23.10.2013, 12:05 Uhr

Tierrechtsaktivisten unter anderem wegen vorsätzlicher Körperverletzung angeklagt Wiesenhof-Betonierer stehen in Straubing vor Gericht

Foto: SussbauerFoto: Sussbauer

Nach der spektakulären Protestaktion beim Wiesenhof-Werk in Bogen stehen am Donnerstag vier Aktivisten der Initiative "Mastanlagen Widerstand" in Straubing vor Gericht.

BOGEN/STRAUBING Die Aktion hatte im Frühling dieses Jahres in Bogen einen Großeinsatz von Polizei- und Rettungskräften ausgelöst. Am Morgen des 9. März hatten mehrere Mitglieder des Aktionsbündnisses „Mastanlagen Widerstand“ vor dem Firmenareal von Wiesenhof eine aufsehenerregende Demonstration durchgeführt.

Dabei hatten nach Polizeiangaben je zwei Demonstranten die Einfahrten zu dem Geflügel verarbeitenden Betrieb blockiert, indem sie sich anketten und ihre Arme in Fässer einbetonieren ließen. Eine Frau hatte sich überdies auf einem dreibeinigen Stahlgestell festgezurrt. Zudem sollen sich nach Angaben der Polizei zwei weitere Aktivisten Zugang zum Wiesenhof-Gelände verschafft und dort Transparente angebracht haben. Die festbetonierten Aktivisten mussten von der Feuerwehr in einem mehrstündigen Einsatz befreit werden, ebenso die Frau auf dem Stahlgestell, wofür schließlich der Einsatz der Drehleiter notwendig war.

Am morgigen Donnerstag, 24. Oktober, findet vor dem Amtsgericht Straubing der Prozess gegen jene vier Tierrechtsaktivisten statt, die für die Blockade der Wiesenhof-Zufahrten verantwortlich gemacht werden. Die Staatsanwaltschaft legt zwei von ihnen Hausfriedensbruch mit Nötigung zur Last. Zwei weitere Angeklagte sind wegen Hausfriedensbruchs und vorsätzlicher Körperverletzung angeklagt. Hintergrund: In dem Fass, in dem sich die Aktivisten einbetoniert hatten, soll laut Anklage eine Bauschaumdose einbetoniert gewesen sein. Dies, so die Anklage, sei den betreffenden Demonstranten bekannt gewesen. Als ein Feuerwehrmann bei der Befreiung das Betonfass mit dem Stemmhammer bearbeitete, sei die Dose beschädigt und der Feuerwehrmann durch die schlagartig austretende Gase an beiden Augen verletzt worden, heißt es in dem Strafbefehl.


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