07.01.2019, 16:34 Uhr

Bett-Brand im Bezirksklinikum 24-Jähriger aus dem Landkreis muss sich wegen versuchten Mordes verantworten

(Foto: Jürgen Unterhauser)(Foto: Jürgen Unterhauser)

24-Jähriger aus dem Landkreis Straubing-Bogen soll Bett eines Mitpatienten in Brand gesetzt haben

STRAUBING-BOGEN In der kommenden Woche muss sich ein Mann aus dem Landkreis Straubing-Bogen vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Deggendorf wegen des Vorwurfs des versuchten Mordes verantworten.

Der 24-Jährige befand sich im Sommer letzten Jahres wegen einer psychischen Erkrankung im Bezirksklinikum Mainkofen. Er war dort in einem Vierbett-Zimmer untergebracht. Nach einem Streit soll der Beschuldigte aus Wut den Entschluss gefasst haben, einen Mitpatienten umzubringen.

Er soll das Bett seines schlafenden Mitpatienten mit einem Feuerzeug angezündet haben. Nachdem die Matratze und das Spannbettlaken des Bettes bereits Feuer gefangen hatten, soll sich der Beschuldigte in sein Bett gelegt und vorgetäuscht haben, zu schlafen. Kurze Zeit wurde durch den ausgelösten Rauchmelder ein Pfleger alarmiert; diesem ist es mithilfe eines Feuerlöschers gelungen, den Brand zu löschen.

Die Staatsanwaltschaft geht nach Einholung eines Sachverständigengutachtens davon aus, dass der Beschuldigte an einer Anpassungsstörung bzw. einer Intelligenzminderung mit Verhaltensstörungen leidet. Bei Begehung der ihm vorgeworfenen Tat soll der Beschuldigte deshalb im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt haben. Darüber, dass er selbst ebenfalls den Flammen oder dem Rauch zum Opfer fallen könnte, soll der Beschuldigte sich keine Gedanken gemacht haben.

„Das Gericht wird deshalb zu prüfen haben, ob von dem Beschuldigten auch in Zukunft die Gefahr der Begehung ähnlicher Straftaten ausgeht und deshalb zum Schutz der Allgemeinheit die Unterbringung in der geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses anzuordnen ist“, so ein Gerichtssprecher.

Der Beschuldigte befindet sich seit dem geschilderten Vorfall aufgrund eines sogenannten Unterbringungsbefehls des Amtsgerichts Deggendorf bereits vorläufig in einer solchen psychiatrischen Einrichtung. Beim Prozess, am kommenden Donnerstag, 17. Januar, sollen insgesamt fünf Zeugen und ein Sachverständiger vernommen werden.


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