25.02.2019, 16:08 Uhr

Tempolimit auf bayerischen Autobahnen

(Foto: lightpoet/123rf.com)(Foto: lightpoet/123rf.com)

Auf den Autobahnen kommt es immer wieder zu Unfällen –

wie etwa hier auf der A93 –, die zu kilometerlangen Staus führen. Die meisten Verkehrsunfälle mit schweren Folgen liegen an einer überhöhten Geschwindigkeit: Bei etwa einem Drittel der Unfälle mit tödlich verunglückten Opfern konnte eine nicht angepasste Geschwindigkeit als Unfallursache ermittelt werden. Seit Anfang des Jahres wird aus diesem Grund wieder vermehrt diskutiert, wie sinnvoll ein Tempolimit in Bayern wäre.

Eine überhöhte Geschwindigkeit ist eine der häufigsten Unfallursachen

Die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit spielt eine wichtige Rolle, wenn Autofahrer plötzlich mit einer Gefahrensituation konfrontiert werden. Kein Fahrzeug kann abrupt zum Stehen gebracht werden. Stattdessen wird immer ein sogenannter Anhalteweg benötigt, der sich aus dem Reaktions- und dem Bremsweg zusammensetzt. Außerdem gilt: Wird die Geschwindigkeit verdoppelt, so kommt es beim Aufprall zu einer viermal höheren Energie und zu einem viermal längeren Bremsweg. Schon eine leichte Geschwindigkeitserhöhung zieht eine drastische Verlängerung des Anhaltewegs nach sich – und das kann im Falle eines unvorhersehbaren Verkehrsereignisses verheerende Folgen haben.

Warum Autofahrer zu schnell unterwegs sind

Viele Studien zeigen, dass das Schnellfahren bei Autofahrern eine reine Einstellungssache ist. Es gibt kein sogenanntes „Raserhormon“ und keine Anzeichen dafür, dass Autofahrer in einen „Temporausch“ verfallen. Durch moderne Autos ist es zwar möglich, ohne Probleme 180 Kilometer pro Stunde und mehr zu fahren, aber eigentlich sind Autofahrer gar nicht in der Lage, diese Geschwindigkeit korrekt zu verarbeiten. Unser Körper ist nämlich darauf ausgerichtet, gerade einmal 15 Kilometer pro Stunde aus eigenem Antrieb zu schaffen. Dennoch fühlen sich Autofahrer auch bei rasanten Geschwindigkeiten sicher. Das gilt gerade in komfortablen Fahrzeugen, in denen kaum noch Motorgeräusche und Geschwindigkeitseinflüsse zu spüren sind. Beim Schnellfahren verspüren viele Menschen einen Nervenkitzel, weshalb sich das Problem nur durch eine Änderung der inneren Einstellung und ein höheres Maß an Verantwortungsbereitschaft lösen lässt. Mit verstärkten Kontrollen, höheren Strafen und strengerer Überwachung kann es gelingen, Verkehrsteilnehmer dazu zu bringen, Tempolimits auch wirklich einzuhalten. Doch was tun, wenn ein Autofahrer einen Unfall verursacht hat, weil er zu schnell unterwegs war? Grundsätzlich gilt: Erst die Unfallstelle sichern, dann den Notruf wählen und schließlich erste Hilfe leisten. Weitere Informationen zur Schadensregulierung und darüber, wie Sie einen Unfall melden, erhalten Sie in diesem Artikel.

Aktuelle Rechtslage in Bayern

Ein grundsätzliches Tempolimit auf bayerischen Autobahnen gibt es nicht. Das heißt, dass Sie, wenn nichts anderes vorgeschrieben ist, wie im Rest Deutschlands auch in Bayern mit unbegrenzter Geschwindigkeit auf der Autobahn unterwegs sein dürfen. Auf vielen Autobahnen gibt es jedoch bereits eine Geschwindigkeitsbegrenzung – mit Erfolg, wie das Beispiel Irschenberg zeigt. Nachdem das Überholverbot für Lastwagen dort aufgehoben wurde und man stattdessen eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 120 Kilometer pro Stunde einführte, reduzierte sich die Anzahl der schweren Unfälle drastisch.

Im Allgemeinen gilt: Es darf nicht schneller als vorgeschrieben gefahren werden, auch wenn die Umstände günstig sind. Dazu kommt noch, dass die Verkehrsregeln sogar verlangen, dass Autofahrer ihre Geschwindigkeit entsprechend drosseln, wenn es aufgrund der Witterungs-, Sicht-, Verkehrs- oder Straßenverhältnisse erforderlich ist. Zudem kann die Verfassung des Fahrers mitunter eine geringere Geschwindigkeit verlangen. Das gilt beispielsweise für Fahranfänger, im Fall von Krankheiten oder bei Müdigkeit. Jeder Fahrer muss sicherstellen, dass er innerhalb der von ihm überschaubaren Strecke anhalten kann.

Gerade auf Autobahnen und auch auf Landstraßen in Bayern kommt es häufig zu schlechten Sichtverhältnissen, die nicht selten schwere Massenunfälle nach sich ziehen. Schon bei einer Geschwindigkeit von 130 Stundenkilometern benötigt ein Autofahrer wenigstens 120 Meter, bis das Fahrzeug komplett steht. Deshalb ist es wichtig, einen ausreichenden Sicherheitsabstand von mindestens einem halben Tacho einzuhalten und nicht zu drängeln. In Bayern gilt zudem eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 50 Kilometern pro Stunde, wenn die Sichtweite durch Schnee, Nebel oder Regen auf unter 50 Meter fällt.


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