01.02.2018, 13:53 Uhr

Verstärkung für die Faultiere Der Straubinger Tiergarten hat zwei neue Bewohner

(Foto: Gauerder)(Foto: Gauerder)

Im Exotarium sind kürzlich zwei süße Äffchen eingezogen.

STRAUBING Im Tiergarten Straubing lassen sich seit letzter Woche neue Bewohner bewundern! Zwei Goldene Löwenäffchen turnen neuerdings im Faultiergehege herum. Ihr Name ist Programm: Man muss nur nach rotgoldenen Farbtupfen Ausschau halten und wird schnell zwei Krallenäffchen finden, deren Gesicht auch noch von einer langen Mähne umrahmt ist.

Goldene Löwenäffchen kommen ursprünglich in Brasilien vor, genauer gesagt im Südosten des Landes. Obwohl ihr Verbreitungsgebiet sowieso schon weltweit ausschließlich auf die atlantischen Küstenwälder des Bundesstaates Rio de Janeiro beschränkt ist, haben in der Vergangenheit Abholzung und Wilderei dazu geführt, dass den Tieren nur noch 2% der ursprünglichen Fläche zum Leben zur Verfügung steht und sie selbst nahezu ausgestorben waren. Seit den 90er Jahren nun kümmert sich die brasilianische Organisation AMLD (Associação Mico Leão Dourado) in Zusammenarbeit mit dem Golden Lion Tamarin Conservation Program um den Schutz der Äffchen. Vor Ort bedeutet das vor Allem die Schaffung und Vernetzung von geschützten Waldflächen. Ziel der Organisation ist dabei eine Fläche von 25.000 ha mit einer Population von 2000 Tieren (zum Vergleich: Das entspricht in Etwa der Fläche des Nationalparks Bayerischer Wald). Doch auch ein Zuchtprogramm innerhalb der Zoos und Tierparks weltweit gehört dazu. Diesem Zuchtprogramm ist es zu verdanken, dass Ende des letzten Jahrhunderts knapp 150 Tiere erfolgreich ausgewildert werden konnten um den dortigen Bestand zu stärken.

Der Tiergarten Straubing ist nun Teil dieses Zuchtprogramms. Beide Äffchen im Exotarium wurden dem Tiergarten vom Zuchtbuchkoordinator aus Washington zugeteilt: das Männchen „Marcel“ aus dem Zoo Ústí nad Labem (Tschechien), das Weibchen „Annabelle“ aus dem Frankfurter Zoo. Auf Anweisung des Zuchtbuchkoordinators wird es aber vorerst keine Nachzucht geben. Eine große Informationstafel neben dem Gehege erläutert Hintergründe und Schutzbemühungen in Brasilien und weltweit.


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