23.11.2020, 11:01 Uhr

Neobroker – Hype oder die Zukunft des Tradings?

In den vergangenen Jahren ist der Markt förmlich mit Neobrokern überschwemmt worden. Zahlreiche Fintech-Unternehmen bieten Apps an, die versprechen, zum kleinen Preis ganz groß im Börsenhandel mitmischen zu können. Neobroker haben es sich auf die Fahne geschrieben, den Börsenhandel weltweit zu demokratisieren, indem sie den Menschen einen möglichst einfachen Zugang zur Börse bieten.

Durch einen hohen Technologisierungsgrad und attraktiven Kostenmodellen machen sie den herkömmlichen Banken Konkurrenz und fechten ganz offen deren Monopolstellung im Investmentsektor an. Die Nachteile vieler Neobroker äußern sich dafür in der Abdeckung von nur einzelnen Handelsplätzen, wenigen handelbaren Produkten und höheren Spreads. Handelt es sich bei diesen Neobrokern also nur um einen Hype, oder werden sie sich in Zukunft einen Platz neben den Banken sichern und wie stehen hybride Alternativen wie der Onlinebroker Smartbroker im Vergleich da?

Diesen Fragen soll im folgenden Artikel nachgegangen werden.

Der treibende Faktor: Kostengünstige Orders und ein kostenloses Depot

Neobroker werben vor allem mit sehr attraktiven Preislisten, mit denen Banken kaum mithalten können. So gehört es mittlerweile zum Selbstverständnis eines Neobrokers, dass die Depotführung kostenlos ist.

Während viele Banken eine ordentliche Provision abgreifen, wenn eine Order getätigt wird, wollen Neobroker die Ordergebühren möglichst gering halten. Das schaffen sie dadurch, dass sie ihren Kunden vor allem den außerbörslichen Handel anbieten. Bei diesem entfallen im Gegensatz zum klassischen Börsenhandel die Börsenplatzgebühren und Makler-Courtagen. Außerdem erhalten die Anbieter von Neobroker-Software für jeden vermittelten Trade eine Provision vom Betreiber der außerbörslichen Handelsplattform. Je mehr also getradet wird, desto mehr verdienen die Anbieter des Neobrokers und können dadurch auf hohe Ordergebühren verzichten.

Das macht Neobroker vor allem für Daytrader interessant, die viele Orders pro Tag aufgeben. Die Angebote von herkömmlichen Banken sind für diese Zielgruppe daher wenig attraktiv.

Große Auswahl an Produkten

Wenn ein Neobroker am Markt Bestand haben möchte, muss er seinen Kunden ein möglichst breites Spektrum an handelbaren Produkten anbieten. Deswegen sind die Unternehmen bestrebt, die Palette kontinuierlich zu erweitern. Zum Standardprogramm eines Neobrokers gehört der Handel mit Aktien, ETF und anderen Fonds, sowie Derivaten (Optionsscheine, CFDs, Zertifikate).

Bei einigen Onlinebrokern kann man auch Edelmetalle handeln. So zum Beispiel beim deutschen Smartbroker. Dieser bietet seinen Kunden außerdem die Wahl zwischen außerbörslichem Handel und Handel an klassischen Börsenplätzen an, wodurch die Auswahl an handelbaren Produkten jener bei gewöhnlichen Banken in nichts nachsteht. Mit der umfassenden Produktpalette und einem schlanken Kostenmodell vereint Smartbroker somit die Vorteile aus beide Welten.

Deutschland – für Onlinebroker ein neuer Markt

Seit einiger Zeit steigt die Nachfrage nach Börsenprodukten auch hier in Deutschland stetig an. Es zeichnet sich ein Trend ab, dass gerade jüngere Menschen dem Aktienmarkt aufgeschlossener gegenüberstehen als ältere Generationen. Das liegt vor allem daran, weil sich mit den klassischen sicheren Anlageformen wie dem Sparbuch oder dem Tagesgeldkonto Renditen nur noch im Promillebereich – wenn überhaupt – erzielen lassen.

In den letzten Jahren haben sich vor allem ETFs (Exchange Traded Funds) besonders großer Beliebtheit erfreut. Diese Indexfonds sind passiv gemanagt und zeichnen sich daher durch sehr niedrige laufende, jährliche Kosten aus. Da sie in sehr viele Einzelaktien investieren, ist das Risiko eines Totalverlusts gering. Mit einer jährlichen, durchschnittlichen Rendite von 7 bis 10 Prozent haben sie sich als gute langfristige Anlageform herausgestellt, weswegen sie auch fast jeder Neobroker im Angebot hat.

Die Entwickler vieler Neobrokern wollen daher vor allem die jüngere, technikaffine Generation mit ihren Produkten überzeugen und ihnen den Einstieg in die Welt des Tradings so einfach wie möglich machen. Bei der Entwicklung wird daher viel Wert daraufgelegt, technisch auf dem neuesten Stand zu sein, und die Bedienung der Apps und Web-Plattformen so intuitiv wie möglich zu designen.

Fazit

Neobroker sind unermüdlich auf dem Vormarsch und gewinnen immer mehr an Bekanntheit. Da durch hybride Modelle nicht nur die jüngere Generation, sondern wie bei Smartbroker auch professionelle Anleger angesprochen werden, handelt es sich hier um einen zukunftsträchtigen Markt mit enormen Potenzial. Die Renditen auf Sparbüchern und Co. sind kaum noch der Rede wert, was die Nachfrage nach Finanzprodukten auch weiterhin stetig ansteigen lassen wird.

Im Gegensatz zu Banken können Neobroker ihre Produkte sehr günstig anbieten, ohne dabei am Service zu sparen. Für viele Anleger wird das immer wichtiger, da sie nicht mehr dazu bereit sind, hohe Depotführungsgebühren zu bezahlen oder zugunsten der Bank auf Rendite zu verzichten.

Zusätzlich sind die Einstiegshürden für die Nutzung von Neobrokern sehr niedrig, da auf komplizierte Anmeldeverfahren verzichtet wird. Die Anwendungen sind des Weiteren sehr schlank gehalten und beschränken sich auf das Wesentliche. Durch die intuitive Bedienung wird es Nutzern somit sehr leicht gemacht, sich schnell zurechtzufinden.

Da die Fintech-Unternehmen ihr Produktangebot stetig erweitern, stellen sie eine echte Alternative dar, besonders wenn hybride Modelle die Vorteile von klassischen Banken und modernen Neobrokern in sich vereinen. Es kann also davon ausgegangen werden, dass auch in Zukunft der Trend hin zum Trading mittels Neo- und Onlinebrokern anhalten wird.


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