11.07.2019, 10:44 Uhr

Risikolebensversicherung - für Paare häufig sinnvoll

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             (Foto: Flickr) Insurance (Foto: Flickr)

Die Sommerzeit ist Hochsaison für Eheschließungen. Wer heiratet, sollte den neuen Familienstand zum Anlass nehmen, seine Versicherungen entsprechend anzupassen. Doch auch ohne Trauschein kann sich ein solcher Check lohnen. Eine Risikolebensversicherung beispielsweise ist für viele Paare mit oder ohne Kinder eine sinnvolle Absicherung.

Der Bund der Versicherten (BdV) rät dazu, anlässlich der Eheschließung die bestehenden Versicherungen beider Partner zu überprüfen und sie bei Bedarf anzupassen beziehungsweise gegebenenfalls neue abzuschließen. Welche Policen man bei der Änderung des Familienstandes überprüfen sollte, hat der BdV in dieser Übersicht (PDF) zusammengetragen.

Eine für Paare zwar häufig sinnvolle, aber relativ unbekannte Police ist die Risikolebensversicherung (RLV). Mit ihr sichert man seine Hinterbliebenen für den Fall des eigenen Todes ab. Durch den Wegfall eines Einkommens können sie schnell in finanzielle Not geraten - davor schützt die Auszahlung der Versicherungssumme. Das Besondere an der RLV ist, dass sie nicht wie andere Lebensversicherungen dazu dient, Geld anzusparen. Die Beiträge sind deshalb vergleichsweise niedrig, die Leistungen im Versicherungsfall aber hoch. Dennoch hatten im Jahr 2018 nur 17 Prozent der privaten Haushalte eine abgeschlossene Risikolebensversicherung.

Warum ist private Vorsorge für die meisten Paare unverzichtbar?

Paare, die keine RLV abschließen, setzten sich einem großen Risiko aus: Die Gefahr des sozialen Abstiegs der Hinterbliebenen im Fall des Todes eines Mit- oder Hauptverdieners sollte nicht unterschätzt werden. Oft reicht die staatliche Hinterbliebenenrente - sofern überhaupt Anspruch darauf besteht - nicht aus, sodass die Angehörigen nach dem Verlust des Familienmitglieds ihren gewohnten Lebensstandard nicht mehr halten können.

Gerade wer Kinder hat und/oder einen Kredit abbezahlt, sollte sich bewusst machen, welche Konsequenzen das eigene Ableben für die Hinterbliebenen haben kann. Dringend zu empfehlen ist der Abschluss einer Risikolebensversicherung, wenn der Versicherungsnehmer der Haupt- oder Alleinverdiener ist. Doch auch wenn beide Partner arbeiten, ist es manchmal sinnvoll, sich gegenseitig abzusichern: Schließlich muss, falls der Partner verstirbt, einer von ihnen plötzlich als Alleinerziehender die Kinder versorgen und unter Umständen beruflich kürzertreten. Die Versicherungssumme aus einer RLV kann zumindest in finanzieller Hinsicht in dieser schweren Phase Halt geben.

Was ist beim Abschluss einer RLV zu beachten?

In der Regel sparen Paare Geld, wenn sie statt zwei getrennter Verträge eine verbundene Risikolebensversicherung abschließen. Wer Kinder hat, sollte jedoch auch die Variante mit zwei Policen in Betracht ziehen, da die Kinder durch zwei Verträge evtl. besser versorgt sind, falls beide Elternteile versterben.

Wenn das Vermögen des Verstorbenen über dem Freibetrag liegt, fällt eine Erbschaftssteuer auf die Versicherungssumme aus der RLV an. Sind der Ehepartner oder die Kinder die Begünstigten, ist der Freibetrag meistens großzügig kalkuliert, sodass in der Regel keine Steuer fällig wird. Unverheiratete und sehr vermögende Partner sind mit einer Über-Kreuz-Versicherung gut beraten. Bei diesem flexiblen Modell der Risikolebensversicherung versichern sich die Partner gegenseitig für den Todesfall des jeweils anderen, also „über Kreuz“, und zahlen keine Erbschaftssteuer.

Als Versicherungssumme empfiehlt sich etwa das Drei- bis Fünffache des Jahresbruttoeinkommens des Versicherten; allerdings sollten individuelle Faktoren immer in die Berechnung einbezogen werden: beispielsweise die Höhe des Einkommens der Hinterbliebenen und laufende Kosten. Die Höhe der Versicherungsbeiträge richtet sich nach der Höhe der vereinbarten Summe, aber auch nach der Laufzeit der Versicherung.

Ein wichtiges Merkmal einer guten RLV ist die sogenannte Nachversicherungsgarantie. Dank ihr lässt sich die Versicherungssumme nachträglich erhöhen, wenn sich die Lebensumstände ändern - beispielweise bei der Geburt eines Kindes, einer Gehaltserhöhung, einem Immobilienkauf oder einer Heirat. Wichtig ist auch die Möglichkeit, die Versicherungssumme bei Bedarf zu senken oder den Vertrag zu kündigen, zum Beispiel, wenn die Kinder früher als erwartet mit der Ausbildung fertig sind und auf eigenen Beinen stehen.


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