12.03.2018, 21:28 Uhr

Urlaub Die Entdeckung der Langsamkeit - Reisetrend „Slow Travel“

(Foto: Caspar Diederik)(Foto: Caspar Diederik)

Endlich Urlaub! Endlich Zeit haben, zu entspannen und den Alltag hinter sich zu lassen - wäre da nicht diese typische Urlaubsbelastung: Erst die Anreise, vielleicht mit Stau auf der Autobahn oder Gepäckärger am Flughafen, und dann das große Pläneschmieden nach der Ankunft im Hotel. Schließlich will man in der kurzen Zeit so viel wie möglich erleben und mithilfe des Reiseführers möglichst alle Sehenswürdigkeiten „abgrasen“. Die Folge: Stress ohne Ende!

Doch ein neuer Trend widersetzt sich dem: Beim „Slow Travel“, also beim langsamen Reisen, geht es genau um das Gegenteil. Im Vordergrund steht,bewusst zu reisen, auf die individuellen Bedürfnisse zu achten und so wenige Pläne wie möglich zu machen.

Individuell und entschleunigt

Viele Menschen kennen das Gefühl, in einer hektischen und schnelllebigen nicht zur Ruhe zu kommen oder zu sich selbst finden zu können. Wo bleiben der Raum und die Zeit, Neues zu entdecken, es auf sich wirken zu lassen, sich in aller Ruhe darauf einzulassen? Slow Travel möchte genau das erreichen. Zentral ist dabei wie bei allen verwandten Prinzipien - etwa beim Slow Food - die Fokussierung auf das eigene innere Erleben. Es geht darum, lieber wenige, einmalige und individuelle Erfahrungen zu genießen - statt von Pflichtprogramm zu Pflichtprogramm zu hetzen, nur weil man dieses und jenes „unbedingt gesehen haben muss“, „wenn man schon einmal da ist“.

Wer im Urlaub lieber auf Einzigartigkeit statt Pauschalangebot setzt, wird sich nicht gleich das erstbeste und günstigste Hotel suchen wollen. Tatsächlich geht der Trend hin zu individuellen Wohnräumen, wie es alternative Konzepte und Plattformen wie Couchsurfing oder Airbnb ermöglichen. Auch private Ferienhäuser oder -wohnungen, die man zum Beispiel auf www.tuivillas.com mieten kann, sind für Individualreisende ideal. Man kann sich einrichten wie zu Hause (oder eben gerade nicht), kann sich selbst versorgen, kann Nachbarn und Umgebung in aller Ruhe kennenlernen und ist dabei an keine Reisegruppe oder standardisierte Hotelangebote gebunden. Solche Unterkünfte werden immer beliebter und finden sich nicht nur an den bekannten Urlaubsorten an Nord- und Ostsee, sondern immer häufiger auch in Städten.

Es muss nicht teuer sein

Beim Slow Travel geht es also nicht darum, möglichst viel zu erleben, sondern möglichst bewusst und individuell zu reisen. Ziel ist es nicht, schnellstmöglich anzukommen, sondern den Weg dorthin zu genießen. Man möchte nicht der sein, der die immer gleichen Standard-Fotos und Klischee-Selfies schießt, sondern sucht abseits der ausgetretenen Pfade nach dem, was einen wirklich interessiert und bereichert. Das heißt nicht, dass man statt im Luxuspenthouse auf Gran Canaria in einer selbstgebauten Waldhütte im tasmanischen Urwald nächtigen soll. Beim Slow Travel ist alles möglich und erlaubt - solange man sich ein Stück weit treiben lassen kann und nicht in ein durchstrukturiertes Korsett stecken lässt. Wie heißt es doch so schön: Das Leben ist das, was passiert, während man andere Pläne macht!

Bildrechte: Flickr / Caspar Diederik / CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten