20.07.2020, 09:50 Uhr

Immobilien: Regensburger Kaufpreise trotzen Corona

Foto: 123rf.comFoto: 123rf.com

Die neusten Zahlen zeigen, dass der Immobilienmarkt kaum von der Coronakrise beinflusst wird. Im Gegenteil: Die getroffenen Hygienemaßnahmen scheinen das Interesse nach Wohneigentum noch einmal verstärkt zu haben. Für Regensburg und andere Städte mit einer angespannten Wohnraum-Situation bedeutet dies, dass eine Erleichterung vorerst nicht zu erwarten ist.

Regensburg. Der Regensburger Immobilienmarkt gilt seit Jahren als angespannt. Für Einwohner hat sich die Situation in den letzten Monaten allerdings nicht geändert. Denn während viele Kapitalmärkte eingebrochen sind, sind die Preise für Bestandsimmobilien nahezu deutschlandweit weiter angestiegen - dies gab das Immobilienportal Immowelt kürzlich in einer Pressemitteilung bekannt. Im ersten Quartal 2020 sind die Kaufpreise pro Quadratmeter im Vergleich zum Vorjahr von 3940 € auf 4110 € gestiegen, das entsprach einem Anstieg von 4 %. In Nürnberg stiegen die Kaufpreise von 3170 € auf 3250 € oder um 3 %. Auch in den größten Städten der Region wurde ein Anstieg verzeichnet. Die Quadratmeterpreise in Stuttgart stiegen von 4170 € auf 4270 € oder um 2 %. Einen Anstieg um ebenfalls 2 % von 7470 € auf 7650 € pro Quadratmeter verzeichnete die Stadt mit dem teuersten Wohnraum in Deutschland: München.

Das Interesse an Immobilien scheint aktuell besonders groß zu sein, weshalb man auch in den nächsten Monaten mit weiter ansteigenden Preisen rechnen kann. Immowelt verkündete vor einigen Tagen außerdem, dass im Mai 2020 intern 47 % mehr Kontaktanfragen für Kaufobjekte als im Vorjahresmonat gemessen wurden. Dies hatte zufolge, dass noch nie so viele Baufinanzierungsanträge gestellt wurden wie im Mai 2020. Die Gründe spricht man dabei besonders den Einschränkungen im Zuge der Coronapandemie zu. So vermutet man, dass sich viele Menschen jetzt bewusst geworden sind, dass sie doch lieber in einem eigenen Haus leben möchten. Außerdem war der Hauskauf durch die Kontaktbeschränkungen im Frühjahr stark eingeschränkt. Notartermine und Besichtigungen waren über mehrere Wochen nur begrenzt möglich, was vermutlich einen gewissen „Nachholbedarf“ zufolge hatte.

Vermögende Personen investieren ihr Kapital zurzeit vermutlich vermehrt in Betongold und treiben damit die Preise nach oben. Denn Immobilien gelten schließlich als besonders preisstabile und krisenfeste Anlagen. Dass das Bauen mit den aktuellen Zinsen besonders günstig ist, mag ebenfalls ein entscheidender Grund sein. Insgesamt lässt sich sagen, dass momentan viele Faktoren zusammenspielen und Immobilien in Regensburg und anderen Trend-Städten dadurch teurer machen.

Wie sich die Immobilienpreise in der ferneren Zukunft entwickeln werden, lässt sich nur erahnen. Grundsätzlich kann man dies aber von der gesamten wirtschaftlichen Entwicklung abhängig machen. Wenn sich die deutsche Wirtschaft schnell und vor allem anhaltend von der Coronakrise erholt, wird der Immobilienmarkt weiterhin beständig bleiben oder wieder leicht anwachsen. Jedoch sind auch andere Szenarien denkbar. Wird sich die Wirtschaft nur sehr langsam von der Pandemie erholen, könnte aufgrund der hohen Preise und der gesunkenen Einkünfte auch die Nachfrage sinken. Das würde sehr wahrscheinlich einen leichten Rückgang der Kaufpreise zufolge haben. Ein Zusammenbruch des Marktes ist nach dem aktuellen Stand sehr unwahrscheinlich. Dies würde vermutlich nur durch eine längere Rezession und die damit verbundene hohe Arbeitslosigkeit ausgelöst werden.


0 Kommentare