23.12.2019, 10:59 Uhr

Die Beratungsbefugnis der Lohnsteuerhilfevereine wird vom Gesetzgeber künftig erweitert

Pixabay.com
              
             (Foto: stevepb)Pixabay.com (Foto: stevepb)

Das geschah durch die Erhöhung von Einnahmegrenzen bei Überschusseinkünften. Bisher lagen die Grenzen bei 13.000 Euro bzw. 26.000 Euro, wenn es beispielsweise um die Einkünfte aus Verpachtungen oder Vermietungen ging. Der Bundesrat hat schon zugestimmt.

Für die Arbeitnehmer, Rentner und Pensionäre gibt es künftig Neuigkeiten, denn die Beratungsbefugnis der Lohnsteuerhilfevereine wurde erweitert.

Seit dem 8. November ist es offiziell

Seit dem 8.11.19 ist es offiziell und es gibt die neue Regelung zum § 4 Nr. 11 Buchstabe c StBerG. Ab dem 1.1.20 gelten demnach dann neue Einnahmengrenzen bei Überschusseinkünften. Bei Alleinstehenden sind das 18.000 Euro und bei Ehepaaren mit einer Zusammenveranlagung sind es 36.000 Euro. Die Einkünfte bei Kapitalvermögen werden dann mitberechnet, wenn es freiwillig veranlasst oder wegen der bestehenden Sachverhalte danach gefordert worden ist. Viele Steuerpflichtige profitieren nun von den günstigen Alternativen der Steuerberatung und nutzen den Rundum-Service des Lohnsteuerhilfevereins.

Pixabay.com (Foto: FirmBee)

Erstellung der Einkommensteuererklärung

Die Lohnsteuerhilfevereine sind mit ihren Beratungsstellen vor Ort Anlaufstellen für viele Steuerpflichtige. Sie erstellen die Einkommensteuererklärung der Vereinsmitglieder kompetent und zügig. Die Stellenleiter der Beratungsbüros werden vom Verein praxisnah und vor allem regelmäßig geschult. Neben der fachlichen Kompetenz schätzen die Mitglieder auch besonders die günstigen Mitgliedsbeiträge. Die Beiträge werden nach sozialen Aspekten festgelegt. Eine Beitragsordnung regelt hier die Höhe und diese hängt vom Bruttoverdienst ab. Nicht alle Steuerpflichtigen können jedoch ihre Steuererklärung von einem solchen Verein erstellen lassen. Wer zum Beispiel Einkünfte aus selbständiger oder freiberuflicher Tätigkeit hat, darf nicht vom Lohnsteuerhilfeverein beraten werden. Wenn jedoch ausschließlich Einkünfte aus einer nichtselbständigen Arbeit bestehen, dann dürfen die Vereine beraten. Das ist bei Löhnen und Gehältern der Fall. Auch für Mitglieder, die eine Rente oder andere Leistungen zur Altersvorsorge bekommen oder die, die Unterhalt empfangen ist ein Beitritt möglich.

Gesetzgeber unterstreicht die allgemeine Kompetenz der Lohnsteuerhilfevereine

Durch die Erhöhung der Einnahmegrenzen unterstreicht der Gesetzgeber jetzt die Kompetenz der Lohnsteuerhilfevereine. Die Grenzen wurden laut dem „Dritten Bürokratieentlastungsgesetz“ erhöht. Jeder kann die Beschlussfassung des Bundestages (19/14421) nachlesen. Diese Neuregelung war auch sinnvoll, denn in vielen Städten sind die Mietpreise in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Wenn ein Rentner oder ein Arbeitnehmer auch Vermieter ist, kann er nun auch die Leistungen des Lohnsteuerhilfevereins in Anspruch nehmen.

Überschusseinkünfte

Wenn bestimmte Überschusseinkünfte in der maximalen Höhe erzielt worden sind, bleibt die Beratungsbefugnis so wie bisher bestehen. Das gilt beispielsweise für Einkünfte aus dem Kapitalvermögen oder der Vermietung oder sonstigen Einkünften. Dazu zählen private Veräußerungsgeschäfte oder auch Einkünfte, die der sogenannten „Abgeltungssteuer“ unterliegen. Diese werden dann mit berechnet, wenn sie freiwillig erklärt worden sind oder erklärt werden müssen.

Fazit:

Für noch offene Fälle und Veranlagungszeiträume gelten künftig die erweiterten Einnahmegrenzen. Viele Mitglieder der Lohnsteuerhilfevereine profitieren nun von dieser erweiterten Beratungsbefugnis. Wer sich beim örtlichen Beratungsstellenleiter meldet, kann sich einen Termin sichern und dort genau beraten lassen.

Allerdings gibt es auch bestimmte Arten der Einkünfte, die einen Beitritt im Lohnsteuerhilfeverein ausschließen. Dazu zählen die Steuerpflichtigen mit Gewinneinkünften wie z.B. Gewerbebetrieb, selbständiger Arbeit oder auch Tätige im Bereich der Land- oder Forstwirtschaft. Diese Steuerpflichtigen müssen die Leistungen eines klassischen Steuerberaters oder eine hierfür befugte Person in Anspruch nehmen, um ihre Steuererklärung ausfüllen zu lassen. Auch Arbeitnehmer, die eine Photovoltaikanlage haben sind daher als Unternehmer zu sehen und können nicht in den Verein eintreten. Seit dem 8.11.19 ist das Gesetz nach dem § 4 Nr. 11 Buchstabe c StBerG nun gültig und die neuen Einnahmengrenzen gelten ab dem 1.1.20. Dadurch unterstreicht der Gesetzgeber die künftige Arbeit der Lohnsteuerhilfevereine.


0 Kommentare