02.11.2018, 16:35 Uhr

Feuerwehr-Chef geht in die Offensive Vetternwirtschaft? „Wer das behauptet, schadet dem Ehrenamt“

Kreisbrandinspektor Markus Weber, Jürgen Biermeier (Sachbearbeiter Feuerwehr am Landratsamt), Oberregierungsrätin Stephanie Aumer (Abteilungsleiterin Öffentliche Sicherheit und Soziales am Landratsamt), der neue Kreisbrandmeister für Gefahrgut, Albert Uttendorfer jun., Landrat Josef Laumer, Kreisbrandrat Albert Uttendorfer sen. und Kreisbrandinspektor Werner Schmitzer (von links) bei der Übergabe der Bestätigungsurkunde im Büro des Landrats. (Foto: Landratsamt Straubing-Bogen)Kreisbrandinspektor Markus Weber, Jürgen Biermeier (Sachbearbeiter Feuerwehr am Landratsamt), Oberregierungsrätin Stephanie Aumer (Abteilungsleiterin Öffentliche Sicherheit und Soziales am Landratsamt), der neue Kreisbrandmeister für Gefahrgut, Albert Uttendorfer jun., Landrat Josef Laumer, Kreisbrandrat Albert Uttendorfer sen. und Kreisbrandinspektor Werner Schmitzer (von links) bei der Übergabe der Bestätigungsurkunde im Büro des Landrats. (Foto: Landratsamt Straubing-Bogen)

Kreisbrandrat Albert Uttendorfer steht zu der Berufung seines Sohnes in die Führungsriege der Landkreisfeuerwehr.

STRAUBING-BOGEN Rund drei Monate ist es her, dass es im Kreisfeuerwehrverband Straubing-Bogen mächtig rumorte (wir berichteten). Hintergrund: Kreisbrandrat (KBR) Albert Uttendorfer strukturierte im Sommer die Zuständigkeitsbereiche innerhalb des Verbandes um. Begründung damals: Wichtige Aufgaben, wie die Umstellung auf Digitalfunk oder die neue Alarmierungsbekanntmachung, seien im Wesentlichen abgearbeitet worden. Für hochrangige Feuerwehrmänner bedeutete das den Verlust ihrer Führungspositionen. Jetzt sorgt der Chef der Landkreis-Feuerwehren erneut für Aufsehen: KBR Albert Uttendorfer sen. bestellt seinen Sohn Albert Uttendorfer jun. zum Kreisbrandmeister. In dieser Position rückt der 27-Jährige in die Führungsebene der Landkreis-Feuerwehren auf und soll sich in Zukunft als Verantwortlicher um den Bereich „Gefahrgut“ kümmern.

Einen Interessenskonflikt erkennt Uttendorfer sen. in der Berufung seines Sohnes nicht. Die Entscheidung beruhe auf rein fachlichen Kriterien, so der Kreisbrandrat zum Wochenblatt. Sein Sohn sei für die Aufgabe hervorragend qualifiziert und die gesamte Feuerwehrführung trage die Entscheidung mit. Dass persönliche Beweggründe bei seiner Entscheidung eine Rolle gespielt hätten, weist der Kreisbrandrat ebenso zurück, wie die Vermutung, die kürzliche Umstrukturierung hätte für den Sohn den Weg frei machen sollen: „Das eine hat mit dem anderen null zu tun. Leute, die das behaupten, schaden dem Ehrenamt“.

Rückendeckung für seine Entscheidung erhält der Kreisbrandrat aus dem Landratsamt: „Nach über dreijähriger Einarbeitungszeit ist die Ernennung zum Kreisbrandmeister für Gefahrgut nun auch Zeit geworden“, so Landrat Josef Laumer. „Der Bereich Gefahrgut ist nicht einfach und gefährlich und deckt eine sehr wichtige Aufgabe ab. In den vergangenen drei Jahren hat sich zum Beispiel die Zahl der Gefahrguttransporte mit deutschen LKW auf bayerischen Straßen um mehr als ein Fünftel erhöht. Schon bisher leistete Albert Uttendorfer jun. in seiner Funktion als Fachberater Gefahrgut erstklassige Arbeit in der Schulung der Feuerwehren, der Beratung der Gemeinden und auch betroffener Betriebe bei Unfällen mit Gefahrgut.“

Der frisch gebackene Kreisbrandmeister sagt: „Gefahrgut war immer schon ein Steckenpferd von mir. Ich freue mich, dass ich die Chance bekommen habe.“


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