07.10.2019, 16:49 Uhr

Mit ETFs für die Zukunft sparen: Die Kinderdepots der Online-Broker

(Foto: pixabay.com)(Foto: pixabay.com)

Um ihre Kinder nicht nur langfristig, sondern bereits frühzeitig finanziell abzusichern, bietet sich für Eltern außer dem klassischen Sparbuch der Aktienhandel an.

Sogenannte Kinderdepots gibt es von Online-Brokern zum Teil kostenfrei und mit einer breiten Auswahl an Fonds. Allerdings ist diese Form der Geldanlage nicht jedem bekannt. Was sind die Unterschiede zwischen Erwachsenen- und Kinderdepots und worauf sollten Eltern bei der Auswahl eines Kinderdepots achten?

Kinder sind für ihre Eltern das größte Glück, und ihnen soll es an nichts mangeln. Doch ein Kind kostet seine Eltern durchschnittlich rund 130.000 Euro in den ersten 18 Lebensjahren. Danach finanzieren viele Eltern noch die erste Wohnungseinrichtung, den Führerschein, die Ausbildung oder ein Auslandsjahr. Für die Finanzierung solcher Projekte ist es sehr hilfreich, wenn die Eltern frühzeitig Rücklagen gebildet haben; meist geschieht dies mit einem Sparbuch oder einem Bausparvertrag.

Diese bewährten Formen der Geldanlage sind jedoch angesichts der Tatsache, dass auf sie kaum noch Zinsen gezahlt werden, inzwischen recht unattraktiv. Aussichtsreicher scheint der Vermögensaufbau mit Aktienfonds und ETFs – börsengehandelten Indexfonds. Mit ihnen lässt sich im Durchschnitt eine wesentlich höhere Rendite erzielen, sie kosten vergleichsweise wenig und können für das Kind die Starthilfe in die spätere finanzielle Unabhängigkeit bedeuten.

ETF-Sparpläne sind für den Vermögensaufbau deshalb besonders geeignet, weil sie sehr günstig sind. ETFs bilden einen Börsenindex nach und werden nicht aktiv gemanagt, sodass für sie kaum Verwaltungsgebühren anfallen. Mittlerweile bieten einige Online-Broker wie Flatex das dafür notwendige Depot nicht nur für Erwachsene an, sondern auch in einer speziellen Kindervariante. Der Vorteil von Online-Brokern gegenüber den klassischen Filialbanken ist, dass sie ETF-Sparpläne meist ohne Depotgebühren und Transaktionskosten anbieten. Eltern, die sich für diese Form der Geldanlage entschieden haben, sollten bei der Entscheidung für einen Broker auch die Anzahl der angebotenen ETFs, die Mindestsumme für Sparpläne und gegebenenfalls sinnvolle Serviceleistungen berücksichtigen. Im Internet lassen sich einige Vergleiche von Kinderdepots finden.

Zwar birgt eine Geldanlage in Aktien immer ein gewisses Risiko, es lässt sich aber mit einer ausreichend langen Anlagedauer weitgehend minimieren. Um Kursschwankungen aussitzen zu können, sollten Eltern möglich frühzeitig mit der Geldanlage in Wertpapiere beginnen. Im besten Fall sind es bis zur Volljährigkeit des Kindes noch mindestens 10 Jahre. Dafür gibt es spezielle Kinderdepots. Eltern, die ein solches Depot für ihr Kind eröffnen, sollten allerdings wissen, dass sie es lediglich bis zur Volljährigkeit ihres Kindes verwalten; der Inhaber des Depots ist das Kind selbst.

Zwar dürfen die Eltern bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres ihres Kindes auf das Geld im Depot zugreifen. Sie dürfen es jedoch nur für ihr Kind ausgeben und sie sind dazu verpflichtet, die entnommene Summe schnellstmöglich auszugleichen. Sobald das Kind volljährig ist, verfügt es allein über das Depot.

Diese Regeln für Kinderdepots bringen sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich: Zu den Vorteilen gehört, dass das Kind unabhängig von den Eltern über einen eigenen Steuerfreibetrag verfügt; das Geld im Depot geht nicht zulasten des Steuerfreibetrags der Eltern. Zu den Nachteilen zählt, dass das Vermögen im Depot später seinen Anspruch auf BAföG und andere staatliche Leistungen schmälern kann. Anders verhält es sich, wenn das Depot auf dem Namen der Eltern läuft, es sich also um ein reguläres Erwachsenendepot handelt: Das Kind hat in diesem Fall keine Verfügungsgewalt über das Geld, im Gegenzug bleibt es bei der Prüfung seines BAföG-Anspruchs unberücksichtigt.


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