09.07.2019, 14:24 Uhr

Straubinger Pilotprojekt ist ein Erfolgsmodell Telenotarzt Bayern kommt im gesamten Freistaat


Weitere Verbesserung des hohen Niveaus der rettungsdienstlichen Versorgung.

STRAUBING/BAYERN Der ‚Telenotarzt Bayern‘ wird im gesamten Freistaat eingeführt. Das hat der Ministerrat heute auf Vorschlag von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann beschlossen. „Wir wollen auch in Zukunft eine optimale Patientenversorgung sicherstellen. Dazu muss sich der Rettungsdienst ständig weiterentwickeln und die Vorteile der Digitalisierung nutzen“, erklärte Herrmann. „Wir verbessern damit das hohe Niveau der notfallmedizinischen Versorgung noch mal deutlich.“ Die Telemedizin ermöglicht es dem unmittelbar behandelnden ärztlichen oder nicht-ärztlichen Personal bei der Untersuchung, Überwachung und Behandlung des Patienten am Einsatzort und im Rettungswagen, schnell auf zusätzliches Expertenwissen eines ‚Telenotarztes‘ zuzugreifen – auch wenn dieser Experte nicht persönlich am Einsatzort anwesend ist.

Mit Einverständnis des Patienten können direkt vom Einsatzort oder aus dem Rettungswagen Videos, Fotos und Vitaldaten wie EKG-Werte in Echtzeit an den Telenotarzt übertragen werden. An seinem Arbeitsplatz kann dieser sich ein Bild von der medizinischen Situation vor Ort machen und beispielsweise die Gabe lebensrettender Medikamente veranlassen, noch bevor ein Notarzt beim Patienten eintrifft. So kann der Telenotarzt helfen, noch schneller Leben zu retten. „Klar ist dabei aber, dass der Einsatz des Telenotarztes keine Notärzte vor Ort ersetzen soll. Das Ziel ist vielmehr, Rettungsdienstpersonal vor Ort bestmöglich zu unterstützen“, erklärte der Minister.

Der Einsatz von Telenotärzten hat sich laut Herrmann in einem seit Dezember 2017 laufenden Pilotprojekt im Rettungsdienstbereich Straubing bereits in der Praxis bewährt. Dort haben ein Telenotarzt in der Integrierten Leitstelle und 21 telemedizinisch ausgestattete und qualifizierte Rettungstransportwägen in rund 900 Notfällen innerhalb des ersten Jahres wertvolle Erfahrungen gesammelt. „Unser Fazit ist äußerst positiv“, betonte Herrmann. „Ein Telenotarzt kann die Zeit bis zur ersten Versorgung durch einen Arzt vor Ort erfolgreich verkürzen und die Retter vor Ort unterstützen. Gerade in strukturschwächeren Gebieten kann das ein Vorteil sein, der Leben rettet.“

Finanziert werden soll der Telenotarzt Bayern durch die Sozialversicherungsträger als Kostenträger des Rettungsdienstes, welche bereits eng in das Pilotprojekt eingebunden waren. Es ist vorgesehen, nötige Regelungen für die bayernweite Etablierung des Telenotarztes mit einer Novelle des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes festzulegen.


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