03.01.2020, 12:59 Uhr

E-Mobility: So wird elektrisch fahren bezahlbar

Für kurze Fahrwege kann ein E-Bike die ideale Fortbewegungsmöglichkeit darstellen. (Foto: pixabay.com)Für kurze Fahrwege kann ein E-Bike die ideale Fortbewegungsmöglichkeit darstellen. (Foto: pixabay.com)

E-Scooter, E-Bikes und E-Autos prägen mehr und mehr das Stadtbild.

Jung und Alt sind auf zwei bis vier Rädern unterwegs und genießen die neue, bewegte Freiheit. Allerdings gibt es einen Wehrmutstropfen. E-Mobilität ist nicht ganz billig. Die batteriebetriebenen fahrbaren Untersätze kosten neu wesentlich mehr als die konventionellen Varianten. Wie wird E-Mobilität im Alltag bezahlbar? Der Beitrag liefert Tipps und Anregungen.

Günstigen Strom beziehen

Da elektrische Fahrzeuge regelmäßig Zuhause geladen werden, ist der Strombezug eine wichtige Stellschraube, um die Kosten zu reduzieren. In diesem Zusammenhang ist es ratsam, regelmäßig die Angebote der Energieversorger zu überprüfen. Die Konkurrenz unter den Energieanbietern ist groß und es lohnt sich, den Termin zum Tarifvergleich auf die jährlich wiederkehrende To-do-Liste zu setzen. Auf diese Weise lässt sich Jahr für Jahr der günstigste Anbieter finden.

Selbst Strom produzieren

Wer eine Photovoltaikanlage betreibt, hat grundsätzlich die Möglichkeit, die elektrisch betriebenen Fahrzeuge mit selbst produzierten Strom zu versorgen. Mit Blick auf die relativ geringe Vergütung für die Einspeisung von zu viel produzierten Strom in das öffentliche Netz ist die Installation einer Photovoltaikanlage nebst Speicher in Betracht zu ziehen. Die Erstinvestitionen ist natürlich erst einmal recht hoch, doch mittelfristig rechnet sich die Anschaffung.

Je mehr selbst produzierter Strom im eigenen Haushalt verbraucht wird, desto schneller amortisiert sich die Investitionen. Da im Zuge der Digitalisierung die Anzahl der elektrisch betriebenen Maschinen und Geräte in einem Haushalt immer weiter ansteigt, wird sich die Rentabilität immer weiter verbessern. Der „brake even point“, der Zeitpunkt, zu dem sich die Investitionen bezahlt machen, rückt in der Rentabilitätsberechnung immer weiter nach vorne.

Gebraucht statt neu

Es muss nicht immer ein nagelneues Elektroauto oder ein E-Bike frisch aus dem Werk sein. Gebrauchte Elektrofahrzeuge sind deutlich günstiger in der Anschaffung und tragen zur Verbesserung der CO2-Bilanz bei. Natürlich muss dem Gebrauchtwagenkauf ein entsprechender Check vorausgehen. Die wichtigsten Punkte bei der Prüfung eines Gebrauchtwagens liefert die ADAC Checkliste. Für Elektroautos sind insbesondere diese Dinge zu berücksichtigen:

• Reichweitentest: Eine kurze Probefahrt reicht für den Reichweitentest nicht aus. Um die Reichweite festzustellen, muss die Batterie praktisch leer gefahren werden. Dann erhalten Kaufinteressenten einen Eindruck von der tatsächlichen Reichweite. Will der Verkäufer darauf nicht eingehen, sollten Käufer nach einer Alternative Ausschau halten.

• Fahrdaten und Ladetest: Ist die Probefahrt abgeschlossen, sollten Kaufinteressenten aufschreiben, wie der Verbrauch für die gefahrene Strecke war, wie viel die Restreichweite beträgt und wie der Batterie-Ladezustand ist. Im Vergleich zu der Ausgangssituation lassen sich daraus wichtige Schlüsse ziehen. Beispiel: Wenn bei der Probefahrt mit einer halben Batterieladung 70 km gefahren werden, sollte bei einem vergleichbaren Streckenprofil mit einer ganzen Batterieladung eine Strecke von rund 140 km zurückgelegt werden können. Das gilt auch dann, wenn das Fahrzeug 150 oder 160 km als Gesamtreichweite anzeigt.

Seit 2010 werden Elektro-Autos angeboten. Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) nennt in seinem jährlichen Bericht zum Fahrzeugbestand einen Zuwachs von 54,4 Prozent bei Elektrofahrzeugen von 2018 auf 2019. In Zahlen ausgedrückt wuchs der Bestand von E-Autos von 53.861 auf 83.175 Stück an. Alleine die BMW Group investiert rund 400 Millionen Euro in einen Produktionsstandort, der E-Autos produziert - eine richtungsweisende Investition, die die Wichtigkeit von E-Mobilität unterstreicht.

In der Konsequenz kommen nach und nach immer mehr gebrauchte E-Autos zum Verkauf. Die Ersparnis liegt je nach Alter, Ausstattung, technischem und optischem Zustand sowie Laufleistung bei bis zu 70 Prozent bezogen auf den Neupreis.

E-Autos müssen praktisch täglich geladen werden. (Foto: pixabay.com)

E-Bike statt E-Auto: Gebrauchte E-Bikes, Scooter, Roller & Co.

Sich statt eines elektrisch betriebenen Autos ein E-Bike, einen E-Roller oder einen E-Scooter anzuschaffen, ist eine weitere Sparmaßnahme. Denn der Energieverbrauch von elektrisch betriebenen Zweirädern ist deutlich geringer als der von E-Autos. Auch die zusätzliche Anschaffung eines gebrauchten Zweirads, das per Batterieladung fährt, trägt zu mehr Bezahlbarkeit in der Elektromobilität ein. Ladestationen werden verstärkt öffentlich zugänglich installiert, so dass die E-Mobilität auf dem Zweirad zu einer echten Alternative wird.

Der Gebrauchtmarkt für E-Bikes, E-Roller und Scooter ist ebenfalls groß und wächst ständig. Online und offline gibt es zahlreiche Angebote, sodass für jeden Bedarf ein gebrauchtes Zweirad zu finden sein sollte. Ratsam ist der Kauf über einen Händler, der die gebrauchten Zweiräder vorab technisch überprüft. Außerdem haben Verbraucher den Vorteil, dass sie eine Händlergarantie in Anspruch nehmen können. Geht das gebrauchte E-Zweirad vor Ablauf der Garantie kaputt, können sie beim Händler die Reparatur einfordern.

Tipps zur Auswahl

Beim Kauf eines gebrauchten E-Zweirads sollten Verbraucher ebenfalls bestimmte Aspekte beachten, um mit ihrer Wahl am Ende zufrieden zu sein. Das Wichtigste ist der Akkuzustand. Nur, wenn der Akku eine ausreichende Ladefähigkeit aufweist, kann er eine entsprechende Reichweite realisieren. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erfahren, wie oft ein Akku bereits aufgeladen wurden. Bei E-Bikes zum Beispiel können Akkus bis zu 700 mal voll aufgeladen werden. Ein Memoryeffekt gibt es glücklicherweise nicht mehr, sodass das zweimalige Aufladen einer halbleeren Batterie genau dieselbe Wirkung hat, wie das einmalige Aufladen einer komplett leeren Batterie. Tipp: Akkus haben eine durchschnittliche Lebensdauer. Bei E Bikes liegt diese bei 5 bis 6 Jahren. Wer sich für ein gebrauchtes E-Bike interessiert, welches bereits fünf Jahre alt ist und immer noch den ersten Akku nutzt, sollte entweder nach einer Alternative suchen oder den Preis des Zweirads so weit herunter handeln, dass ein neuer Akku nachgekauft werden kann. Weitere Tipps und Tricks zum Kauf eines gebrauchten E-Bikes liefert Utopia, ein Magazin rund um das Thema Nachhaltigkeit.

Schonendes Fahrverhalten erlernen

Bei konventionell betriebenen Fahrzeugen ist es bekannt: Wer stets mit dem Bleifuß über die Autobahn rast, verbraucht viel Sprit, fährt die Reifen schneller ab und sorgt für einen zügigen Verschleiß der Bremsen. Der Fahrstil eines Fahrer hat unmittelbar Einfluss auf die Verbrauchswerte. Auch das Fahren mit Elektro-Autos, E Bikes und anderen elektrisch betriebenen Mobilen will gelernt sein. Batterieschonendes Fahren verlängert die Nutzungsdauer der Akkus und sorgt für einen akzeptablen Wiederverkaufswert. Und zusätzlich lässt sich durch richtiges Ladeverhalten die Lebensdauer noch ein Stück weit verbessern. Im Prinzip gilt, dass alles Extreme tabu ist. Vollladungen sind genauso kritisch zu betrachten, wie komplett leer gefahrene Akkus. Beides tut den Akkus nicht gut.

Tipp: Vor dem Kauf sollten sich Interessenten von einem Fachhändler umfassend in Sachen schonendes Fahrverhalten beraten lassen.

Bilder: pixabay.com © bicicleta (CC0 Creative Commons), pixabay.com © bayern-reporter_com (CC0 Creative Commons)


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