08.07.2019, 13:37 Uhr

Antrittsbesuch im Landratsamt Neuer BHG-Kreisvorsitzender Markus Schmelmer trifft Landrat Josef Laumer

Markus Schmelmer (links) erhält bei seinem Antrittsbesuch ein Gastgeschenk von Landrat Josef Laumer. (Foto: Landratsamt)Markus Schmelmer (links) erhält bei seinem Antrittsbesuch ein Gastgeschenk von Landrat Josef Laumer. (Foto: Landratsamt)

Erfolge und Herausforderungen im Hotel- und Gaststättengewerbe.

STRAUBING Seit März ist Markus Schmelmer aus Sankt Englmar (Hotel Gut Schmelmerhof) neuer Kreisvorsitzender der Kreisstelle Straubing-Bogen des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes. Im Landratsamt traf er sich nun mit Landrat Josef Laumer zu einem Antrittsbesuch und Gesprächsaustausch.

Das Positive vorweg: „Die Geschäftsentwicklung zeigt bisher im Vergleich zum Vorjahr ein zweistelliges Plus in der Region“, so Markus Schmelmer. Gerade Gäste aus Bayern schätzen die Region, im Raum Sankt Englmar machen sie zwei Drittel aus.

Positiv bewertet Schmelmer auch das Gaststätten-Modernisierungsprogramm der Bayerischen Staatsregierung, das aber auch schnell überzeichnet war. „Aber einige unserer kleineren Betriebe haben da reingepasst und auch mitgemacht.“

Dass das Wirtshaussterben aber ein Ende haben wird, diese Hoffnung hatte Markus Schmelmer für den Landrat nicht im Gepäck. Und das hat auch einen klaren Grund: „Man bekommt einfach keine Mitarbeiter mehr. Mittlerweile muss man in unserer Branche Gelder bezahlen, die sich an der Industrie orientieren“, verdeutlichte der BHG-Kreisvorsitzende das Hauptproblem, das längst nicht mehr nur bei kleineren Dorfwirtshäusern ein Thema ist, sondern auch bei größeren (Hotel)-betrieben. „Die Struktur der Speisekarten wird sich dadurch verändern“, ist sich Schmelmer sicher, weil die Kosten längst davon galoppieren. So bringt der Mindestlohn ein Problem mit sich, an das bei der Einführung wohl die wenigsten gedacht haben. „Die automatische gesetzliche jährliche Steigerung in diesem Bereich sorgt dafür, dass auch die anderen Mitarbeiter entsprechend eine prozentuale Anhebung fordern.“

Für Landrat Josef Laumer wurde im Gespräch einmal mehr deutlich, welche Probleme politisch und vor Ort gelöst werden müssen. „Es gibt derzeit viele Diskussionen über große Zukunftsthemen. Aber gerade hier zeigt sich wieder, welche Sorgen die Leute auch tagtäglich haben und wir müssen uns gerade auch an die Lösung solcher Themen machen und nicht alles von anderen Diskussionen überlagern.“ Denn den Fachkräftemangel in diesem Bereich kann man als geradezu dramatisch bezeichnen.

Auch in Sachen Bürokratie waren sich Landrat und Kreisvorsitzender einig: „Wir wollen für den Bürger da sein und im Amt serviceorientiert arbeiten“, so Josef Laumer, denn für Markus Schmelmer und seine Mitstreiter „ist die Bürokratie ein riesengroßes Thema.“

Unerfreuliche Trends der Gesellschaft machen dann auch vor Hotels und Gaststätten nicht halt: Der Respekt mancher Gäste gegenüber Mitarbeitern sinkt, die Hemmschwelle hin zu Beleidigungen ebenfalls. Markus Schmelmer bittet deshalb anhand eines Beispiels eindringlich um Verständnis: „Du richtest die Mitarbeiterzahl an einem Sonntag beispielsweise an den Reservierungen und gewissen Erfahrungswerten aus. Wenn dann überraschenderweise deutlich mehr Leute kommen, dann kann es natürlich vorkommen, dass mal Wartezeiten entstehen. Dass man darauf mit komplettem Unverständnis reagiert und es sogar zu wüsten Beschimpfungen kommt, ist wirklich traurig.“

Angesichts der vielen Innovationen in Sachen touristischer Infrastruktur um Landkreis – vor allem im Bereich um Sankt Englmar herum – blickt Landrat Josef Laumer aber zuversichtlich in die Zukunft, was den Bereich Tourismus betrifft. „Mit diesen vielfältigen Freizeiteinrichtungen haben wir wirklich ein Alleinstellungsmerkmal. Das müssen wir herausheben. Denn es ist tatsächlich so, dass wir in einer Region leben, wo alle anderen Urlaub machen.“


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