05.11.2018, 17:31 Uhr

Essen wie die Götter Der Geschmack Griechenlands

Mezedes, die griechische Version der spanischen Tapas. (Foto: Lieferando)Mezedes, die griechische Version der spanischen Tapas. (Foto: Lieferando)

„Essen wie die Götter“. Ein Spruch, den man öfters hört und das nicht ohne Grund.

Die griechische Esskultur ist bekannt dafür, sehr traditionell und gesellig zu sein. Es wird viel Zeit in Anspruch genommen, um die Gerichte vorzubereiten und diese mit Freunden und Familie zu genießen. Die Dauer ist dabei nebensächlich. Was zählt, ist der Geschmack und die Gesellschaft!

Typisch griechisch

Wer schon einmal in Griechenland im Urlaub war weiß, dass die Uhren, in Bezug auf Essenszeiten anders ticken. Für die meisten Griechen ist Frühstück völlig unbekannt. Der Tag wird mit einer Tasse griechischem Kaffee gestartet, der aus fein gemahlenen Kaffeepulver und viel Zucker besteht.

Auch das Mittagessen hat sich an die mediterranen Temperaturen Griechenlands angepasst. Erst zwischen 14 und 15 Uhr wird hier zu Mittag gegessen, meist leichte Kost. Das bedeutet viel Gemüse und vielleicht etwas Fisch. Fleisch ist eher selten, da dies in der Mittagshitze zu sehr im Magen liegt. Dafür schlagen die Griechen am Abend richtig zu. Das Abendessen stellt die Hauptmahlzeit dar und wird meist nicht vor 21 Uhr eingenommen. Familie und Freunde kommen zusammen und diskutieren über die Geschehnisse des Tages. Dieses gemeinschaftliche Zusammenkommen spiegelt sich auch in der Präsentation der Gerichte wider. Es ist unüblich ein einzelnes Gericht vor sich zu haben. Im Gegenteil. Charakteristisch für die griechische Küche ist, dass alle Gerichte gleichzeitig auf dem Tisch stehen. Jeder kann sich von den verschiedenen Gemüse-, Fleisch- und Fischgerichten so viel nehmen, wie es ihm beliebt.

Mezedes

Mezedes, Mehrzahl von Mezze, sind die griechische Version der spanischen Tapas. Diese Gerichte sind perfekt für diejenigen, die am liebsten alles von der Speisekarte bestellen würden. Ursprünglich wurden diese kleinen Häppchen in Bars und Cafès zu Wein oder Oúzo gereicht. Sozusagen als Zeichen der Gastfreundschaft. Heutzutage variiert das Angebot an Mezedes von Oliven und Käsewürfel, bis hin zu Mini-Versionen klassischer Hauptgerichte.

Dolmades

Ein Mezze-Gericht ist Dolmades. Für die perfekten Dolmades werden die Weinblätter zwischen April und Juni gepflückt. Dadurch wird garantiert, dass sie frisch und zart sind. Mit dem jungen Blatt werden die verschiedensten Füllungen in kleine Päckchen gewickelt. Oft findet man in Griechenland die vegetarische Variante dieser Röllchen. Dabei wird Reis mit schmackhaften Kräutern, sowie Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Ab und zu stehen die Dolmades auch mit einer Hackfleisch-Füllung auf der Speisekarte. Die Päckchen sind ein wahrer Genuss, besonders mit der Soße die während des Kochens der Dolmades entsteht.

Taramosalata

Das griechische Mezze-Gericht Taramosalata. (Foto: Lieferando)

Ein weiteres beliebtes Mezze-Gericht neben Dolmades ist der Taramosalata. Hinter dem Namen versteckt sich kein Salat, sondern eine cremige Paste aus gesalzenen Fischrogen. Weitere Zutaten sind Weißbrot, reichlich Olivenöl und frischer Zitronensaft, welche in der griechischen Küche unverzichtbar sind. Geschmacklich ist Taramosalata eine kulinarische Wohltat, besonders wenn hausgemachtes Pita-Brot oder knackiges Gemüse in diesen Dip getaucht werden.

Fasoláda

Hülsenfrüchte sind neben Gemüse eine der wichtigsten Bestandteile der griechischen Küche. Sie werden so oft gegessen, dass ein Teil des Bedarfs sogar importiert werden muss. Eine der bekanntesten Bohnengerichte, innerhalb Griechenlands, ist die Fasoláda. Diese reichhaltige Bohnensuppe sättigt, ist gesund und preiswert. Die weißen Bohnen werden zusammen mit Tomaten, Stangensellerie, Paprika, Karotten, frischen Kräutern und genügend Olivenöl gekocht. Dazu wird Brot oder eingelegtes saures Gemüse gereicht.

Papoutsakia

Die wörtliche Übersetzung dieses Gerichtes ist „Kleine Schuhe“ und mit viel Fantasie könnte man die Form eines Schuhes erkennen. Aber diese Auberginenbötchen schmecken natürlich viel besser. Die Zutatenliste von Papoutsakia erinnert an das typisch griechische Gericht Moussaka, dennoch kann man sie nicht miteinander vergleichen. Die individuellen Auberginenhälften werden mit einem Mix aus aromatischen Tomaten, Hackfleisch und verschiedenen Kräutern gefüllt. Bedeckt wird das Ganze mit Bèchamel, die im Backofen eine goldbraune Farbe erhält. Kein typisches Ein-Topf-Essen, aber definitiv den Aufwand wert.

Risogalo

Der griechische Milchreis ist in jeder Altersgruppe beliebt. Dieses Gericht ist süß, lecker und weich genug, dass selbst kleine Kinder ohne Zähne ihn essen können. Und in manch einem erweckt es auch Kindheitserinnerungen. Dieser kalte Snack wird mit Zimt bestreut und manchmal mit eingelegten Früchten serviert. Daher perfekt, um die Lust nach Süßem zu stillen.

Abgerundet wird das griechische Essen in Deutschland meist mit Oúzo, dem geliebten Anisschnaps Griechenlands. Die Griechen selbst trinken den Schnaps traditionell während der einzelnen Gerichte. Ein kultureller Unterschied, da Oúzo in Deutschland als Verdauungsschnaps gesehen wird.

Guten Appetit! καλή όρεξη (kalí órexi)!