22.10.2019, 11:00 Uhr

Englisch ist heute Pflicht: Tipps für besonders intensives Lernen

Abbildung 1: Ohne gute Englischkenntnisse wird es im heutigen berufsalltag immer schwieriger, Erfolge zu feiern. (Foto: @ Waldemar Brandt)Abbildung 1: Ohne gute Englischkenntnisse wird es im heutigen berufsalltag immer schwieriger, Erfolge zu feiern. (Foto: @ Waldemar Brandt)

Die mehr oder weniger sichere Kenntnis der englischen Sprache ist heute in allen Berufsfeldern Pflicht.

Natürlich ist das verhandlungssichere Englisch in gehobeneren Positionen wichtiger als in der Kfz-Werkstatt, doch auch dort ist es hilfreich, wenn Mechaniker notfalls auf die englische Sprache zurückgreifen können, um einem Kunden zu erklären, welchen Defekt es am Auto gibt. Ohne Englisch ist es heute schwer.

Und obwohl immer wieder auf das Englisch in der Schule verwiesen wird, so reicht das Schulfach längst nicht aus, um ernsthaft die Sprache zu lernen. Aber welche Möglichkeiten bestehen für alle Altersklassen, sich fit in der Weltsprache zu machen?

Dieser Artikel schaut sich ein paar Möglichkeiten an.

Sprachreisen

Sprachreisen zählen zu den effektivsten Möglichkeiten Englisch zu lernen. Eine gute Sprachreise lässt sich mit einem kleinen Kind in den ersten Lebensjahren vergleichen. Das Kind lernt, indem es nachahmt, sich ausprobiert und voll und ganz in die Umgebung integriert ist, von der es lernen muss. Möchte man bei einer Sprachreise Englisch lernen bzw. die Sprachkenntnisse verbessern nutzt man ähnliche Prinzipien:

Abbildung 2: Englisch ist nach wie vor eine der Weltsprachen. (Foto: @ freestocks.org)

• Umgebung – der Aufenthalt findet dort statt, wo die zu lernende Sprache gesprochen wird. Da es Sprachreisen für die unterschiedlichsten Altersgruppen – ja, auch für Senioren – gibt, lässt sich das Programm auf die jeweiligen Unterhaltungsmöglichkeiten abstimmen. Wer es wünscht, lebt für die Dauer des Aufenthalts in einer Gastfamilie.

• Ausprobieren – durch den Auslandsaufenthalt müssen Sprachreisende die Sprache anwenden. Zugleich findet die Anwendung in einem üblichen Umfeld statt. Die in der Schule oft bemängelten künstlich gestellten Situationen fallen weg. Der Sprachschüler lernt somit nicht nur, sein Wissen anzuwenden, sondern lernt auch, das Wissen alltagstauglich anzuwenden.

• Unterricht – gute Sprachreisen lassen den Schüler nicht allein, sondern bieten auch festen Unterricht. Zugleich ist es, je nach Angebot, möglich, die Sprache bereits im beruflichen Umfeld zu lernen. Etliche Sprachreiseangebote bieten Praktika während des Auslandsaufenthalts an.

Manchen Menschen fällt auf einer Sprachreise noch ein weiterer Vorteil auf. In Klassenzimmern neigen viele dazu, sich nicht an eine Sprache heranzutrauen, weil sie etwas falsch machen könnten. Im Ausland hingegen fällt diese Hürde oft aufgrund der Situation weg. Zumal wird oft festgestellt, dass Muttersprachler wesentlich freundlicher auf Fehler reagieren als die deutschen Klassenkameraden oder Lehrer.

Wie lässt sich eine Sprachreise besonders erfolgreich gestalten?

Das wichtigste Kriterium für eine erfolgreiche Sprachreise ist die Auswahl des Anbieters. Interessenten sollten sich genau informieren, sich Angebote einholen und durchaus online prüfen, was ehemalige Absolventen sagen. Ansonsten gilt:

• Unterkunft – eine Gastfamilie kann für nahezu alle Altersgruppen lohnenswert sein. Durch den direkten Familienanschluss, alternativ WG-Anschluss, fällt es wesentlich leichter, die Sprache auch zu sprechen.

• Ziel – das Ziel muss vorab definiert werden. Daran richtet sich nicht allein der Unterricht aus, sondern auch die später mögliche Prüfung. Erwachsene sollten eine Sprachreise nutzen, in deren Rahmen sie mindestens ein Praktikum im Ausland machen können. Dieses, bei längeren Aufenthalten auch eine Arbeitsstelle, hilft nicht nur dem beruflichen Umgang mit der Sprache weiter, es sieht auch im Lebenslauf gut aus.

• Dauer – das Ziel hängt mit von der geplanten Dauer ab. Wer sein Englisch auffrischen möchte, dem reichen womöglich zwei Wochen intensiver Aufenthalt aus. Wer mehr wünscht, der sollte über eine längere Sprachreise nachdenken. Diese kann wieder mit der Arbeit verbunden werden.

Doch auch das eigene Verhalten entscheidet über den Erfolg. Sprachreisen sind anstrengend, denn die Teilnehmer müssen durchaus Lernen. Ein großer Fehler ist, sich während des Aufenthalts nur mit anderen Sprachreisenden zusammenzuschließen. Es muss sich aktiv an Gesprächen mit Muttersprachlern beteiligt werden, die Sprache muss offensiv gesprochen werden.

Weitere Möglichkeiten

Selbst die beste Sprachreise hilft nicht, wenn das Englisch später wieder einschläft. Eine Fremdsprache kann nur dauerhaft gekonnt werden, wenn sie auch dauerhaft genutzt wird. Wer fünfzehn Jahre lang kein Auto mehr gefahren ist, der muss den Umgang mit dem Fahrzeug schließlich auch wieder lernen. Glücklicherweise sind in Bezug aufs Englisch heute keine Fahrstunden mehr nötig:

• Streaming – ein praktisches Feature von Netflix, Prime Video oder BluRays sind die verschiedenen Tonspuren. Es hat einen Grund, weshalb Skandinavier und Niederländer so gut Englisch können: Die Serien und Filme werden oft nur in Englisch ausgestrahlt. Das kann hier nun auch jeder. Tipp: Selbst einige Nachrichtensender und ÖR-Sender bieten zwischendurch Sendungen im Originalton an.

• Lesen – das Lesen von Büchern auf Englisch ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, da sie sogleich hilft, den Wortschatz zu erweitern. Wer auf E-Book-Readern oder auf dem Smartphone liest, der kann unbekannte Wörter zudem mit einem Klick nachschlagen.

• Internet – fast jeder Mensch hat ein Hobby. Glücklicherweise gibt es auch für fast jedes Hobby eine internationale Gruppe oder ein Forum in der Hauptsprache Englisch. Es macht nicht nur Spaß, hier zu diskutieren und sich mit anderen auszutauschen, das Englische muss auch aktiv angewandt werden.

Viele Menschen haben sich bereits auf diesen Wegen das Englische sehr gut angeeignet, allerdings haben sie keinen Nachweis. Aus beruflicher Sicht ist es sinnvoll, sich früher oder später mit einer anerkannten Prüfung zu befassen. Die Prüfzentren gibt es in jeder Stadt, je nach bisherigem Nachweis ist ein Vortest notwendig. Natürlich kosten die Prüfungen Geld, doch lohnt sich die Ausgabe. Wichtig ist, dass das Zertifikat international anerkannt ist, sodass es überall vorgelegt werden kann. Private Abschlüsse bergen die Gefahr, in der Arbeitswelt nicht berücksichtigt zu werden, da es dort oft keine grundlegenden Vorgaben gibt.

Fazit - Englisch lernen, aber relevant

Heute hat jeder die Chance, über Sprachreisen, das Studium, den nächsten Urlaub oder auch im Alltag Englisch richtig zu lernen. Nicht so, wie viele noch aus Schulzeiten kennen, sondern so, wie die Sprache tatsächlich genutzt wird. Wichtig ist nur, sich auch nach einem längeren Sprachaufenthalt nicht zurückzulehnen und zu glauben, dass das Wissen dauerhaft erhalten bleibt.

Sprachen müssen beständig geübt werden, anderenfalls geraten viele Details in Vergessenheit. Glücklicherweise reicht oft schon das Filmeschauen im Original aus, alternativ kann gelesen oder gechattet werden. Es mag anfangs anstrengend wirken, doch wer sich erst einmal daran gewöhnt hat, der wird irgendwann stutzen, wenn ein Film auf Deutsch startet.

Bildquellen:

Abbildung 1: @ Waldemar Brandt / Unsplash.com

Abbildung 2: @ freestocks.org / Unsplash.com


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