12.02.2019, 09:10 Uhr

Missbrauchs-Prävention in Straubing „Machen Sie Ihr Kind stark – und bleiben Sie wachsam!“

Gemeinsam gegen Kindesmissbrauch: Kiwanis-Präsident Christian Dummer mit Rektorin Ursula Urban, Jugendsozialarbeiterin Iris Dürre Bernardo, Sandra Krä („Gesundheitsregion plus“) sowie Polizeihauptkommissarin Maria Plötz (v.li.). Foto: CasdorfGemeinsam gegen Kindesmissbrauch: Kiwanis-Präsident Christian Dummer mit Rektorin Ursula Urban, Jugendsozialarbeiterin Iris Dürre Bernardo, Sandra Krä („Gesundheitsregion plus“) sowie Polizeihauptkommissarin Maria Plötz (v.li.). Foto: Casdorf

Die Grundschule St. Peter in Straubing wird Pilotschule für Missbrauchsprävention

STRAUBING Straubing. Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen, gehört zu den wichtigsten Aufgaben in der Gesellschaft. Auf Initiative der „Gesundheitsregion plus“, einer Einrichtung der Stadt Straubing, wird die Präventionsarbeit jetzt forciert. Nach ersten Projekten im vergangenen Jahr steht ab der kommenden Woche die Grundschule St. Peter als Piloteinrichtung im Mittelpunkt einer breit angelegten Informations- und Aufklärungskampagne. „Wir bieten das Thema Missbrauchsprävention umfassend für alle Klassen an“, erklärt Sandra Krä von „Gesundheitsregion plus“.

Schüler und Eltern sollen sensibilisiert, konkrete Verhaltensweisen und Handlungsempfehlungen kommuniziert werden. An der Grundschule St. Peter startet das Projekt in der kommenden Woche. Im Mittelpunkt: Das Bühnenprojekt „Geheimsache Igel“, in dem professionelle Schauspieler in einem Bühnenstück die Themen Gewaltprävention, Mobbing und sexuellen Missbrauch aufgreifen. Zudem sind begleitende Workshops an der Schule geplant. Der Kiwanis Club Straubing unterstützt das Projekt finanziell.

Auftakt war am Montagabend ein Informationsabend für Eltern und Lehrkräfte. Neben Kiwanis-Präsident Christian Dummer war Hauptkommissarin Maria Plötz vom Polizeipräsidium Niederbayern zu Gast, die das Thema „Kindesmissbrauch“ aus polizeilicher Sicht erläuterte. Die aktuellen Zahlen für Niederbayern: 2017 wurden 119 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern angezeigt. Allerdings, so Plötz, liege die Dunkelziffer weit höher. Man gehe davon aus, dass auf jeden angezeigten Fall etwa 20 unentdeckte Fälle kämen. Täter seien meist aus dem Bekannten- oder Verwandtenkreis des Kindes.

Das Präventionskonzept an der Grundschule St. Peter soll auch auf andere Straubinger Schulen ausgeweitet werden. Rektorin Ursula Urban dankte den Initiatoren und Unterstützern. An die versammelten Eltern und Lehrkräfte richtete sie zudem einen eindringlichen Appell: „Machen Sie Ihr Kind stark – und bleiben Sie wachsam.“


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