20.12.2019, 09:23 Uhr

Diesmal wirklich: Diese Kniffe lassen typische Neujahrsvorsätze zum Erfolg werden

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Wer das neue Jahr nicht abermals mit der herb enttäuschenden Einsicht starten will, seine guten Vorsätze mal wieder nicht geschafft zu haben, sollte es auf folgende Weisen versuchen.

Es ist wieder soweit: Die letzten Blätter auf dem Abreißkalender stehen an, die Adventskerzen sind schon ein gutes Stück kürzer geworden, die Geschenke liegen verpackt bereit, der Jahreswechsel ist nur noch eine Frage von Tagen. Das ist nicht nur einmal mehr die Zeit, in der viele sich fragen, ob sie dieses Jahr das Böllern zugunsten von Tier- und Umwelt bleiben lassen, sondern damit beginnen, gute Vorsätze zu formulieren.

Damit werden die letzten Tage des Jahres aber automatisch auch wieder zu der Zeit, in der bereits die Wurzel des Scheiterns gelegt wird. Warum? Weil die allermeisten Vorsätze vollkommen falsch angegangen und durchgezogen werden. Wer es diesmal wirklich schaffen will, muss anders ansetzen, als bloß im sektseligen Feuerwerksschein einen Weg zu beschreiten. Für die typischsten Neujahrsvorsätze der Deutschen zeigt der folgende Artikel, wie es wirklich geht.

1. Rauchfrei

Mit dem diesjährigen Jahreswechsel feiern wir auch ein Jubiläum: Dreieinhalb Jahre Schockbilder auf Zigarettenschachteln. Doch so eklig die auch sind, viel gebracht haben sie nicht. Zusammengenommen greift immer noch ein Viertel der Deutschen hartnäckig zum Glimmstängel. Wie also aufhören bei etwas, dessen Suchtpotential dem von Kokain und Crystal Meth nahekommt?

1. Ganz oder gar nicht. Typische Pläne wie „pro Tag eine weniger“ sind von vornherein falsch. Wenn man aufhören will, muss man von Tag 1 an von der Zigarette weg sein. Das symbolische Zerknüllen der letzten Schachtel ist also Pflicht.

2. Alternativen nutzen, so sind elektrische Zigaretten eine Möglichkeit, langsamen Nikotinentzug bei praktisch nichtvorhandener Schadwirkung zu gewährleisten, ohne jedoch Regel 1 zu brechen – Zigaretten hat man ja keine mehr bei sich und die E-Zigarette ist von Geschmack und Habitus etwas völlig anderes. Nicht umsonst wird sie im britischen Gesundheitssystem auch auf Rezept an Raucher herausgegeben.

3. Sichtbar machen. Alles, was man täglich für Kippen ausgibt, steckt man ebenso täglich in ein gläsernes Sparschwein. Gläsern deshalb, weil es eine eindrückliche Visualisierung ist. Und davon gönnt man sich regelmäßig etwas!

Und ganz wichtig: Es muss nicht gleich der Neujahrsmorgen sein. Denn für viele beginnt das neue Jahr auf der Arbeit mit viel Stress. Wer fürchtet, hier zu scheitern, wartet mit dem Aufhören bis zu einem mindestens einwöchigen Urlaub. Dann hat man für die ersten, die schwierigsten Tage, wenigstens nicht nur Arbeits-Stress.

2. Abnehmen

„Ein paar Kilo weniger könnten es schon sein“. So zumindest dürfte die Antwort sehr vieler Menschen auf die Frage nach dem Verhältnis zum eigenen Körper lauten. Dementsprechend häufig steht Gewichtsverlust auch weit oben auf der Vorsatzliste. So klappts:

1. Ein festes und messbares Endziel definieren: X Kilogramm bis zu Datum Y.

2. Realistisch bleiben. Je langsamer man Gewicht verliert, desto besser. Ein halbes Kilo pro Monat ist gesund und hat viel geringere Jojo-Risiken.

3. Keine Trend-Diäten, die funktionieren nicht (langfristig). Egal ob Keto oder Low-Carb, sie alle unterscheiden sich von normaler Nahrungszufuhr, sodass man fast automatisch wieder zulegt, wenn man damit aufhört.

4. Langsam kauen. 15-20 Minuten nach dem ersten Bissen setzt automatisch über das Hormon Leptin das Sättigungsgefühl ein, egal wie viel man bis dahin konsumiert hat.

5. So viele Kalorien wie möglich innerhalb der normalen Ernährung einsparen. Etwa Wasser mit Zitrone statt zuckerhaltiger Limo, simpler Tabasco statt gezuckerter Hot-Barbecue-Soße.

Bitte auch beachten: Keine Light-Produkte. Deren Ersatzstoffe befeuern oftmals das Hungergefühl, sodass die reduzierten Kalorienmengen gar nichts bringen.

3. Mehr Zeit mit seinen Lieben

Der Tag ist kurz, die Arbeit lang, die Nebenbei-Verpflichtungen mannigfaltig. Kein Wunder also, dass viele im neuen Jahr gern mehr Zeit mit Familie und Freunden nehmen wollen. Tatsächlich ist das sogar sehr einfach:

1. Kompromisslos im eigenen Leben ausmisten. Jeder hat jeden Tag zahllose Zeitfresser, die eigentlich völlig überflüssig sind. Tipp: Einfach seltener, dafür „richtig“ einkaufen, statt tageweise.

2. Fix planen und ebenso festlegen wie Arbeit und andere Festtermine: Eine halbe Stunde jeden Tag, zwei Stunden pro Wochenende, ein Abend pro Monat. Und diese Dinge werden auch als Alarm in den Handykalender eingespeichert, damit man sie nicht vergisst.

3. Grundregeln: Es wird immer etwas getan, das alle mögen und das sinnvoll ist. Und fernbleiben gilt nur, wenn es einen triftigen Grund gibt.

Übrigens hat dieser Vorsatz auch viel mit dem nächsten zu tun:

4. Weniger digital verplemperte Zeit

Es gibt in unserem Leben wohl keinen größeren Zeitfresser als das Smartphone. Ein Gutteil aller Erwachsenen schaut tagtäglich weit über eine Stunde auf das Teil. Dass da keine Zeit für Freunde und Co. bleibt, ist klar. Gut ist, dass das viele stört, denn es ist zwar noch kein allzu alter Neujahrsvorsatz, aber einer, der schnell die Charts heraufgestürmt ist. Kann man sich von dieser digitalen „Eisenkugel“ am Bein befreien, ohne ganz aufs Handy zu verzichten? Ja:

1. Weg mit den Apps, die besonders dreist Zeit schinden, weil sie unseren inneren Voyeur befriedigen wollen und sich dazu endlos durchscrollen lassen. Wenn Facebook und Co., dann nur am ortsfesten Rechner. Nicht überall wo man geht und steht.

2. Alle überflüssigen Benachrichtigungen für Likes, alle Push-Benachrichtigungen und Konsorten abstellen. Das Handy sollte nur bei Anrufen und Kurznachrichten Laute von sich geben, nicht wenn jemand, den man seit der Grundschule nicht mehr gesehen hat, einen Link teilt.

3. Eine App wie Moment, Screen Time oder Quality Time installieren, die einem ziemlich deutlich macht, wie oft man dennoch aufs Handy schaut.

4. Feste Situationen definieren (gerne innerhalb des Familienkreises/der Mitbewohnerschaft), in denen das Smartphone tabu ist. Etwa beim Essen, beim Fernsehen usw.

Schon das wird viel Zeit freimachen. Wer es richtig knifflig will, kann nach der ersten Phase einfach eine Schüssel in der Diele aufstellen. In die kommt beim Hereinkommen nicht nur der Schlüssel, sondern auch das Handy. Aus den Augen, aus dem Sinn.

5. Sparsamer sein

Am Ende des Geldes ist noch viel zu viel Monat übrig. Zugegeben, ein erklecklicher Teil dessen ist darauf zurückzuführen, dass das Leben in Deutschland in jüngster Zeit durch Steuern, Abgaben und Verteuerung weitaus Portemonnaie-schädigender wurde als die Löhne Schritt hielten; allerdings bleiben trotzdem auch eigenverantwortliche Möglichkeiten:

1. Wenn Offline-Einkauf, dann nur mit Bargeld. Nur das zeigt einem direkt an der Kasse mehr als nur in Form gedruckter Ziffern, was man ausgibt. Zudem verhindert es effektiv Spontankäufe.

2. Keine Zahlungsweisen, die das Bezahlen zur Nebenbei-Handlung machen. Das gilt für Mobile Payment ebenso wie Online-Zahlungsdienstleister, die man so konfiguriert hat, dass man nur noch einmal klicken muss. Vor jedem Bezahlvorgang sollte eine Hürde, etwa ein manuelles Einloggen, stehen.

3. Haushaltsbuch konsequent führen, egal ob analog oder digital. Und zwar für jeden einzelnen Cent. Damit werden die Geldströme sichtbar.

4. Vermeintliche Schnäppchen aus dem Anzeigenblättchen nur wahrnehmen, wenn man das Produkt sowieso hätte kaufen wollen. Andernfalls gibt man mehr aus.

5. Immer eine Einkaufsliste schreiben und nur das kaufen, was sich darauf findet. Nach dem ersten Mal zudem die Preise für die Produkte notieren und nur so viel Bargeld mitnehmen.

6. Regelmäßiger Konto-Check. Einmal wöchentlich sollte man sich auf den neuesten Stand bringen, was auf dem Girokonto los ist.

Diese sechs Punkte wirken bei den meisten Menschen Wunder. Und damit kann man sich im kommenden Jahr auf die Schulter klopfen, denn die Vorsätze wurden diesmal wirklich eingehalten.


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