30.01.2018, 17:06 Uhr

Typisch Bayerisch! Das alles macht das Heimat- und Urlaubsland aus


Über die Studie „wie wir Deutschen ticken“ wurde geschmunzelt, gelacht und auch die Stirn in Falten gelegt. Vor allem die Bayern kamen vergleichsweise schlecht weg. Sie wurden mit 20 Prozent zu den unsympathischsten Menschen in den deutschen Bundesländern gekürt. Die bayerische Hauptstadt, München, wurde entweder geliebt oder gehasst. Ein Dazwischen gab es kaum. Der Grund ist unklar. Möglicherweise ist es das Unverständnis für die bayerischen Spezialitäten. Damit die Bayern bei der nächsten Studie besser abschneiden, gibt es nun eine Hitliste der Dinge, die typisch bayerisch sind.

1.) Die bayerische Tracht

Zugegeben, die Mitbürger aus den nördlich gelegenen Bundesländern erkennen erst seit geringer Zeit, dass die bayerische Tracht keine absurde Verkleidung ist, sondern mittlerweile durchaus modisch und gesellschaftsfähig geworden ist. Während in Nordrhein-Westfalen Dirndl und Lederhosen zur Karnevalszeit getragen werden – hier geht mancher Jeck verkleidet als Bayer – lässt sich auch außerhalb des bayerischen Landes beobachten, dass Anlässe geschaffen werden, um typisch bayerisch zu feiern. Das Oktoberfest lässt sich in fast jeder Location umsetzen – natürlich darf dort nur hin, wer über ein stilvolles Dirndl, eine moderne Tracht in den Trendfarben und in den passenden Accessoires erscheint. Ein Blick in die Alpenwelt lohnt sich.

2.) Das Oktoberfest

In anderen Bundesländern wird es nachgeahmt, in Bayern gibt es das Original. Die Rede ist vom Oktoberfest und das hat eine lange Tradition. Im Jahr 1810 fand das erste Oktoberfest statt, das damals noch ein Pferderennen auf der Theresienwiese war. Es wurde veranstaltet um das Königspaar zu ehren, das sich fünf Tage vor dem ersten Oktoberfest das Ja-Wort gegeben hatte. Im Folgejahr fand das Fest erneut statt. Seit 1819 hält die Stadt München das Zepter für das Oktoberfest in Händen. Langsam bildete das Fest auch seinen heute typischen Volksfestcharakter heraus. Ein weiterer Meilenstein: 1881 eröffnete die erste Hendlbraterei. Weitere Details zur Geschichte des Oktoberfests lassen sich hier nachlesen.

3.) Die Volksmusik

Wie viel Bayern in der Volksmusik steckt, kann heute wohl kaum einer mehr nachvollziehen. Tatsache ist: Es gibt das Bayernradio, das Alpenradio und viele weitere Volksmusik-Programme die ganz fest mit dem südlichsten Bundesland verwoben sind. Ausgeschlossen wird allerdings niemand, denn in Zeiten von Webradios kann Volksmusik überall gehört werden. Übrigens: Der Themenbereich Singen, musizieren und tanzen bildet eine extra Abteilung beim Bayerischen Landesverein für Heimatpflege e.V..

4.) Die Biergartenkultur

Zu einem echt bayerischen Biergarten gehört wenig Brimborium. Alte Kastanienbäume dienen als Sonnenschutz. Darunter befinden sich Bierbänke und Biertische. Auf der Speisekarte stehen echt bayerische Schmankerl. Schweinebraten, Schweinshaxe und Zwiebelrostbraten sind dabei die mächtigeren Mahlzeiten. Brotzeitplatten mit Wurst, Käse und Tomaten sind nicht weniger beliebt. Dazu gibt es Bier und Radler in Halbe- und in Maßkrügen. Häufig gilt in Biergärten noch das Prinzip der Selbstbedienung.

5.) Die Naturwelt

Kaum ein Bundesland ist naturgeografisch so interessant und sehenswert wie Bayern. Dabei birgt fast jeder Regierungsbezirk seine eigene Spezialität. Wanderfreunde lieben die Hütten- und Almkultur, die ihnen ermöglicht, auf ihrer Wanderung einzukehren und zu rasten. Besonders beliebt ist hier das Allgäu. Die Zugspitze hält mit knapp 3000 Metern Höhe den Höhenrekord des Landes. Obstwiesen zwischen mittelalterlichen Burgen und Schlössern sind die Besonderheit Frankens. Die Oberpfalz, allen voran die Region um Tirschenreuth, wird bezeichnet als das Land der tausend Teiche und macht seinem Namen wahrlich alle Ehre. Insgesamt 4000 Wasserflächen unterschiedlichster Art soll es hier geben. Der Bayerische Wald ist eine Naturwelt für sich: Zwischen Baumwipfelpfad und Kleinem Arbersee kommt jeder Naturfreund auf seine Kosten.

6.) Die Schlösserwelt

Unzählig viele Schlösser säumen das bayerische Land. Wer zum ersten Mal nach Bayern reist, wird klassischerweise das Schloss Neuschwanstein besuchen. Allerdings zeugt diese Karte hier auch von einer wahren Schlösservielfalt im Bundesland. Allein in München gibt es bereits eine Reihe an Schlössern. Neben große Schlossanlagen wie Nymphenburg und Blutenburg in der bayerischen Hauptstadt reihen sich auch kleinere Schlossanlagen wie die Residenz Ellingen, das Schloss Schönbusch, das Schloss Steinach und andere Schlossanlagen, die gerne als Ausflugsziele angepeilt werden.

7.) Das Essen

Ein Teil der kulinarischen Vielfalt wurde bereits im Biergarten verbal serviert. Doch darüber hinaus gibt es noch mehr Köstlichkeiten, die in die Rubrik „typisch bayerisch“ fallen. Die Weißwurst mit süßem Weißwurstsenf und Breze ist der Klassiker, der in Bayern sogar zum Frühstück serviert wird. Wer zum Weißwurstessen eingeladen ist, kann sich übrigens allein durch die Art des Weißwurstessens als Bayer oder als Nicht-Bayern outen. Die Faustregel heißt hier: Der echte Bayern „zuzelt“ die Weiße. Einfacher ist das Vertilgen von Bratwürsten mit Sauerkraut. Auch Schnitzel mit Kartoffelsalat zählen zu den Klassikern. Vegetarische Alternativen halten die Bayern übrigens auch vor: Hier servieren sie gerne Kässpätzle. Und zum Nachtisch gibt’s Kaiserschmarrn, Germknödel, Apfelkiachal, Dampfnudeln und Apfelstrudel.