02.05.2019, 09:14 Uhr

Erfolgreich bei Präventionsaktion „Klar bleiben – feiern ohne Alkoholrausch“ –

Verena Schmalhofer (Fachstelle für Suchtpräventation am Landratsamt Straubing-Bogen, links) und Annegret Lederer (Biologielehrerin an der Nardini-Realschule, rechts) bei der Übergabe der Urkunde an zwei Klassensprecherinnen der Klasse 10 a. (Foto: Landratsamt)Verena Schmalhofer (Fachstelle für Suchtpräventation am Landratsamt Straubing-Bogen, links) und Annegret Lederer (Biologielehrerin an der Nardini-Realschule, rechts) bei der Übergabe der Urkunde an zwei Klassensprecherinnen der Klasse 10 a. (Foto: Landratsamt)

Zwei Schulen aus der Region unter den Gewinnern.

STRAUBING-BOGEN Es ist doch nur ein Glas Bier! Wie oft hört man diesen Satz. Doch wann wird der Alkoholkonsum gefährlich – gerade im jugendlichen Alter? Darüber will die Aktion „Klar bleiben“ aufklären.

Denn gerade bei Jugendlichen bleibt es selten bei einem Glas. Jeder siebte Jugendliche hat in den letzten 30 Tagen mindestens an einem Tag vier oder mehr alkoholische Getränke konsumiert. Nach Schätzungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben fast zwei Drittel der 12- bis 17-Jährigen in Deutschland schon einmal Alkohol getrunken. Die Präventionsaktion „Klar bleiben – feiern ohne Alkoholrausch“ ist eine schulbasierte Maßnahme zur Prävention des riskanten Alkoholkonsums, die vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung durchgeführt und von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit gefördert wird.

2019 haben auch mehrere Schulklassen aus der Stadt Straubing und dem Landkreis Straubing-Bogen erfolgreich an dem Projekt teilgenommen. Mit der Klasse 10a der Nardini-Realschule in Mallersdorf und der Klasse M10 des Instituts für Hören und Sprache wurden auch zwei Klassen aus der Region bei einer Verlosung im Rahmen der Aktion gezogen und jeweils mit einem Geldbetrag von 100 Euro für eine Klassenaktivität bedacht. Bundesweit beteiligten sich 541 Klassen, in Bayern 151. Von den 151 bayerischen Klassen ist 140 eine erfolgreiche Teilnahme gelungen. Um erfolgreich teilzunehmen, mussten mindestens 90 Prozent der Klasse im Aktionszeitraum auf riskanten Alkoholkonsum verzichten und somit „klar bleiben“ und dies auch dokumentieren und einen Klassenvertrag unterschreiben.

Von riskantem Alkoholkonsum spricht man, wenn zu viel, zu schnell, aufgrund von Gruppendruck oder zur Bewältigung negativer Gefühle oder in Verbindung mit verantwortungsvollen Situationen (wie z.B. dem Straßenverkehr) getrunken wird. „Die negativen Folgen des Alkoholkonsums – gerade im Jugendalter – sind vielfältig“, erläutert Verena Schmalhofer von der Fachstelle für Suchtprävention am Landratsamt Straubing-Bogen. „Dazu zählen Gewalttätigkeiten, Unfälle und Beeinträchtigungen der Gehirnentwicklung.“ Umso wichtiger seien solche Aktionen, „damit Schüler motiviert werden, über den eigenen Alkoholkonsum nachzudenken und auch eine Zeit lang darauf zu verzichten.“ Elisabeth Simmel, stellvertretende Direktorin des Instituts für Hören und Sprache, zeigte sich bei der Übergabe der 100 Euro an die Klasse stolz, „dass sie mit gutem Beispiel vorangegangen sind und ein Zeichen gesetzt haben, dass man auch ohne Alkohol Spaß haben kann.“ An der Nardini-Realschule führte Biologielehrerin Annegret Lederer das Projekt mit der Klasse durch. „Es geht dabei darum, bei den Schülern ein Bewusstsein zu wecken“, erläutert sie.

Im Schuljahr 2018/19 fand „Klar bleiben – feiern ohne Alkoholrausch“ bundesweit zum zweiten Mal statt. Die Aufklärung der letzten Jahre scheint zumindest etwas Wirkung zu zeigen. Zwar gibt es den ersten Alkohol in Deutschland durchschnittlich bereits mit 14,9 Jahren, aber der Altersschnitt des ersten Alkoholrausches (16,4 Jahre) ist in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gestiegen. Und immerhin 70 Prozent der 16- bis 21-Jährigen in Deutschland konsumieren Alkohol nie oder nur gelegentlich. „Deshalb“, so Verena Schmalhofer, „ist es umso wichtiger, dass Lehrkräfte mit ihren Schülern an solchen Aktionen teilnehmen.“


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