12.04.2019, 13:55 Uhr

Bitcoin: Digitalwährung wird erwachsen

(Foto: pixabay.com/de/photos/finanzen-w)(Foto: pixabay.com/de/photos/finanzen-w)

Totgesagte leben länger - der Bitcoin hat wieder einmal bewiesen, dass er gekommen ist, um auch zu bleiben.

Doch Krypto-Experten sind sich einig, dass der Bitcoin endlich erwachsen werden muss. Auch in zahlreichen Foren wie Chats geht es aktuell darum, dass der Bitcoin und die Blockchain endlich die Kinderschuhe ausziehen müssen.

In der Ruhe liegt die Kraft - außer es handelt sich um Kryptowährungen

Am Ende braucht es eine vernünftige Regulierung, weniger Spekulation und noch weniger FUD and FOMO. Warum? Weil die Bitcoin-Gemeinde, die Jünger IOTAS, das Blockchain-Ökosystem wie auch die Ripple-Ritter alle dasselbe Problem haben: Sie haben vergessen, dass in der Ruhe die Kraft liegt - doch wie kann man Ruhe bewahren, wenn es am Ende immer nur Sekunden sind, die darüber entscheiden, ob man gewinnt oder verliert?

FOMO-Käufe wie FUD-Verkäufe sind die mit Abstand schlechtesten Anlageberater. Die Angst, dass man etwas verpasst (FOMO), ist genauso ein Problem wie Angst, Zweifel oder auch Unsicherheit (FUD).

Wer also in den Bitcoin investieren will, weil man der Meinung ist, die Kryptowährung feiert bald ein Comeback und kann die Erfolge des Jahres 2017 wiederholen, so sollte man sehr wohl die Ruhe bewahren und nicht sofort die Nerven wegwerfen. Kursschwankungen gehören einfach dazu. Vor allem dann, wenn man in einen volatilen Markt investiert.

Der harte Kern bleibt bestehen

Wer sich am sogenannten Gartner-Hype-Cycle-Modell orientiert, so lautet der Ratschlag: Augen zu und durch. Aktuell befindet man sich nämlich in einer Korrekturphase, die keinesfalls ungewöhnlich ist. Neue Technologien, die für Aufsehen sorgen, ziehen schnelllebige Investoren an, die über Nacht reich werden wollen. Nun, da der erste Hype vorbei ist, ist nur der harte Kern übriggeblieben, der sich wohl auch in naher Zukunft nicht vertreiben lässt. Wer jetzt noch die Ruhe bewahrt, der hat auch kein Problem damit, den Bärenmarkt zu überstehen.

Ist ein Ende des Bärenmarkts bereits in Sicht? Ja. Vor allem auch deshalb, weil die Chancen gut stehen, dass sich die Technologie am Ende doch durchsetzen wird. Spätestens dann, wenn ein paar Projekte den Weg in den Mainstream gefunden haben, könnte es zu einer Trendumkehr kommen.

Wobei sich hier die Spreu vom Weizen trennen wird - es wird auch Projekte geben, die es nicht schaffen und untergehen werden.

In vielen Fällen ist es sogar gut, wenn diverse Vorhaben scheitern. Schlussendlich gibt es immer wieder Shitcoins wie auch zu hinterfragende Projekte, hinter denen sich mitunter auch Betrüger befinden, sodass es ratsam ist, auch einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Und genau hier benötigt man die Unterstützung von Regierungen wie Behörden, die eine Richtlinie schaffen sollten, um die (eigentlich nicht mehr ganz so) neue Technologie, die den Namen Blockchain trägt, etwas unter Kontrolle zu bekommen.

Das Hauptproblem der Kryptowährung

Ein Beispiel, was hier angeführt werden kann, ist der BitTorrent Token aus dem Hause TRON. Binance, eine Krypto-Börse, und TRON, das Token-Projekt, haben neue Token an sogenannte „Wale“ verteilt, die - zumindest in der Theorie - in der Lage gewesen wären, den Preis künstlich nach oben zu jagen. Bekommt das ein Außenstehender mit, dass der Preis in die Höhe geht, will dieser natürlich Teil der Erfolgsgeschichte werden (Pump). „Wale“ stoßen dann im richtigen Zeitpunkt die Token ab (Dump) - am Ende bleiben nur verärgerte FOMO-Opfer zurück. Derartige Praktiken sind am regulierten Finanzmarkt, eben deshalb, weil sie verboten sind, undenkbar.

Aber es gibt auch weitere Schwierigkeiten, die immer wieder angesprochen werden - so etwa das Problem mit dem Energieverbrauch. Doch nun scheint Bitfury, eines der bekanntesten Blockchain-Unternehmen der Welt, auf die „goldene Gans“ gestoßen zu sein. Aktuell will man nämlich die erneuerbaren Energieressourcen Paraguays anzapfen und das Bitcoin Mining, also das Schürfen von Coins, wieder attraktiv machen.

Vor allem können auch Bewegungen an der technologischen Front beobachtet werden: Mit der Aktion #InTrustChain soll verdeutlich werden, was die Blockchain sowieso abbildet: Vertrauen. Ein Norweger hat einen Bitcoin-Kettenbrief erstellt, der von Enthusiast zu Enthusiast weitergegeben wird - und das, obwohl der Brief mit jeder Weitergabe an Wert zulegt.


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