09.09.2020, 13:08 Uhr

Einbrüche zwingen zum Handeln: Die Zukunftsfähigkeit des Airports strategisch sichern

Aufgrund der Pandemie-Folgen stehen dem Flughafen München vorläufig eher trübe Aussichten ins Haus.  F.: arAufgrund der Pandemie-Folgen stehen dem Flughafen München vorläufig eher trübe Aussichten ins Haus. F.: ar

Anpassung von Strategie und Ressourcen ist unerlässlich.

Airport. Die Covid-19-Pandemie und die weltweiten Reisebeschränkungen haben auch am Flughafen München zu massiven Einbrüchen beim Verkehrsaufkommen und hohen wirtschaftlichen Verlusten geführt. Deshalb wird die Flughafen München GmbH (FMG) ihre strategische Ausrichtung sowie ihre Ressourcenplanung an die veränderten Rahmenbedingungen anpassen müssen, um die Zukunftsfähigkeit des Flughafens langfristig zu sichern. Obwohl inzwischen wieder über 100 Ziele ab München angesteuert werden, wird das Angebot nur sehr verhalten angenommen. Weiter wirksame Restriktionen und das dynamische Infektionsgeschehen in vielen Ländern verhindern schnelle Erholung. Nach Einschätzung der Experten wird es mehrere Jahre dauern, bis der Luftverkehr das Vorkrisenniveau erreichen kann. Der Flughafen München hat angesichts erheblicher Einbußen bereits im Frühjahr mit gezielten Gegenmaßnahmen reagiert. Durch Kurzarbeit, vorübergehende Stilllegung von Terminalkapazitäten, strikte Begrenzung sämtlicher Ausgaben und die Verschiebung von Investitionen konnten die wirtschaftlichen Verluste für 2020 begrenzt werden. Jetzt ist der Airport auf stabilem Kurs zu halten und die Zukunftsfähigkeit für die kommenden Jahre zu sichern.

Nach aktuellen Einschätzungen ist auch eine Anpassung der Personalsituation bei der FMG und ihrer Tochtergesellschaft AeroGround nötig. Neben natürlicher Fluktuation und konsequentem Einstellungsstopp setzt man auf Vorruhestandsregelungen und Freiwilligenprogramme zu Teilzeitmodellen oder Abfindungen sowie auf Fortsetzung der Kurzarbeit. Um höchst sozialverträglich zu agieren, wird die FMG attraktive Angebote für ihre Mitarbeiter entwickeln. Im besonderen Fokus stehen Angebote für ältere Mitarbeiter im Bodenverkehrsdienst, die langjährig körperlich hart gearbeitet haben. Der Stellenabbau soll sich – eng abgestimmt mit Arbeitnehmervertretern – über die nächsten Jahre erstrecken.

Außerdem wird die strategische Ausrichtung des Konzerns intensiv untersucht. Bestehende Geschäftsfelder, Organisationsstrukturen und Ressourcen sollen auf Wirtschaftlichkeit und langfristige Wettbewerbsfähigkeit überprüft und an die veränderten Anforderungen angepasst werden.„Wir wollen den Flughafen als bedeutendes europäisches Luftverkehrsdrehkreuz für die Zukunft erhalten und weiterentwickeln. Dafür müssen wir uns intensiv auf die Durststrecke einstellen, indem wir Strategie und Ressourcen auf die zu erwartende Entwicklung ausrichten, unsere Effizienz steigern und mögliche Synergien im Konzern heben“, erklärte Jost Lammers, Vorsitzender der Geschäftsführung der FMG. − pm –