02.09.2019, 14:58 Uhr

Dispo- oder Minikredit – was ist günstiger?

Kreditheld.deQuelle: . Minikredit vs. Dispokredit samt Gebühren - ein klares Bild.Kreditheld.deQuelle: . Minikredit vs. Dispokredit samt Gebühren - ein klares Bild.

Finanzielle Belastungen kennt jeder.

Oftmals kommt auch alles zusammen, denn der Kühlschrank bietet sich urplötzlich als Heizung an, das Auto fährt keinen Meter weit und die Waschmaschine leistet eine wässrige und ungebetene Mithilfe beim Wohnungsputz. Kommt alles gemeinsam, reichen auch oft die Rücklagen nicht mehr aus. Glücklicherweise gibt es nun den Dispokredit, den ein Großteil der Bürger direkt mit dem Konto zusammen aufgenommen hat. Alternativ bietet sich der Minikredit an. Doch welche Option ist besser und kann es überhaupt ein Pauschalrezept geben?

Kosten des Dispokredits

Wie hoch die Kosten für die Nutzung eines Dispokredits tatsächlich sind, hängt von der jeweiligen Bank ab. Sicher ist, dass die Zinssätze immer höher ausfallen, als die typischer Ratenkredite. Somit zählt der Dispositionskredit zu den teuren Krediten, allerdings gilt er ursprünglich auch als ein absoluter Kurzzeitkredit. Der eigentliche Zweck ist, schnell einen Engpass zu überbrücken oder zu überwinden, bis der nächste Geldeingang kommt. Daher ist es auch nicht richtig zu sagen, dass der Dispo unverhältnismäßig teuer ist, wenn dieser nur für wenige Tage genutzt wird. Muss das Auto am 25. in die Reparatur und wird die Rechnung unter Nutzung des Dispokredits gezahlt, sind die Gesamtkosten natürlich kaum spürbar und geringer, als wenn nun für die Reparatur wirklich ein echter Kredit mit einer Laufzeit von einigen Monaten aufgenommen wird.

Trotzdem gilt rund um den Dispo:

• Nutzungsdauer – sie sollte so kurz wie nur möglich ausfallen. Der Dispo ist nichts anderes als eine vereinbarte Kontoüberziehung. Das Konto befindet sich im Minus und für diesen Kontostand müssen Bankkunden zahlen. Je länger das Konto im roten Bereich bleibt, desto teurer wird die Nutzung.

Kreditheld.deQuelle: . Effektive Jahreszinsen bei Minikrediten

• Schuldenproblematik – kann der Dispo nicht mehr ausgelöst werden oder ist es nicht möglich, über wenige Monate dauerhaft in den grünen Bereich zu kommen, steigt die Gefahr der Verschuldung. Ein Teil des Geldeingangs wird nun automatisch abgezogen, da jedoch die Fixkosten weiterhin bestehen, geht das Konto eher stärker ins Minus, als dass der Dispo ausgeglichen wird.

• Hohe Kosten – abseits der normalen Dispozinsen, die schon höher sind, gibt es noch die Zinsen, die bei einer Überziehung des Dispos anfallen. An dieser Stelle kommt zudem die große Gefahr dazu, dass die Bank einen sofortigen Ausgleich des Dispos fordert oder diesen gar kündigt. Je nach Höhe des Dispos sitzen Bankkunden nun schnell auf mehreren tausend Euro Schulden.

Wer den Dispo wirklich nur zur Überbrückung nutzt und ihn innerhalb von höchstens drei Monaten ausgleicht, zahlt natürlich auch die Dispozinsen, doch halten diese sich im Rahmen. Wer länger im Minus bleibt, der sollte über einen echten Ratenkredit nachdenken. Dieser kann zum Ausgleich des Dispos genutzt werden und wird einfach in vielen Raten zurückgezahlt. Der Vorteil: Die Kosten sind überschaubar, das Konto ist im Plus und der Überschuss kann als Rücklage genutzt werden.

Sind Minikredite günstiger?

Es kommt drauf an. Um das zu verstehen, muss zuerst einmal erklärt werden, was überhaupt ein Minikredit ist:

• Summe – sie beläuft sich auf kleinere Beträge (oft bis 1.500 Euro), meist liegt die Summe deutlich darunter. Minikredite sind durchaus in einer Höhe von 500,00 Euro möglich.

• Laufzeit – sie beträgt 30 bis 90 Tage, wobei längere Zeiträume auch höhere Kosten bedeuten.

• Erhalt – bis das Geld auf dem Konto ist, kann es durchaus etwas dauern. Es gibt auch Express-Angebote, doch kosten diese mitunter mehr.

Die Zinsen sind bei Minikrediten häufig höher als beim Dispokredit und immer höher als bei Ratenkrediten. Durch die extrem kurze Laufzeit fällt der Zinssatz jedoch nur schwach ins Gewicht, da höchstens drei Monate verzinst werden.

Die Voraussetzungen sind:

• Grund – für eine absolute Notlage, in der jetzt und möglichst sofort Geld verfügbar sein muss, bieten sich Minikredite nur an, wenn es eine extrem rasche Auszahlung gibt. Diese bringt bei vielen Anbieter jedoch Zusatzkosten mit sich. Wer hingegen ein Angebot über ein TV-Gerät findet, welches bis wenige Tage vor dem Gehaltseingang gültig ist, und nun einen Minikredit mit der kürzesten Laufzeit aufnimmt, der wählt mitunter eine sinnvolle Variante. Allerdings könnte er das auch über den bereits verfügbaren Disporahmen machen.

• Finanzielle Situation – 30 bis 90 Tage sind für die Rückzahlung eines Kredits nicht viel. Somit fallen schon all diejenigen aus der Zielgruppe raus, die finanziell eher eng bestückt sind. Ein Beispiel: Bei einer Kreditsumme von 900,00 Euro bei einer Laufzeit von drei Monaten müssten monatlich 300,00 Euro locker übrig sein, um den Kredit allein zurückzuzahlen. Hinzu kommen noch die Zinsen.

Abschließend lässt sich sagen, dass Minikredite aufgrund der fixen und sehr kurzen Laufzeit nur deshalb sein können, weil sie die Rückzahlung forcieren. Beim Dispo besteht hingegen die Gefahr, die Rückzahlung schleifen zu lassen und dann mehr zu bezahlen. Wer jedoch die Disziplin aufbringt und auch den Dispo so schnell ausgleicht, kann häufig sogar noch sparen.

Welche weiteren Alternativen gibt es?

Auch wenn es seltsam klingt, so kann ein Ratenkredit eine gute Lösung sein. Warum? Es gibt sie mittlerweile auch über geringere Summen und es ist nicht vorgeschrieben, wofür dieser Kredit genutzt wird. Verbraucher können mit ihm also eine Notlage überbrücken und den Rest als Rücklage zur Seite legen. Da die Laufzeiten oft sehr lang sind und Banken mitunter auch Miniraten zustimmen, kann der Ratenkredit wirklich die beste Option sein. Aber: Umso länger der Kredit läuft, desto mehr Zinsen werden auch fällig. Ansonsten gilt:

• Private Finanzspritze – manchmal ist der simpelste Weg auch der einfachste. Um knappe Zeiten zu überbrücken, sollte unbedingt in der Familie oder auch im Freundeskreis um Hilfe gebeten werden.

• Wichtig – auch im Familien- und Freundeskreis sollte ein Vertrag über die Summe und auch die Rückzahlungsvereinbarungen geschlossen werden. Leider gilt hier, dass bei Geld die Freundschaft aufhört.

Fazit - immer genau abwägen

Es ist nicht möglich, von einem Kredit abzuraten oder zu ihm zu raten. Einzig die persönliche Situation entscheidet darüber. Wer allgemein recht gut gestellt ist, der kann immer einen Minikredit nutzen, auch der Dispo ist niemals ein absolutes Tabu, sofern er in einer übersichtlichen Zeit ausgeglichen wird. Sicherer ist tatsächlich der Dispo, denn wird ein Minikredit nicht in der kurzen Laufzeit zurückgezahlt, entsteht direkt ein Eintrag in der Schufa oder einer anderen Schuldnerkartei.

Bildnachweis:

Abbildung 1: Quelle: Kreditheld.de

Abbildung 2: Quelle: Kreditheld.de


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