23.02.2018, 09:26 Uhr

Kennzeichnung von Lebensmitteln: Die Deutschen wollen’s wissen!

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             (Foto: TeroVesalainen)Pixabay_2119702 (Foto: TeroVesalainen)

Geschmack ist ganz klar Trumpf, wie sollte es bei Nahrungsmitteln auch anders sein? Das wichtigste Kriterium beim Lebensmittelkauf lautet: Es muss schmecken! Der zweitwichtigste Aspekt ist für die Deutschen aber schon die Regionalität: Die Verbraucher wollen wissen, was woher kommt. Und sie möchten verstärkt Lebensmittel meiden, die kreuz und quer durch die Republik oder gar um die halbe Welt kutschiert werden, bevor sie in den Regalen landen.

78 Prozent achten auf regionale Herkunft

97 Prozent der Deutschen sagen: Der Geschmack ist für mich entscheidend, so die repräsentative Studie „Deutschland, wie es isst – Der BMEL-Ernährungsreport 2018“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Kaufkriterium Nummer zwei ist die Herkunft. 78 Prozent der 1.000 befragten Deutschen geben an, beim Einkaufen auf Regionalität zu achten. Möglichst günstige Preise geben für 57 Prozent der Umfrageteilnehmer den Ausschlag.

Regionale Lebensmittel direkt beim Produzenten kaufen

Der Vormarsch von regionalen Lebensmitteln korrespondiert mit dem wachsenden Interesse der Verbraucher an Informationen über die angebotenen Lebensmittel. 79 Prozent der Deutschen möchten wissen, aus welcher Region genau ein Produkt stammt. Schließlich erlaubt es nur dieses Wissen, gezielt regionale Produkte zu kaufen und so Transportwege kurz zu halten. Vom Trend hin zur Regionalität profitieren nicht nur Betriebe, die eigene Hofläden betreiben. Auch Hersteller, die ihre Waren überregional vertreiben, eröffnen zunehmend an ihren Produktionsstandorten Verkaufsläden. So etwa das traditionsreiche Familienunternehmen Schwarz Cranz, das seine Wurst- und Fleischspezialitäten auch per Direktverkauf anbietet.

Vorreiter beim Verkauf von regionalen Lebensmitteln vor Ort sind aber die Biolandhöfe. Wer auf der Suche nach einem solchen Hof in Landshut, Passau, Regensburg, Straubing oder anderswo in Bayern und Deutschland ist, wird zum Beispiel auf diesem Hofladen-Suchportal fündig.

Keine einheitliche Kennzeichnungspflicht der Herkunft

Der Einkauf in einem Hofladen oder direkt in einem Betrieb hat den Vorteil, dass sich Verbraucher der regionalen Herkunft sicher sein können. Im Supermarkt und auch in Biomärkten gestaltet sich das oft schwierig. Es gibt bislang keine einheitliche Vorgabe, wie die Kennzeichnung der Herstellungsregion auszusehen hat. Immerhin existiert seit 2014 eine freiwillige Kennzeichnung für Lebensmittelverpackungen, das sogenannte Regionalfenster. Darauf können die Hersteller die Herkunft sämtlicher verwendeter Zutaten aufführen. Es bleibt zu hoffen, dass die Produzenten angesichts des wachsenden Interesses an regionalen Lebensmitteln verstärkt davon Gebrauch machen.

Gebrauch machen können sie auch wieder von Fördergeldern aus dem Programm „VuVregio“: Das bayerische Landwirtschaftsministerium fördert Investitionen in Verarbeitung und Vermarktung regionaler Waren. 2018 stehen dafür Mittel in Höhe von 1,2 Millionen Euro zur Verfügung, wie Landwirtschaftsminister Helmut Brunner kürzlich in München bekanntgab.


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