert.


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