26.09.2012, 12:55 Uhr

Kriegsdrama Tod bei Straßkirchen: Das tragische Ende der Melitta Schenk Gräfin von Stauffenberg

Foto: Archiv Heiko Peter MelleFoto: Archiv Heiko Peter Melle

Es ist ein bislang nahezu unbekanntes Kapitel des 2. Weltkriegs: Eine deutsche Pilotin mit einem berühmten Namen fand in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 unweit von Straubing den Tod.

STRAUBING/STRAßKIRCHEN Eine deutsche Pilotin, die am 8. April 1945 bei einem Flug mit ihrer unbewaffneten Maschine nahe Straßkirchen unweit von Straubing von einem amerikanischen Jagdflugzeug abgeschossen wurde, kommt zu neuen literarischen Ehren. In dem Taschenbuch „Sturzflüge für Deutschland“ (GRIN-Verlag) von Ernst Probst aus Wiesbaden und Heiko Peter Melle aus Albstadt wird das abenteuerliche Leben der Testpilotin Melitta Schenk Gräfin von Stauffenberg (1903-1945) in Wort und Bild darstellt.

Melitta konnte nach dem Abschuss zwar noch auf einem Acker notlanden, erlag aber zwei Stunden später im Alter von nur 42 Jahren ihren schweren Verletzungen und wurde vorläufig in Straubing begraben. Bei ihrem verhängnisvollen Flug war sie unterwegs zu ihrem Ehemann Alexander Schenk Graf von Stauffenberg. Dieser befand sich nach dem missglückten Attentat seines Bruders Claus Schenk Graf von Stauffenberg vom 20. Juli 1944 immer noch in „Sippenhaft“. Er wurde damals während eines Transports in einer Schule in Schönberg im Bayerischen Wald gefangengehalten.

Die fliegende Gräfin, deren 110. Geburtstag Anfang 2013 bevorsteht, war eine außergewöhnliche Persönlichkeit ihrer Zeit. Sie tat sich in den 1930-er und 1940-er Jahren als Entwicklungsingenieurin und Testpilotin hervor. Mehr als 2.500 seelisch und körperlich äußerst belastende Sturzflüge von etwa 4000 bis auf 1000 Meter Flughöhe mit Sturzkampfflugzeugen hat sie absolviert. Ähnliches hat kaum jemand auch nur annähernd geschafft. Bis zu 15 Mal am Tag unternahm Melitta Schenk Gräfin von Stauffenberg waghalsige Sturzflüge. Wenn sie in genug Höhe aufgestiegen war, senkte sie die Spitze ihres „Stuka“ in Richtung Erdboden, stürzte sich mit der Maschine Tausende von Metern senkrecht hinab und riss sie dann wieder nach oben. Solche waghalsigen Sturzflüge sind für einen menschlichen Körper fast nicht auszuhalten. Oft verliert ein Pilot dabei kurz das Bewusstsein.


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