11.12.2017, 11:54 Uhr

Gesundheit Mit korrekter Haltung zu mehr Wohlbefinden im Büro

(Foto: Bethany Legg, unsplash.com)(Foto: Bethany Legg, unsplash.com)

Arbeitnehmer mit einem festen Arbeitsplatz im Büro verbringen einen Großteil ihres Tages häufig sitzend. Nicht immer ist dabei auch die richtige Haltung gegeben.

Aber: Hochgezogene Schultern, ein verdrehter Nacken oder auch ein krummer Rücken sorgen auf Dauer für Schmerzen. Um diese zu vermeiden helfen ausreichend Bewegung und die korrekte Einrichtung des Arbeitsplatzes. Sinnvoll ist es, sich bereits im Vorfeld Gedanken zu machen und so für ein Plus für die Gesundheit zu sorgen. Mit Rat zur Seite stehen dabei spezielle Ratgeber für Unternehmen oder auch die Krankenkassen, die gerne zu Ergonomie-Themen unterrichten.

Worauf kommt es an?

Im Grunde sind es einzelne Faktoren, die bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes zu berücksichtigen sind. Das Gesamtpaket ist letztendlich dafür verantwortlich, wie gut Ergonomie und Wohlbefinden im Büro funktionieren. Es erfordert keine großen Veränderungen, wenn die richtigen Maßnahmen gesetzt werden. Bereits eine Anpassung der Sitzhöhe oder der Höhe der Schreibtischplatte kann das Arbeiten und vor allem die Körperhaltung dabei verbessern.

So gibt es Richtlinien und Empfehlungen, wie weit der Bildschirmabstand sein sollte oder wie stark die Neigung der Schreibtischplatte sein darf, um eine gesunde Haltung zu bewahren. Die Anpassung der Arbeitsbedingungen hat dabei einzig und allein das Ziel, für Arbeitnehmer eine Arbeitsumgebung zu schaffen, die Leistungsfähigkeit ermöglicht und eventuelle Risiken für die Gesundheit weitgehend reduziert.

Wichtig ist, dass die Temperaturen sowie die gewählten Lichtfarben nicht zu grell sind. Warmes Licht eignet sich hervorragend, da es von vielen Menschen als angenehm und nicht störend empfunden wird. Schreibtischlampen oder indirekte Beleuchtungskörper sorgen für entspanntes Arbeiten. Tageslichtlampen sind eine gute Alternative, um die Augen zu entlasten. Ein gleichmäßig ausgeleuchteter Arbeitsplatz ist ermüdungsfreier.

Bewegung für bessere Arbeitsplatzergonomie

Zu langes Sitzen ist für den Rücken genauso schädlich wie zu langes Stehen. Idealerweise richtet man sich einen flexiblen Arbeitsplatz ein, an dem beides jederzeit möglich ist. Zwischendurch im Stehen zu arbeiten hält auf Trab. Telefonate beispielsweise lassen sich immer wieder als willkommene Pause vom Sitzen einbauen, insofern ein kabelloses Headset vorhanden ist. Interessanterweise argumentieren Wissenschaftler, dass Menschen, die während der Telefonate stehen, wichtige Entscheidungen überzeugender darstellen und selbstbewusster auftreten. Vermutlich verleiht der aufgerichtete Stand mehr Charisma und stärkt das Selbstimage.

Aber auch sonst gibt es viele Gelegenheiten für mehr Bewegung. Mal zum Kopierer gehen oder in die Bürokantine, den Kollegen am Schreibtisch besuchen statt ihn anzurufen - alles Routineaufgaben, die Dynamik in den Büroalltag bringen. Bürostuhle mit Synchronmechanik entlasten die Rückenmuskulatur zusätzlich und schaffen perfekte Gelegenheiten, die Haltung immer wieder zu wechseln.

Was spricht für mehr Bewegung am Arbeitsplatz?

Bewegung ist immer gut. Das ist bekannt und dennoch im Büroalltag rasch vergessen. Kleine Post-Its erinnern daran, zwischendurch aufzustehen. Abgesehen von schmerzhaften Rückenschmerzen und Verspannungen ist der Bewegungsmangel ein wahrer Teufelskreis, der das Entstehen von Wohlstandserkrankungen und anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen fördert.

Von daher macht es Sinn, sich in kleinen Schritten, aber deutlich bewusster, zu überlegen, wie der Arbeitsplatz und auch der gesamte Tag gesünder einzurichten ist. Man sollte sich auch nicht scheuen, eine Vertrauensperson im Unternehmen oder den direkten Vorgesetzten darauf anzusprechen, ob die Gestaltung des Arbeitsplatzes zum Wohl aller Beteiligten verbessert werden kann. Schließlich geht es letztendlich um das eigene Befinden und damit auch die Arbeitskraft, die man für das Unternehmen leistet.

Baustelle Bürostuhl

Das fängt schon bei der Sitzgelegenheit an: Ein qualitativ minderwertiger Bürostuhl mag auf den ersten Blick nicht gesundheitsschädigend wirken. Bei einer falschen Einstellung jedoch spürt man bereits nach kurzer Zeit Verspannungen, die – nicht behoben – zu dauerhaften Haltungsschäden führen können.

Der optimale Bürostuhl stützt die Wirbelsäule und ermöglicht flexibel wechselnde Bewegungsabläufe während der Arbeitszeit. Die Sitzhaltung ist korrekt, wenn die Höhe der Kniekehlen ungefähr in Sitzhöhe ist. Die Ellbogen sollten locker auf der Tischkante aufliegen, ohne dass sich ein Rundrücken bildet. Durch die entsprechende Kürzung oder Erhöhung der Tischbeine kann ein Schreibtisch individuell auf seinen Benutzer eingestellt werden, um die Ergonomie zu gewährleisten.

Die Arbeitsfläche sollte ein Mindestmaß von 160 mal 80 Zentimetern betragen. Nicht zu vergessen ist dabei die Position von Maus, Tastatur und Bildschirm. Genügend Beinfreiheit und eine stete Veränderung der Sitzposition sind begrüßenswert. Zur Unterstützung der Wirbelsäule bieten sich Sitzkissen in Keilform als hervorragende Ergänzung an. Lockerungsübungen können Verspannungen und Rückenschmerzen vorbeugen - vorausgesetzt, sie werden regelmäßig und konsequent durchgeführt. Übungen mit dem Peziball daheim oder der Besuch einer Rückenschule sind die ideale Ergänzung zu einer gesunden Körperhaltung.

Tipps für Tastatur und Bildschirm

Der Bildschirm hat bei einer Monitorgröße von 17 Zoll ungefähr 60 Zentimeter Abstand bei frontaler Ausrichtung. Die Oberkante des Bildschirms liegt auf Augenhöhe. Man sollte beim Einrichten des Büros darauf achten, dass der Bildschirm seitlich von Lichtquellen und Fensterfronten steht. Sonst besteht die Gefahr, dass man je nach Stand der Sonne sehr geblendet wird und auch der Bildschirm immer wieder schwer lesbar wird.

Ein ergonomisch geformtes Tastenfeld sowie eine Handballenauflage sind ideal und unterstützen die gesunde Haltung. Die Neigung der Tastatur liegt zwischen fünf bis zehn Grad, sodass die Handgelenke hier ein leichtes Spiel haben.

Stichwort Raumklima

In einem Büro mit mehreren Personen ist es selten einfach, alle Bedürfnisse aufeinander abzustimmen. Einige Parameter helfen jedoch dabei, eine gesunde Umgebung zu schaffen. Optimal ist eine Raumtemperatur zwischen 21 bis 22 Grad, während die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 bis 65 Prozent betragen sollte. Ist die Luftfeuchtigkeit zu gering, kann das zu trockenen Schleimhäuten und brennenden Augen führen. Zwischendurch kurz lüften und die Fenster weit öffnen, ermöglicht den Austausch der Luftmassen am Arbeitsplatz. Im Winter sorgt das zwar kurz für einen Fall der Temperatur, aber der Sauerstoff hält frisch und wach.

Empfohlene Lichtquellen am Arbeitsplatz

Idealerweise werden im Büro indirekte Lampen als Grundbeleuchtung verwendet. Durch die Bestrahlung der Decke wird eine direkte Blendung, aber auch eine höhere Leuchtdichte in Arbeitshöhe vermieden. Blendendes Licht ist Gift für überanstrengte Augen. Es gibt eine große Auswahl an Arbeitsplatzleuchten, die perfekte Lichtverhältnisse für einen entspannten Arbeitstag im Büro schaffen, selbst an trüben Tagen.