25.04.2019, 11:46 Uhr

Business mit Stammbaum: Familienunternehmen

(Foto: Pixabay, 3380350, rawpixel)(Foto: Pixabay, 3380350, rawpixel)

Wenn der Arbeitsplatz fest mit dem eigenen Familiennamen verbunden ist, hat das viele Vorteile.

Andererseits sorgt die enge Verknüpfung von Familie und Beruf für Konfliktpotenzial, zum Beispiel bei der Unternehmensnachfolge. Das macht ein Familienunternehmen zu einer Herausforderung für alle Beteiligten.

Familiär geprägte Unternehmenskultur

Familienunternehmen genießen bei Arbeitnehmern einen guten Ruf. Mit ihnen werden positive Merkmale wie ein kooperativer Führungsstil, eine angenehme Arbeitsatmosphäre und flache Hierarchien assoziiert. Für dieses Image sind besondere Merkmale verantwortlich, die diese Unternehmen ausmachen und die direkt von der Gründerfamilie ausgehen: Leidenschaft, Traditionsbewusstsein, Werteorientierung – und ganz besonders das unternehmerische Verantwortungsbewusstsein für die Mitarbeiter.

Außerdem sind Familienunternehmen zentraler Motor der deutschen Wirtschaft: Rund 90 Prozent aller in Deutschland ansässigen Betriebe werden als Familienunternehmen geführt. Sie stellen 55 Prozent des Umsatzes aller Unternehmen und 57 Prozent der Arbeitsplätze. 87 Prozent der Firmen in Familienbesitz werden von einem Mitglied der Eigentümerfamilie geführt.

Dabei gelangen immer öfter weibliche Familienmitglieder an die Führungsspitze, so zum Beispiel Kristin Schwarz, alleinige Gesellschafterin des niedersächsischen Lebensmittelbetriebs Schwarz Cranz. Kristin Schwarz führt das 160 Jahre alte Unternehmen seit 2010, hat das Unternehmen umstrukturiert und die IT auf den neuesten Stand gebracht. Schwarz Cranz setzt bei der Herstellung von Schinken- und Wurstspezialitäten auf traditionelle Rezepte und höchste Qualitätsstandards.

Emotionales Konfliktpotenzial

Für inhabergeführte Familienunternehmen gibt es eigentlich nur eine Achillesferse: Das Beziehungsgeflecht innerhalb der Gründerfamilie. Es führt häufig dazu, das Entscheidungen nicht auf rationaler, sondern auf emotionaler Ebene getroffen werden. Das kann insbesondere zu Konflikten führen, wenn die nächste Generation die Geschäftsführung übernehmen soll und es mehrere Kandidaten in der Familie gibt.

Eine objektive Entscheidung ist dann notwendig: Es sollte der Nachkomme übernehmen, der die besten Voraussetzungen für den Chefsessel mitbringt. Dazu gehört zuallererst der Wille, unternehmerisch tätig zu sein. Und natürlich ist es hilfreich, wenn der Kandidat bereits Berufserfahrung gesammelt hat: Das erweitert den Horizont, gibt Selbstsicherheit und verleiht Mut, neue Lösungswege einzuschlagen, wenn es erforderlich ist.

Ist der neue Geschäftsführer aus dem Familienkreis ermittelt, ist es wichtig, den Wechsel schnell und eindeutig zu kommunizieren. So vermeidet die Führung Verunsicherung bei Mitarbeitern, Partnern, Lieferanten und Kunden. Transparenz ist das A und O.

Außerdem ist es wichtig, auch Nicht-Familienmitgliedern Aufstiegschancen im Unternehmen einzuräumen. So wird der Bedarf an weiteren Führungskräften im Haus gesichert, die das Geschäft bereits sehr gut kennen. Ist Expertise von außen gefragt, kommt ein Familienunternehmen nicht um externe Bewerber herum.


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