21.03.2019, 11:33 Uhr

Mitarbeiterzufriedenheit: Was Arbeitgeber besser machen können

(Foto: unsplash.com/photos/vMV6r4VRhJ8)(Foto: unsplash.com/photos/vMV6r4VRhJ8)

Was können Personaler, Vorgesetzte und Geschäftsführer tun, um die Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter langfristig zu befriedigen?

Daten sind dafür aussagekräftiger als vermeintliche Erfahrungswerte und Bauchgefühle. Warum Mitarbeiter-Feedback wichtig ist, regelmäßige Befragungen sinnvoll sind und Arbeitgeber lernen müssen, um die Mitarbeiter zufriedenzustellen.

Stressfaktoren: Was wirkt sich negativ auf die Stimmung aus?

Mitarbeiter sollten sich mit ihrem Job und Arbeitgeber identifizieren. Eine emotionale Bindung aufbauen. Das steigert die Motivation und Bereitschaft, mehr als das Nötigste zu leisten. Firmen müssen ihren Angestellten im Gegenzug auch etwas bieten. Und zwar mehr als einen Obstkorb und Gratis-Kaffee.

Viele Firmen haben seit Jahren Probleme, gute Mitarbeiter zu finden und zu halten. In Deutschland herrscht Fachkräftemangel, Tausende Stellen sind unbesetzt. Was machen top bewertete und vielfach ausgezeichnete Unternehmen wie Bosch, SAP, Google, Infineon, die Techniker Krankenkasse und Finanzdienstleister Swiss Life Select in Sachen Mitarbeiterzufriedenheit richtig?

Vorrangig haben sie erkannt, dass jeder Mitarbeiter auch ein Kunde ist, aus dem bestenfalls ein Fan wird, der auf seine Arbeit stolz ist und sich langfristig bindet. Unternehmen sollten sich daher bestmöglich positionieren und von anderen Firmen abheben – neudeutsch nennt sich das Employer Branding.

Faire Bezahlung ist wichtig, aber nicht entscheidend. Hohe Arbeitsbelastung mit Zeitdruck, Überforderung, Dauerstress und Unzufriedenheit wirken sich negativ auf die Arbeitsleistung und letztlich die Gesundheit aus. Fehltage sind die logische Folge.

Gesellen sich zu diesen Stressfaktoren mangelnde Anerkennung, ein schlechtes Arbeitsklima und stupide Tätigkeiten sowie vielleicht noch Lärm durch laute Kollegen, eine unzureichende technische Ausstattung und fehlende Rückzugsmöglichkeiten, ist der Mitarbeiter schneller weg, als der Chef „Keine Zeit für ein Feedbackgespräch“ sagen kann.

Mitarbeiterzufriedenheit messen

Die Mitarbeiterzufriedenheit spiegelt die Lücke zwischen Erwartung und Realität am Arbeitsplatz wider. Messen lässt sie sich im persönlichen Gespräch und besser noch über eine anonymisierte Mitarbeiterbefragung. Dafür gibt es Tools wie Peakon, das in Deutschland schon über 70 große Firmen nutzen. Einmal pro Woche können Angestellte online verraten, wo der Schuh drückt.

Entscheidend ist, dass auch unangenehme Themen abgefragt werden, die Chefs gewöhnlich ungern ansprechen. Firmen verhindern so, dass sie Kündigungen kassieren und es negative Bewertungen auf Firmen-Bewertungsportalen wie kununu hagelt.

Mitarbeiterzufriedenheit steigern

Das Gehalt ist Studien zufolge nicht der wichtigste Faktor für Arbeitnehmer. Vor allem jüngere Beschäftige erwarten eine ausgewogene Work-Life-Balance mit größtmöglicher Familienfreundlichkeit und flexiblen Arbeitszeiten (Homeoffice).

Zudem haben die Führungskräfte maßgeblichen Einfluss auf Betriebsklima und Unternehmenserfolg. Vorgesetzte können die Mitarbeiterzufriedenheit steigern, indem sie

• regelmäßig persönliche Feedbackgespräche führen und dankbar für Rückmeldungen sind,

• Kritik konstruktiv und sachlich äußern,

• eine Vorbildfunktion einnehmen,

• Anerkennung zeigen und Engagement belohnen,

• ihren Kommunikations- und Führungsstil laufend hinterfragen,

• Wertschätzung für die Arbeit ihrer Mitarbeiter zeigen,

• Bedürfnisse erkennen und erfüllen,

• für optimale Arbeitsplatzbedingungen sorgen,

• Weiterentwicklungen ermöglichen sowie

• das Teambuilding mit gemeinsamen Aktivitäten fördern.


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