12.02.2019, 13:42 Uhr

Worauf muss man bei der Wahl eines PC-Prozessors achten?

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Jeder Computer benötigt ein Mainboard und jedes Mainboard eine CPU. Die CPU (Central Processing Unit) legt fest, wie viele Daten ein Computer gleichzeitig verarbeiten kann und wie schnell er damit umgehen kann. Bevor man sich jedoch einen Prozessor zulegt, sollten Sie vor allem zunächst klären, wofür der Computer überhaupt verwendet werden soll.

Deshalb werden in diesem Artikel die wichtigsten Punkte erwähnt, auf die es vor dem Kauf einer CPU zu achten gilt.

1. Die richtige Prozessor-Art wählen

Bevor man sich eine einfach irgendeine CPU anschafft sollte man vorher wissen, welche CPU-Arten es eigentlich gibt.

Desktop-CPUs

Desktop-CPUs werden wie der Name bereits nahelegt für Desktop-Computer gefertigt. Während CPUs für Desktop-PCs im Wesentlichen dieselben Funktionen ausführen wie CPUs für mobile Geräte (z. B. Laptops) und Server, sind Desktop-CPUs etwas anders aufgebaut, um die Anforderungen der Benutzer von Desktop-Computern zu erfüllen. Desktop-CPUs bieten beispielsweise den Vorteil, dass sie eine höhere thermische Belastbarkeit bieten können.

Laptop-CPUs / Mobile Prozessoren

Mobile Prozessoren werden für Laptops und mobile Geräte wie Smartphones produziert. Diese Prozessoren sind in der Regel langsamer und haben weniger Leistung als Desktop-Prozessoren, hauptsächlich um den Akku des Geräts zu schonen.

Serverprozessoren

Serverprozessoren sind auf hohe Zuverlässigkeit ausgelegt. Wenn diese Prozessoren getestet werden, werden sie schweren Bedingungen wie höheren Temperaturen und hohen Rechenlasten ausgesetzt. Außerdem sind sie für den Betrieb bei viel höheren Frequenzen ausgelegt, sodass sie mehr Daten verarbeiten können.

Welche weiteren PC-Arten es gibt wird auf Focus.de in einer Übersicht dargestellt.

2. Für was soll der PC verwendet werden?

Diese Frage geht Hand in Hand mit dem vorherigen Abschnitt. Denn falls Sie nach einem neuen Computer suchen mit dem Sie im Internet surfen, E-Mails senden oder Videos ansehen können, muss ihr Computer keine so starke CPU verbaut haben. Für den einfachen Betrieb reichen da nämlich bereits günstige Einstiegs-Modelle.

Falls auf dem PC jedoch zusätzlich anspruchsvolle Videospiele gespielt werden sollen, wird eine wesentlich stärkere Recheneinheit gebraucht.

Ebenso verhält es sich mit Computern, auf denen Dinge wie Videobearbeitung oder geschehen sollen. Hierbei spielen dann die Anzahl der Prozessorkerne und Threads eine wichtige Rolle für mehr Leistung.

Letztendlich sollten Sie beim Kauf einer neuen CPU zuerst genau wissen, wofür Sie Ihr System verwenden möchten.

3. AMD oder Intel Prozessor?

Im CPU-Markt gibt es zwei große Hersteller: Intel und AMD. Diese konkurrieren seit Jahren um Kundschaft und bisher war die Firma Intel hier immer etwas voraus in Sachen Technik und Leistung. Dennoch hat der Konkurrent AMD im letzten Jahr zu Intel aufgeschlossen.

Aufgrund der großen Auswahl auf dem CPU-Markt macht es aber immer noch Sinn, einen CPU-Vergleich voranzustellen. Allerdings spielt die Wahl zwischen AMD und Intel in 2019 laut der Seite Only4Gamers nur noch eine untergeordnete Rolle, zumal beide Hersteller sehr nahe beieinander liegen. Intel-CPUs sind nach wie vor die beste Wahl für Spieler, wobei AMD die besseren Arbeits-CPUs mit minimal besserer Preisleistung herstellt.

4. Welche Kennzahlen sollten beachtet werden?

Im Prozessorbereich gibt es einige verwirrende Metriken, von denen allerdings nur wenige wirklich relevant sind. Im Folgenden ein Überblick zu den wichtigsten:

Prozessor-Kerne

Heutzutage gibt es kaum noch CPUs, die nur einen Kern haben. Mehr Kerne für einen Prozessor machen ihn schneller und effizienter. Beachten Sie jedoch, dass ein Prozessor nur so gut funktionieren kann wie die vorhandene Software, auf der er ausgeführt wird. Wenn die Software nur drei von beispielsweise acht Kernen nutzen kann, werden fünf Kerne nicht verwendet. Um die Kosten und die Nutzung zu maximieren ist es am besten, die Systemanforderungen an die Verfügbarkeit des Kerns anzupassen.

Integrierte Grafiklösungen

Viele der heutigen Prozessoren verfügen über integrierte Grafikverarbeitungseinheiten, die die Berechnungen für Grafiken durchführen. Dies kann für Office-PCs oder PCs die nur für Standardaufgaben eingesetzt werden die ideale, kostengünstige Lösung sein.

Taktung

Die Taktung einer CPU wird in Hertz (Hz) gemessen und ist die quasi Geschwindigkeit, mit der dieser arbeitet. In der Vergangenheit entsprach eine lediglich schnellere Taktung einer besseren Leistung, dies ist jedoch nicht länger der Fall. In einigen Fällen kann eine mit niedrigerer Taktung ausgeführte CPU aufgrund der Infrastruktur der CPU tatsächlich besser arbeiten, als ein Prozessor mit höherer Taktung. Die Frequenz ist zwar immer noch ein guter Indikator dafür, wie schnell ein Prozessor arbeiten kann, es ist jedoch nicht mehr der einzige Faktor, der die tatsächliche Geschwindigkeit eines Prozessors beeinflusst.

Wärmeabgabe

Prozessoren erzeugen Wärme. Die einer CPU zugewiesene thermische Entwurfsspezifikation (TDP-Wert) beschreibt, wie viel Wärme der Prozessor abgibt. Dies wirkt sich direkt auf Kühlung aus, die für eine CPU erforderlich ist. Wenn die CPU nicht mit einem passenden Kühler geliefert wird, muss ein entsprechender CPU-Kühler diese Aufgabe übernehmen.

5. Prozessorkühlung

Falls Sie mit dem Gedanken spielen den Prozessor auch noch zu Übertakten, dann müssen Sie sich über eine bessere Kühllösung Gedanken machen.

Bei der Übertaktung wird die CPU im Wesentlichen dazu gezwungen, schneller zu laufen, dies erzeugt jedoch mehr Abwärme durch die hinzugeführte Mehrenergie.

Dementsprechend muss diese zusätzliche Hitze gekühlt werden, ansonsten können PC-Komponenten beschädigt werden. Je besser der Prozessor gekühlt werden kann, desto höher lässt er sich übertakten.

Die meisten CPUs werden mit einem Standard-CPU-Kühler geliefert. Normalerweise ist der Standard-Kühler nicht gut genug für Übertaktungen, obwohl die neueren AMD-Prozessoren durchaus mit leistungsfähigen Kühlern ausgestattet sind.

6. Die CPU muss zum Mainboard passen

Falls Sie Ihren Computer selbst bauen (oder bauen lassen) sollten Sie sicherstellen, dass die von Ihnen ausgewählten Teile miteinander kompatibel sind.

Für Ihren Prozessor gibt es ein paar Dinge, die bei der Kompatibilität zu beachten sind. Zunächst muss sichergestellt werden, dass Sie die von Ihnen gewählte CPU mit einem Mainboard kombiniert wird, das über den richtigen CPU-Sockel verfügt.

Der CPU-Sockel ist der Sockel auf der Hauptplatine, in den die CPU eingesteckt wird. Es gilt: Nicht alle CPUs können in alle CPU-Sockel passen. Zum Beispiel kann eine AMD-CPU nicht mit Intel-basierten CPU-Sockeln kombiniert werden und umgekehrt.


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