26.11.2018, 15:34 Uhr

Plastik(müll)vermeidung Straubing sagt Plastik den Kampf an

(Foto: TUM Campus Straubing)(Foto: TUM Campus Straubing)

Am TUM Campus Straubing fanden drei spannende Workshops statt.

STRAUBING Vergangene Woche fanden am TUM Campus Straubing drei Workshops statt, die sich mit Vermeidung, Entsorgung und Recycling von Plastik(müll) beschäftigten. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen haben hierzu mit Praxispartnern über verschiedene Strategien zur Plastik(müll)vermeidung diskutiert. Beteiligt waren Vertreter der Lebensmittel- und Textilindustrie, des Handels und des Verbraucherschutzes ebenso wie Packmittelhersteller und Entsorger sowie Repräsentanten eines Kunststoffverbands.

Im Bereich Lebensmittel wurde vom Fraunhofer IVV - Institut für Verfahrenstechnik und Verpackung eine Verpackungsalternative aus biobasierten und biologisch abbaubaren Kunststoffen für die Beschichtung von Papier vorgestellt. Dieser PHBV genannte Kunststoff wird mit Hilfe von Mikroorganismen organisch produziert und baut sich auch in Wasser ab, wodurch es zu keiner Mikroplastikansammlung bei dessen unbeabsichtigter Freisetzung in die Umwelt kommt. Bei den Vertretern des Einzelhandels stieß dieses Material grundsätzlich auf Interesse. Zunächst soll die Akzeptanz bei Verbraucherinnen und Verbrauchern getestet werden. Die Projektpartner EDEKA Stadler & Honner, Hofpfisterei und Biokäse Maly werden hierzu dieses innovative Material in einer Probephase verwenden. Von Seiten der Entsorger bestand zu diesem Material noch Klärungsbedarf hinsichtlich der Unterscheidbarkeit von nicht-bioabbaubaren Materialien sowie der Geschwindigkeit des Abbaus bei verschiedenen biologischen Verwertungsprozessen.

Im Bereich Bekleidung wurde vom Unternehmen Urbanmaker aus Münster ein innovatives Recyclingverfahren vorgestellt: Aus im Einzelhandel anfallenden Plastikabfällen können mittels eines 3D-Druckers individuelle und regionale Produkte oder Ersatzteile hergestellt werden. Dabei reicht die Palette von Rucksackschnallen bis hin zu Kunststoffformen. Der regionale Einzelhandel - auf dem Workshop vertreten durch das Modehaus Hafner, Intersport Erdl und das Modehaus Blach - könnte hierfür die entsprechenden Wertstoffe liefern.

Beim Thema Entsorgung und Recycling waren sich die Workshopteilnehmer einig, dass Mülltrennung und die damit verbundene Sortierung der Kunststoffe sowohl Bürgerinnen und Bürger als auch den Handel und Entsorgungsunternehmen aufgrund der Vielzahl an verschiedenen Kunststoffen und Verbundverpackungen vor Herausforderungen stellt. Eine Vereinfachung der Trennung bzw. eine Reduktion der Anzahl der verwendeten Materialien bei Verpackungen sowie eine bessere Kennzeichnung würden die Mülltrennung und damit das Recycling erleichtern.

Alle Ergebnisse des Workshops finden Eingang in die weiteren Arbeiten des Forschungsprojektes. In der vom Projekt entwickelten „Plastik-App“ wird eine leicht verständliche, verbraucherfreundliche „Entsorgungs-Fibel“ integriert: Somit kann dieses Anwendungsprogramm Verbraucherinnen und Verbrauchern nicht nur beim Kauf eines Produktes, sondern auch bei dessen Entsorgung eine Entscheidungshilfe geben.


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