25.09.2018, 13:39 Uhr

Herbstwanderungen: Auf dem Spitzenwanderweg durch die Zugspitz-Region

Partnachklamm (Foto: Flickr - Gunnar Ries zwo)Partnachklamm (Foto: Flickr - Gunnar Ries zwo)

Vor wenigen Wochen wurde der Spitzenwanderweg eröffnet, der als 200 km Kilometer langer Rundkurs durch die Zugspitz-Region führt. Er verläuft nicht nur durch herausfordernde Gebirgshöhen, sondern ebenso durch das idyllische Voralpenland. Damit ist er auch für Wanderanfänger interessant. Dieser Artikel stellt nicht nur die interessantesten Etappen des neuen Rundwanderwegs vor, sondern bietet auch Tipps, was man bei Naturausflügen im Herbst beachten sollte.

Auch wenn viele den Sommer für Outdoor-Aktivitäten bevorzugen: Für Wanderungen durch die bayerische Berglandschaft ist er nicht die beste Jahreszeit. Hitze und zahlreiche Gewitter machen dann selbst erfahrenen Wanderern zu schaffen. Im Herbst hingegen ist die Luft klarer und die Wälder faszinieren durch ihr gelb-rotes Farbenspiel. Auch das Unwetterrisiko ist deutlich geringer als im Sommer. Überzeugende Gründe also, in den kommenden Wochen eine Wanderung zu beginnen. Eine gute Möglichkeit dafür bietet der kürzlich eröffnete Spitzenwanderweg: Dieser dürfte Kulturliebhaber und Naturfreunde gleichermaßen begeistern, führt er nicht nur vorbei an eindrucksvollen Schluchten und Wasserfällen, sondern auch durch den Künstlerort Murnau und zum prächtigen Schloss Linderhof.

Abwechslungsreicher Rundweg durch Oberbayern

Als Rundwanderweg hat der Spitzenwanderweg keinen festgelegten Start- oder Zielpunkt. Diese kann man daher nach Belieben selbst festlegen. Er ist rund 200 Kilometer lang und führt insgesamt über mehr als 6.800 Höhenmeter - von erfahrenen Wanderern lässt er sich innerhalb von 14 Tagen komplett bewältigen. Wer aber das Wandern gerade erst als Hobby für sich entdeckt hat, der sollte zunächst nur Teilabschnitte der Tour absolvieren. Die zahlreichen Orte, die man auf dem Wanderweg passiert, bieten komfortable Übernachtungsmöglichkeiten, sodass man sich ausreichend Zeit nehmen kann, einzelne Regionen und Sehenswürdigkeiten genauer zu erkunden.

Für Kulturinteressierte bietet sich Murnau an, um die Wanderung zu beginnen. In diesem Ort haben sich einst die Künstler Kandinsky, Münter, Werefkin und Jawlensky zum gemeinsamen Malen getroffen. Aus der Zusammenarbeit mit dem Paar Franz und Maria Marc entstand die einflussreiche Künstlerbewegung Der Blaue Reiter.

Wandert man von Murnau aus im Uhrzeigersinn den Spitzenwanderweg entlang, kommt man durch das Loisachtal. Der Weg führt vorbei an Eschenlohe, Oberau und Farchant. Von dort aus kann man einen Abstecher zu den Kuhfluchtwasserfällen unternehmen: einer Gruppe von drei Wasserfällen, deren Fallstufen zusammengenommen 270 Meter messen. Von Farchant aus führt der Weg dann zur Skisprungschanze von Garmisch-Partenkirchen und schließlich bis zur sich eindrucksvoll durch den Berg schneidenden Partnachklamm.

Anschließend durchqueren Wanderer das grüne Isartal und erreichen über Krün und Wallgau das Karwendelgebirge. Die Gebirgspfade führen vorbei an mehreren kleinen Bergseen zum sogenannten Schachenschloss. Ludwig II. ließ dieses kleine Schlösschen mit seinen hölzernen Balkongeländern in den Jahren 1869 bis 1872 erbauen. Inzwischen finden jährlich am 25.August (dem Geburtsdatum des Königs) Bergmessen vor dem Schloss statt, zu denen sich zahlreiche Wanderer zusammenfinden.

Der Weg führt weiter Richtung Reintal zum Kreuzeck und durch die Höllentalklamm nach Grainau. Die Höllentalklamm ist eine tiefe Schlucht mit schroffen Felsformationen - ein Erlebnis für jeden Wanderer und außerdem ein einprägsames Fotomotiv. Weitere lohnenswerte Reiseziele auf dem Spitzenwanderweg sind das Schloss Linderhof im Graswangtal - ein Prachtbau im Rokokostil - und schließlich der Staffelsee.

Tipps zur Vorbereitung einer Herbstwanderung

Was allgemein bei Wanderungen in Bergregionen gilt, betrifft Herbstwanderungen im besonderen Maße: Man muss warme und zweckmäßige Kleidung einpacken.

Was zweckmäßig ist, hängt dabei immer auch von der gewählten Tour und der körperlichen Fitness ab: Wer topfit ist und Ausrüstung für Kletterpartien im alpinen Gelände sucht, sollte sich in einem Fachgeschäft für Bergsport umschauen. Wer allerdings noch Wanderanfänger ist und zunächst die einfacheren Passagen des Spitzenwanderwegs erkunden möchte, der benötigt solches Spezial-Equipment nicht zwangsläufig. Er sollte vielmehr darauf achten, dass die Kleidung zu den eigenen körperlichen Bedürfnissen passt. Insbesondere ältere Wanderfreunde finden auf Seiten wie Avena Schuhwerk, das besonders rückenschonend oder auf Fußfehlstellungen abgestimmt ist, aber auch wasser- und windabweisende Aquastop-Jacken oder wärmende Strümpfe. Mit der richtigen Kleidung und geeigneten Schuhen ist Wandern ein Sport, dem praktisch jeder nachgehen kann - auch ältere Personen oder Menschen mit kleineren Handicaps. Idealerweise kleidet man sich nach dem Zwiebelprinzip, sodass man sich schnell der jeweiligen Wettersituation anpassen kann.

Was man unbedingt bei der Planung einer Herbsttour berücksichtigen sollte, sind die im Vergleich zum Sommer kürzeren Tage. Die Nacht bricht im Herbst sehr viel früher ein, dementsprechend sollte man seine Touren kürzer planen, damit man nicht vor Erreichen der nächsten Raststelle im Dunkeln steht. Für den Notfall sollte man eine Stirnlampe mitnehmen - mit ihr kann man sich selbst in einer dunklen Wald- oder Berglandschaft noch orientieren. Überprüfen sollte man auch die Öffnungszeiten von Almhütten und Gasthäusern sowie die Fahrtzeiten von Bus, Bahn oder Schiff. Vom Sommer zum Herbst ändern sich die Zeiten nämlich oft.

So vorbereitet muss man eigentlich nur noch die Kamera für eindrucksvolle Herbstbilder und Erinnerungsfotos einpacken, und schon kann die Herbstwanderung beginnen.


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