19.10.2017, 15:51 Uhr

Revolution bei "Job Roller" Weniger Arbeitszeit, aber gleicher Lohn: Straubinger Firma führt den Sechs-Stunden-Tag ein

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Es ist eine kleine Revolution auf dem Arbeitsmarkt – und ein Straubinger Unternehmen hat die Vorreiterrolle eingenommen:

STRAUBING Bei der Arbeitsmarktbörse „JobRoller“ hat man sich nämlich vor Kurzem von dem klassischen Acht-Stunden-Arbeitstag verabschiedet. Stattdessen wurde für die Mitarbeiter ein Sechs-Stunden-Tag eingeführt.

„Wir arbeiten in zwei Teams: Das eine Team arbeitet von 8 bis 14 Uhr, das andere von 11 bis 17 Uhr“, erklärt Günter Dillig von JobRoller. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass Mitarbeiter, aber auch das Unternehmen von der Neu-Regelung profitieren. „Beim 6-Stunden-Tag geht es darum, mit seiner vorhandenen Energie effizienter umzugehen, indem in einer kürzeren Zeit organisierter gearbeitet wird“, so Dillig. Dadurch bleibt mehr Zeit für Erholung oder private Aktivitäten. Dillig: „Wenn du Zeit hast, deine Vorlieben auszuleben, Beziehungen zu pflegen und aktiver zu sein, hast du mehr psychische und physische Energie.“

Übrigens, trotz der Reduzierung der täglichen Arbeitszeit muss kein Mitarbeiter auf Geld verzichten: „Das JobRoller-Team bekommt noch denselben Lohn, arbeitet aber konzentrierter und ist doppelt so produktiv wie ein durchschnittlicher Arbeitnehmer“, sagt Dillig.

Die ersten Erfahrungen sind bei JobRoller also durchweg positiv, auch wenn man einräumt, dass ein Sechs-Stunden-Modell in verschiedenen Berufszweigen nicht umsetzbar ist. Gleichzeitig ist man jedoch sicher, dass für die Mehrheit der Arbeitnehmer eine Reduzierung der Arbeitsstunden machbar und sinnvoll ist – da sie letztlich zu einer höheren Produktivität führt. Bei JobRoller haben die Verantwortlichen festgestellt, dass die Mitarbeiter glücklicher sind und das Unternehmen mehr zu schätzen gelernt haben. „Sie kommen viel lieber in die Arbeit und sind viel ausgeglichener als zuvor. Die sechs Stunden machen mehr Spaß und vergehen schneller, durch eine strukturierte Arbeitsweise wird nicht weniger geschafft als zuvor“, so Dillig.


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