23.09.2019, 09:36 Uhr

Ist das Cannabisverbot verfassungswidrig?

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             (Foto: Julia Teichmann )pixabay.com (Foto: Julia Teichmann )

Seit Jahren diskutieren wir um das Für und Wider von Cannabis. Und während die einen eher den Konsum von Alkohol verbieten würden, als das Rauchen von Gras, so wird Hanf vor allem seitens der Politik immer noch verteufelt. Die Frage nach dem Warum bleibt an dieser Stelle offen, Fakt ist, mehr als vier Millionen Deutsche konsumieren Marihuana. Und was mach die Politik? Sie steckt jährlich Beträge in Milliardenhöhe in die Verfolgung der Konsumenten. Und das obwohl selbst das Bundesverfassungsgericht im Jahr 1994, das Suchtpotenzial von Cannabisprodukten, als sehr gering eingestuft hat. Eine Einstiegsdroge? Längst belegt die Wissenschaft, dass es sich dabei um einen Mythos handelt. Ist also das Verbot von Cannabis sogar verfassungswidrig? Und was kann Cannabis eigentlich?

Das Cannabisverbot vor dem Bundesverfassungsgericht

Jährlich werden in Deutschland rund zehntausende Menschen verurteilt, weil sie Cannabis konsumieren. Ein Verbot, welches absolut ungeeignet und unnötig ist, geschweige denn, irgendwie verhältnismäßig. Und genau aus diesem Grund ist auch das Cannabisverbot verfassungswidrig. Dass dem so ist, sehen wir an inzwischen vielen US-Bundesstaaten, in denen Cannabis und dessen Konsum vollständig legalisiert wurde. Es ist also an der Zeit, dass sich die Gesetze ändern und das Cannabisverbot aufgehoben wird. Jetzt soll das Bundesverfassungsgericht das Verbot überprüfen. Eine Neubeurteilung des Verbots auf Basis aktuell vorliegender, wissenschaftlicher Erkenntnisse, könnte es also bald tatsächlich geben.

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Warum ist Cannabis überhaupt verboten?

Das Cannabisverbot existiert bereits seit vielen Jahrzehnten, sodass sich heute kaum noch Menschen darüber Gedanken machen, warum dem eigentlich so ist. Das offizielle Verbot lässt sich auf die 20er Jahre zurückführen und auf den damaligen Leiter Harry Anslinger des US-amerikanischen Ministeriums für Prohibition. Er war es, der schließlich das Cannabisverbot durchsetzte, kurz nachdem der Alkohol legalisiert wurde. Um sein Verbot zu rechtfertigen, berief er sich auf einzelne Fälle, in denen Marihuana dafür verantwortlich gewesen war, dass Morde und Vergewaltigungen stattgefunden haben. So erklärte er dies mit den starken psychischen Auswirkungen, welche ein Konsum mit sich brachte. Ende der 20er Jahre kam das Verbot schließlich nach Deutschland. Ein ungerechtfertigter Schatten liegt seither auf der Heilpflanze, die immer noch in die Schublade der Drogen gesteckt wird.

Cannabis für die Gesundheit?

Für die einen ist es Teufelszeug, für andere Medizin. Denn nicht jeder ist auf sein persönliches Vergnügen aus, wenn er Cannabis konsumiert. So konnte inzwischen belegt werden, wie Cannabis im Körper tatsächlich wirkt. Und glücklicherweise erhalten auch hierzulande viele Menschen Zugang zur Heilpflanze, um ihre Beschwerden zu lindern. Beschwerden und Symptome, welche sich mit Medikamenten nicht weiter behandeln lassen. So weiß man inzwischen, dass Cannabis eine stark entzündungshemmende und sogar schmerzlindernde Wirkung hat. Auch ist es in der Lage, die Nerven zu schützen und bei Erkrankungen wie Multipler Sklerose, Grünem Star, chronischen Darmerkrankungen oder Rheuma zu helfen. Und aufgrund seiner appetitanregenden Wirkung, konnte Cannabis auch bei Krebspatienten Wirkung zeigen, welche aufgrund von Übelkeit und Erbrechen keinen Appetit mehr haben. Bei Patienten mit Touret-Syndrom wirkt das Cannabis beruhigend und entkrampfend – eine enorme Alltagserleichterung, die ohne Nebenwirkungen einhergeht.

Welche Auswirkungen hätte die Legalisierung heute?

Diese Frage lässt sich pauschal gar nicht beantworten, da nach wie vor niemand legal Cannabis in Deutschland konsumieren darf. Ausgenommen diejenigen, welche das Cannabis auf Rezept erhalten. So argumentiert man schließlich, man würde nach einer Legalisierung, nur noch kiffende Menschen an den Bahnhöfen vorfinden. Die Welt würde verblöden und nach einiger Zeit, würden viele Menschen zu härteren Drogen greifen. Dass Cannabis jedoch keine Einstiegsdroge ist und sich nach dem Konsum auch keine körperliche Abhängigkeit einstellt, ist jedoch längst belegt. Und natürlich stellt sich auch die Frage, ob denn wirklich so viel Menschen mehr zum Joint greifen würden, wenn es denn erlaubt wäre.

Gut möglich und vielleicht würden wir dann weniger Alkoholleichen auf dem Münchner Oktoberfest vorfinden, welche sich ausgiebigen Alkoholexzessen hingegeben haben. Womöglich würde die Zahl der Komasäufer unter den Jugendlichen zurückgehen, weil sie lieber zu einem Joint gegriffen haben. Und vielleicht geht auch die Zahl der Alkoholkranken in Deutschland zurück, wenn Cannabis ihnen den Ausstieg ermöglichte.


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