10.10.2019, 11:29 Uhr

Ratenkauf und was dabei zu beachten ist


In vielen Geschäften gibt es – gerade in der Vorweihnachtszeit – vermehrt das Angebot, die gewünschten Artikel auf Raten zu kaufen.

Das gilt ganz besonders für Elektronikmärkte und Möbelhäuser, die mit diesen Angeboten um die Gunst ihrer Kunden buhlen. Nicht immer ist die Finanzierung oder der Ratenkauf die günstigste Alternative. Deshalb ist es gut, sich vor dem Kauf und der Ratenzahlungsvereinbarung gründlich zu informieren. Schnell tappen Verbraucher in eine Falle, weil sie über Fallstricke im Kleingedruckten stolpern. Nachfolgend ein paar Tipps und Hinweise, was Verbraucher unbedingt beim Ratenkauf beachten sollten.

Was ist eigentlich Ratenkauf?

Beim Ratenkauf verpflichtet sich der Käufer, Raten in vorher festgesetzter Höhe über eine bestimmte Laufzeit an ein Finanzinstitut zu bezahlen. Das Ganze bedarf keiner weiteren Sicherheiten, weil der Verkauf unter Eigentumsvorbehalt erfolgt. Das bedeutet, dass das gekaufte Produkt bis zur Bezahlung der letzten Rate Eigentum der Bank bleibt. Der einzige Nachweis, den der Verbraucher erbringen muss, ist ein Entgeltnachweis, der belegt, dass er dazu in der Lage ist, die Rate in der vereinbarten Höhe zu bezahlen. Der Händler holt dazu meist eine Schufa-Auskunft ein. In der Ratenkaufvereinbarung entspricht der vereinbarte Preis nur sehr selten dem Kaufpreis. Denn es kommen noch Zinsen und Gebühren hinzu. Häufig bieten die Geldinstitute auch Null-Prozent-Finanzierungen an. Was die Deutschen gerne auf Raten kaufen sind Elektro- und Haushaltsgeräte, wie Waschmaschine oder Mikrowelle. Aber auch der Kauf von Elektronikgeräten, wie dem Handy, dem Tablet oder dem Computer, ist auf Raten möglich und nach eingehender Prüfung der Zahlungskonditionen nicht immer die schlechteste Option, um ein größeres Investment auf mehrere Monate zu strecken.

Was ist beim Ratenkauf zu beachten?

Ein Auto oder die Einbauküche auf Raten zu kaufen, erachten die meisten als sinnvoll. Kleinere Anschaffungen, wie die neue Couch, das neue Smartphone oder die Urlaubsreise auf Raten zu bezahlen erscheint vielen noch als ungewöhnlich. Wie sinnvoll es tatsächlich ist, die letztgenannten Dinge auf Raten zu kaufen, hängt entscheidend von den jeweiligen Gegebenheiten ab. Es spielt dabei eine wichtige Rolle, wie verantwortungsbewusst jemand mit seinem Geld umgeht. Es macht einen großen Unterschied für die meisten, ob sie für das Familienauto oder irgendeine Kleinigkeit auf die Option der Ratenzahlung zurückgreifen. Es besteht nämlich immer die Gefahr, den Überblick über die verschiedenen Ratenzahlungsvereinbarungen zu verlieren und immer tiefer in die Schulden zu geraten.

Welche Gebühren fallen bei Finanzierung und Ratenzahlungsvereinbarung an?

Wer etwas auf Raten kaufen möchte, muss eine Ratenzahlungsvereinbarung oder einen Kreditvertrag abschließen. Diesen Vertrag schließen die Verbraucher nicht mit dem Händler ab, obwohl viele das glauben. Der Ratenvertrag ist eine Vereinbarung zwischen dem Kunden und einer Bank. Händler, die Ratenkauf- oder Finanzierungsmöglichkeiten anbieten, arbeiten speziell dafür mit einer bestimmten Bank zusammen. Selbst bei sogenannten Null-Prozent-Finanzierungen erheben die Banken für den Ratenvertrage eine Bearbeitungsgebühr. Meist sind dies zwei Prozent der Darlehenssumme. Aus diesem Grund verteuert sich der Kaufbetrag ganz erheblich durch die Finanzierung. Bei manchen Banken müssen die Verbraucher für das Kreditkonto sogar eine Kontoführungsgebühr entrichten, wodurch die Finanzierung sich noch weiter verteuert. Diese Gebühr taucht häufig nicht bei der Berechnung des effektiven Jahreszinses auf. Doch im Kleingedruckten muss ein Hinweis darauf enthalten sein.

Erst Preise vergleichen, dann auf Raten kaufen

Der Händler hat nichts zu verschenken, auch an der Ratenzahlung möchte er gerne mitverdienen. Schließlich hat er der Bank oder dem Geldinstitut einen neuen Kunden vermittelt. Deshalb kalkulieren viele Händler die Kosten für die Ratenzahlung gleich in den Preis mit ein. Das heißt, die Preise werden nach oben korrigiert, die Kosten trägt am Ende der Kunde. Aus diesem Grund lohnt es sich die Preise vor dem Kauf zu vergleichen. Häufig finden Verbraucher genau den gleichen Artikel bei einem anderen Händler viel günstiger. Allerdings gibt es beim günstigeren Anbieter häufig keine Möglichkeit der Null-Prozent-Finanzierung. Deshalb lohnt es sich in der Regel nur nach eingehender Prüfung, auf Raten zu kaufen. Manchmal kann es sinnvoller sein, Geld anzusparen und dafür den gewünschten Artikel woanders billiger zu bekommen.

Ist eine Restschuldversicherung notwendig?

Die meisten Geldinstitute bieten ihren Kunden bei Vertragsabschluss gerne eine Restschuldversicherung an. Dafür entstehen beim Kreditnehmer zusätzliche Kosten. Die Restschuldversicherung springt dann ein, wenn der Kunde arbeitslos oder arbeitsunfähig wird. In manchen Fällen ist diese Police jedoch überflüssig. Auch hier ist es sehr empfehlenswert, die allgemeinen Geschäftsbedingungen im Kleingedruckten zu lesen. Verbraucher sollten auf diese Details achten:

• Bei der Restschuldversicherung gilt in der Regel eine Wartezeit von drei Monaten. Das heißt, wenn in den ersten drei Monaten ab Vertragsabschluss der Versicherungsfall eintritt, zahlt die Versicherung beispielsweise nicht.

• Bei Arbeitslosigkeit zahlt die Versicherung nicht bis zum Ende der Vertragslaufzeit.

• Meistens sind die Zahlungen begrenzt auf einen Zeitraum von zwölf Monaten.

• Hat es Vorerkrankungen gegeben, befreit dies die Versicherung unter Umständen ebenfalls von der Leistung. Das bedeutet, dass die Restschuldversicherung im Schadensfall die Zahlung verweigern kann.

Hier gilt es, sich vom Verkäufer nicht unter Druck setzen zu lassen, eine Restschuldversicherung abzuschließen. Wenn der Kunde das Kleingedruckte aufmerksam liest, ist er über alle möglichen Fallstricke informiert.

Vorzeitige Kündigung des Vertrags

Unter bestimmten Bedingungen kann die Bank den Vertrag, den sie mit dem Kunden des Händlers geschlossen hat, vorzeitig kündigen. Wer seine Raten nicht oder nicht pünktlich bezahlt, muss mit unangenehmen Konsequenzen rechnen – auch bei einer Null-Prozent-Finanzierung. Kommt es so weit, muss der Kunde die gesamte Restsumme des Kredits auf einmal bezahlen. Hinzu kommen dann noch Mahngebühren und Verzugszinsen. Am Ende kann dies alles zu einem negativen Eintrag bei der Schufa führen. Hier kann ganz leicht ein Teufelskreis entstehen.

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