30.01.2019, 13:17 Uhr

Unterschätztes Berufsbild: Was Übersetzer wirklich leisten

(Foto: ©istock.com/ mediaphotos)(Foto: ©istock.com/ mediaphotos)

Ob bei Drehbüchern, Literatur oder anderen übersetzten Textformen: Wie viel Arbeit hinter Übersetzungen steckt, wird uns oftmals erst bei genauerem Hinsehen bewusst. Tatsächlich ist Übersetzen weitaus mehr, als einen Text von einer Sprache in eine andere zu übertragen. Fremdsprachenkenntnisse allein reichen bei weitem nicht aus, um erfolgreich als Übersetzer zu arbeiten.

Grundanforderungen an einen guten Übersetzer

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass man lediglich mindestens zwei Sprachen auf hohem Niveau beherrschen muss, um Übersetzer zu sein. Sicherlich kann es mit entsprechenden Sprachkenntnissen gelingen, einfache Sachverhalte von einer Sprache in die andere zu übersetzen. Zu einer wirklich professionellen Übersetzung gehört jedoch wesentlich mehr.

Ein professioneller Übersetzer wendet bei seiner Arbeit spezielle Übersetzungstechniken an, verfügt über umfangreiche Kenntnisse im Bereich der Sprachwissenschaft und besitzt in der Regel Fachwissen aus mindestens einem Bereich. Doch damit nicht genug: Wer als Übersetzer mit guter Arbeit glänzen will, sollte über kulturelles Wissen verfügen und muss sprachliche Besonderheiten, z. B. Redewendungen, und ihre sinngemäßen Übersetzungen kennen.

Dass längst nicht jeder, der sich selbst Übersetzer nennt, diese Anforderungen tatsächlich erfüllt, zeigt die Tatsache, dass ein Großteil der Übersetzer, die sich bei renommierten Übersetzungsbüros bewerben, abgelehnt wird. So überstehen etwa bei Easytrans24.com nur 5 Prozent der Bewerber den mehrstufigen Bewerbungsprozess. Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl ist etwa, dass nur in die Muttersprache übersetzt werden darf. Zudem müssen Übersetzer in dem Land wohnen, in dem auch das Zielpublikum ihrer Übersetzungen lebt.

Laie vs. Profi: Schon die Herangehensweise unterscheidet sich stark

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Der Unterschied zwischen einem Laien und einem Profi wird meist bereits bei der Herangehensweise deutlich: Während erstere Personen zumeist beginnen, einen Text Wort für Wort zu übersetzen, greifen Übersetzer auf Techniken zurück, bei denen ganze Sätze im Gesamtkontext betrachtet werden. Neben der korrekten Übersetzung der Inhalte geht es dabei auch um die richtige Verwendung von Fachbegriffen und das sprachliche Niveau sowie die Tonalität. Ein erfahrener Übersetzer wird auch stets den Adressaten und seine Erwartungen an den Text im Blick behalten, wobei der Ursprungstext als wichtige Vorlage dient.

Kein Erfolg ohne Weiterbilden und Netzwerken

Ein guter Übersetzer zu sein, bedeutet aber auch, sich regelmäßig fortzubilden. Dies betrifft zum einen die Sprache an sich: Jede Sprache unterliegt einem ständigen Wandel, was sich unter anderem in der Tatsache widerspiegelt, dass es regelmäßig neue Wortschöpfungen gibt, die ihren Weg in die offiziellen Nachschlagewerke finden. Zugleich geraten fortwährend Wörter aus der Mode. Zum anderen müssen sich Übersetzer aber auch aktiv in ihrem jeweiligen Fachgebiet weiterbilden, um zum Beispiel über Trends in ihrer Branche, Innovationen oder auch Änderungen von Gesetzen Bescheid zu wissen.

Daneben besuchen Übersetzer im Idealfall Fortbildungen oder Tagungen, die ihren Beruf an sich betreffen, beispielsweise die tekom-Frühjahrstagung in Wien im März. Bei dieser Tagung geht es um aktuelles Wissen in technischer Kommunikation, darüber hinaus nutzen Übersetzer Veranstaltungen wie diese, um ihr Netzwerk zu erweitern. Denn: Wer freiberuflich als Übersetzer arbeitet, tut gut daran, einerseits bestehende Beziehungen zu Auftraggebern zu pflegen und andererseits neue potenzielle Partner von ihrer Expertise zu überzeugen.


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