10.04.2019, 08:24 Uhr

Austausch mit IHK-Gremium Pannermayr: „Es wird auch neue Chancen geben“

Trafen sich zum „PolitTalk“: IHK-Vizepräsident Christoph Kämpf, Landrat Josef Laumer, Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr und IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner (v. li.). (Foto: IHK)Trafen sich zum „PolitTalk“: IHK-Vizepräsident Christoph Kämpf, Landrat Josef Laumer, Straubings Oberbürgermeister Markus Pannermayr und IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner (v. li.). (Foto: IHK)

Wirtschaft und Politik im Raum Straubing haben sich kurzgeschlossen.

STRAUBING Die Wirtschaft in Straubing und dem Landkreis Straubing-Bogen hat sich mit der Politik kurzgeschlossen: In den Straubinger Räumen der IHK Niederbayern begrüßte Christoph Kämpf, IHK-Vizepräsident und Vorsitzender des IHK-Gremiums, Landrat Josef Laumer und Oberbürgermeister Markus Pannermayr zum „PolitTalk“. Das IHK-Gremium ist als gewählte, ehrenamtliche Vertretung die Stimme der regionalen Wirtschaft – und die Unternehmer im Gremium nutzten die Gelegenheit, ihre Interessen zu artikulieren.

Nach der Vorstellung aktueller Zahlen zur konjunkturellen Entwicklung der Region hatten die Gremiumsmitglieder eine lange Liste an Fragen parat. So vielfältig die Unternehmerinteressen, so fokussiert zeigten sich doch die zentralen Problemfelder. Der Fachkräftemangel schlägt bis in die Kommunen und den Landkreis durch. Wie kann man sich hier als attraktiver Standort präsentieren? Denn Gremiumsmitglieder und Politik waren sich einig: Die Kombination aus starken Firmen, Kulturstädten und Zentren in kurzer Erreichbarkeit mit dem Bayerischen Wald als Naturraum im Hintergrund – das ist Argument genug für Bleiben oder Rückkehr. „Niemand muss in die Metropolen gehen“, fasste es Laumer zusammen. Dennoch, so die Sorge der Unternehmer, gebe es einfach nicht genug junge Leute und Familien. Eine Rolle spielte daher in der Diskussion auch Zuwanderung und – unterschieden davon – die Asylproblematik. Sowohl Laumer wie Pannermayr bedauerten, dass es rechtlich schwierig sei, sich gut integrierende Flüchtlinge mit schlechter Bleibeperspektive in Ausbildung und Berufswelt einzubinden. IHK-Hauptgeschäftsführer Alexander Schreiner ergänzte, dass die Beschäftigung von Flüchtlingen einen – momentan noch kleinen – Beitrag im Kampf gegen den Fachkräftemangel leisten könne, legte den Fokus aber eher auf einen anderen Aspekt: „Die duale Ausbildung und die anschließende Weiterbildung müssen als der eigentliche Königsweg zur erfolgreichen Lebensgestaltung gesehen und geschätzt werden.“ Landrat und Bürgermeister schilderten dazu die Initiativen von Stadt und Landkreis, vom Azubi-Bus über den Ausbildungspreis bis hin zur Einbindung der Eltern.

Weitere Themenfelder der Gremiumssitzung waren neben der Bürokratiebelastung auch Infrastruktur und Breitband. Pannermayr war sich sicher: „Die neuen Autobahnen sind die Datenautobahnen.“ Viele Geschäftsfelder würden sich in Clouds verschieben. Die Politik tue also gut daran, jeden freien Cent dort zu investieren, zumal das Aufholpotenzial jenseits der Zentren groß sei. Laumer fügte an, dass die Breitbandförderung in Bayern zwar vergleichsweise gut sei, „aber oft ist das Problem: Wer soll‘s noch bauen?“ Mit Blick auf die Verkehrswege ging es um den B 20-Ausbau und Entlastungsstrecken, eine stärkere Vernetzung zum Fern-Schienennetz und auch um Ideen für ein neues Verkehrskonzept wie eine kostenlose Innenstadt-Pendellinie oder Fahrradangebote. Pannermayr prognostizierte, dass mit dem Thema autonomes Fahren das „Stehzeug“ Auto wieder zum Fahrzeug würde und Park-Raum dadurch frei gemacht werde. Man müsse jetzt beginnen, mit langfristigen Investitionen „nicht mehr die Mobilität des 21. Jahrhunderts mit dem Mitteln des 20. lösen“ zu wollen, meinte der Oberbürgermeister. „Es wird auch neue Chancen geben“, sagte Pannermayr.

Eine längere Liste an Themen musste in die Herbst-Sitzung des Gremiums vertagt werden, zu der Christoph Kämpf die Hoffnung äußerte, den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik dann erneut aufnehmen zu können. Als Abschlusspunkt präsentierte Dr. Florian Maier als neuer Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren im Landkreis das Konzept zur „LAKO 2020“, der Landeskonferenz der Wirtschaftsjunioren, die in Straubing vier Tage Programm bieten soll und dafür Unterstützer sucht.


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