25.01.2018, 10:36 Uhr

Rettung aus der Luft 2017 startete „Christoph 15“ 1.860 Mal

Christoph 15 startet vom Dach des Straubinger Klinikums Št. Elisabeth. (Foto: sms)Christoph 15 startet vom Dach des Straubinger Klinikums Št. Elisabeth. (Foto: sms)

1.742 Patienten erhielten vergangenes Jahr „Hilfe von oben“-

STRAUBING Im vergangenen Jahr leistete der Straubinger Hubschrauber der gemeinnützigen ADAC Luftrettung „Christoph 15“ 1 860 Rettungsflüge und kam dabei 1 742 Patienten zu Hilfe. Damit nahm das Einsatzaufkommen geringfügig um 0,7 Prozent (2016: 1 873 Einsätze) ab. 1 692 Alarme (90,1 Prozent) waren so genannte „Primäreinsätze“: In dem Fall hatte „Christoph 15“ die Funktion des schnellen Notarztzubringers, den Kliniktransport konnte jedoch die Rettungswagenbesatzung durchführen. Oder die Hubschraubercrew übernahm neben der Behandlung auch den Flug in eine weiter entfernte Fachklinik. 33 Einsätze (1,8 Prozent) waren Sekundärtransporte, bei denen ein Patient von einem Krankenhaus niedriger Versorgungsstufe in ein Spezialklinikum mit erweiterten Therapiemöglichkeiten gebracht wurde. 135 Flüge waren Fehleinsätze.

Die meisten Einsatzorte in Bayern

In Bayern gibt es neben Straubing die ADAC Luftrettungsstationen in Augsburg, Bayreuth, Dinkelsbühl, Ingolstadt, München, Murnau und Ochsenfurt sowie „Christophorus Europa 3“ aus dem oberösterreichischen Suben, „Christoph 22“ aus dem baden-württembergischen Ulm und „Christoph 28“ aus dem hessischen Fulda, die grenzübergreifend eingesetzt werden. Sie absolvierten im vergangenen Jahr im 1 860 Mal startete der Straubinger Hubschrauber der ADAC Luftrettung „Christoph 15“ im vergangenen Jahr und half 1 742 Patienten.

Täglich rund 150 Flüge

Insgesamt sind die Hubschrauber der gemeinnützigen ADAC Luftrettung im Jahr 2017 zu rund 54 500 Notfällen gestartet. Damit blieb die Zahl der Einsätze gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert. Im Durchschnitt hoben die ADAC Luftrettungscrews rund 150 Mal am Tag ab. Die Zahl der versorgten Patienten lag mit mehr als 49 000 ebenfalls annähernd auf Vorjahresniveau. Bei ihren oft lebensrettenden Einsätzen legten die ADAC Rettungshubschrauber rund 3,6 Millionen Kilometer zurück – oder flogen fast 90 Mal um die Erde. Die durchschnittliche Flugzeit bei einem Einsatz betrug rund 30 Minuten. Einsatzursache Nummer eins waren mit fast 50 Prozent erneut internistische Notfälle wie akute Herz- und Kreislauferkrankungen. In je zwölf Prozent der Fälle wurden die Lebensretter zu neurologischen Notfällen (zum Beispiel Schlaganfall) sowie zu Freizeitunfällen (Sport- und häusliche Unfälle) gerufen. Bei zehn Prozent war ein Verkehrsunfall die Ursache.

Mehr Flüge in der Dämmerung

Eine Herausforderung für Mensch und Maschine sind Flüge in der Dämmerung. Geschäftsführer Frédéric Bruder hält in der Zukunft eine Ausweitung der Betriebszeiten und damit deutlich mehr Flüge in der Dämmerung für unabdingbar. „In viel zu vielen Regionen in Deutschland entscheiden nach wie vor die Uhrzeit und der Wohnort über die schnelle lebensrettende Hilfe aus der Luft“, kritisiert Bruder. Bisher werden Rettungshubschrauber in den meisten Städten und Gemeinden nur von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang eingesetzt. Wer davor oder danach in Lebensgefahr ist, dem kann aus der Luft nicht geholfen werden.

Technisch möglich sind Nachtflüge durch hochmoderne Rettungshubschrauber wie etwa dem neuesten Muster der ADAC Luftrettung: der H145. Dieser Helikopter ist, neben der EC135, bestens für den Nachtflug mit speziellen Nachtsichtgeräten geeignet. Die Maschine lässt sich zudem perfekt für das Konzept Intensivtransport von Klinik zu (Spezial-)Klinik nutzen: mit mehr Platz, größerer Reichweite und verbesserter Leistung. Die H145 ist die leiseste ihrer Leistungsklasse. Sie wird bereits auf den Stationen in Köln, Senftenberg und Westfalen eingesetzt. Seit Januar fliegt sie auch in Mainz, im Frühjahr kommt Ulm dazu. Zusätzlich mit einer Rettungswinde ist der Hubschrauber in München, Murnau, Sande und Bautzen ausgestattet.


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