14.04.2019, 10:13 Uhr

Bezirksversammlung in Straubing Werkstätten und Autohäuser beklagen sinkende Rendite

(Foto: Kfz-Innung)(Foto: Kfz-Innung)

Kfz-Gewerbe Niederbayern fordert Bürokratieabbau!

STRAUBING „Mehr Umsatz, weniger Rendite“, so fasst Obermeister Michael Krammer von der Kfz-Innung das Jahr 2018 für die Kfz-Branche in Niederbayern zusammen. Die Kfz-Innung Niederbayern hatte im Rahmen der insgesamt vier niederbayerischen Bezirksversammlungen für das Kfz-Gewerbe als letztes nach Straubing geladen.

Die Kfz-Werkstätten und Autohäuser in Niederbayern konnten in den Kernbereichen Neuwagen-, Gebrauchtwagenhandel und Werkstattgeschäft einen Umsatzzuwachs von etwas über 2,5 Prozent realisieren. Auch die Werkstattauslastung mit im Schnitt 86 Prozent ist laut Obermeister Krammer gut gewesen. Weiter gesunken ist allerdings bundesweit die Umsatzrendite auf 1,0 bis 1,3 Prozent. Im Vorjahr waren es zum Vergleich noch 1,5 Prozent. Das ist alles andere als zufriedenstellend, so Krammer. „Wenn man sich anschaut, dass die Hersteller Renditen teilweise im zweistelligen Bereich realisieren, dann ist das ein grobes Ungleichgewicht.“

Die Gründe hierfür sind vielfältig. So ist die Dieselkriese bei weitem noch nicht überstanden, auch wenn hier die Neuzulassungen wieder am Steigen sind. Der Diesel ist nach wie vor für viele Kunden, wie etwa Pendler, genau die richtige Antriebsart, so Krammer. Ein weiteres Problem in 2018 war die Umstellung auf den Prüfzyklus WLTP. Hier mussten viele Händler ausbaden, dass manche Hersteller nicht rechtzeitig Ihre Hausaufgaben gemacht haben und etliche Fahrzeugtypen nicht lieferbar waren, so Krammer.

Was aber den anwesenden Mitgliedsbetrieben mit am Meisten aufstößt – und was einen gehörigen Anteil an der mäßigen Rendite ausmacht – sind die immer höheren Anforderungen, die seitens der Politik an die Betriebe gestellt werden, so Innungs-geschäftsführer Josef Huber. Wir müssen endlich aufhören, vor allem die kleinen Handwerksbetriebe vor immer weitere Hemmnisse zu stellen. In der Kfz-Branche etwa wurden und werden unter anderem die Anforderungen im Bereich der hoheitlichen Aufgaben (Hauptuntersuchung, Sicherheitsprüfung, Abgasuntersuchung) immer höher geschraubt. Viele unserer Werkstätten haben tausende von Euro in neue Scheinwerfereinstellsysteme, neue Bremsenprüfstände und weitere Ausstattung investieren müssen.

Stephan Wollrab, Technischer Leiter der Kfz-Innung Niederbayern, ergänzte, dass darüber hinaus die regelmäßige Überprüfung der Geräte hinzukommt. Diese zieht nicht nur immer weitere hohe Kosten mit sich, sondern auch ein erhöhtes Maß an Personalaufwendungen. Ein besonders eklatantes Beispiel ist hierbei die doppelte Prüfung von Abgasuntersuchungsgeräten.

Diese Geräte mussten schon immer geeicht werden um sicher zu stellen, dass die Abgasuntersuchung auch korrekte Ergebnisse liefert. So weit so gut, so Huber. Seit heuer kommt noch eine Kalibrierung dazu. Damit wird das gleiche Gerät zweimal einer Qualitätskontrolle unterzogen. Die Kalibrierung ist aufgrund europäischen Rechts notwendig geworden. Wir haben damit kein Problem, so Huber. Aber der Gesetzgeber hätte dafür die Eichung abschaffen müssen. So haben unsere Betriebe doppelte Kosten und doppelten Aufwand, die Nachweise über die ordnungsgemäße Durchführung zu erbringen. Dies ist nur ein Bespiel von vielen, wenn auch ein Eklatantes, so der Geschäftsführer.

Weitere Themen des Informationsabends waren aktuelle Informationen aus der Berufsbildung. So konnte Huber über stabile Ausbildungszahlen in Niederbayern berichten. Allerdings sinkt leider die Quantität und die Qualität der Bewerberinnen und Bewerber, obwohl die Innung sehr aktiv im Bereich Nachwuchswerbung ist und auf vielen Veranstaltungen niederbayernweit Werbung für die Autoberufe macht. Um auch zukünftig die nötigen Fachkräfte rekrutieren zu können hat man sich auf bayerischer Ebene verständigt, eine groß angelegte Nachwuchskampagne durchzuführen, so Huber.

Des Weiteren stellte Matthias Pfau, Technischer Betriebsberater des bayerischen Landesverbandes, die hochwertige Diagnosegeräte-Reihe MaxiSys der Firma AUTEL vor. Diese Geräte würden den Betrieben nicht nur durch deren Benutzerfreundlichkeit die tägliche Arbeit erleichtern, sondern würden auch durch eine stetige Aktualität an Datenmaterial die Messgenauigkeit verbessern, so Pfau.

Außerdem präsentierte Andreas Obermeier von der Albis Leasing anschaulich die Vorteile von Leasing für die Innungsbetriebe. Gerade in unsicheren Zeiten bietet Leasing, etwa von Werkstattausrüstung, Vorteile für die Betriebe, so Obermeier.

Abschließend referierte Stephan Wollrab über aktuelle werkstattrelevante Themen für die tägliche Praxis der Kfz-Unternehmer. Unter anderem sprach er über die ab Januar 2020 zu erwartende Akkreditierung für Betriebe, die die Abgasuntersuchung (AU) an PkW und Nutzfahrzeugen durchführen.


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