26.04.2017, 11:36 Uhr

Interview mit dem Veranstalter Herr Bräu, hat das Osterfest in Straubing eine Zukunft?

Mit einem Mercedes-Oldtimer einer Bekannten nahm Ali Bräu am Korso teil. Foto: CasdorfMit einem Mercedes-Oldtimer einer Bekannten nahm Ali Bräu am Korso teil. Foto: Casdorf

Der Wettergott hat den Organisatoren und Fieranten des „Straubinger Familien- und Osterfests“ die kalte Schulter gezeigt: Eine Woche wurde am Hagen gebibbert – und die Besucher blieben wegen der frostigen Temperaturen an den meisten Tagen aus. Das Straubinger Wochenblatt sprach mit Fest-Veranstalter Ali Bräu („Gaby‘s Leckereien“).

STRAUBING Herr Bräu, wie fällt Ihr Fazit aus? Wir Schausteller sind nicht zufrieden. Am ersten Tag, dem Ostersonntag, war der Biergarten (das Fest-Areal war direkt am Karmeliten Wirtshaus, auf ein Festzelt wurde verzichtet, d. Red.) gesteckt voll. Ab Montag hat‘s dann geregnet, die Temperaturen waren im Keller. Null Grad, fünf Grad, drei Grad. Das Fest ist in erster Linie gedacht für Familien mit Kindern. Die kommen zwar, aber gehen dann bei dem Wetter sofort wieder. Hätten wir 20 Grad, dann würden sie alle dableiben. Aber in dieser Woche war‘s ja kälter als auf dem Christkindlmarkt.

Können Sie in etwa abschätzen, wie viele Besucher das Fest besucht haben? Im Durchlauf waren schon ein paar Tausend Leute da. Aber: Wenn es so kalt ist, lassen die Besucher die Hände in den Taschen – und dann kommt eben auch kein Geld raus.

Muss das Konzept, z. B. das Angebot im Vergnügungspark, überdacht werden, um womöglich mehr Besucher anzulocken? Nein. Wir sind ein kleines Fest. Ich finde, es ist alles da für Familien mit Kindern. Fehlt dem Straubinger Osterfest ein möglicherweise Festzelt? Glaube ich nicht. Ein Beispiel: In Westdeutschland gibt es überhaupt keine Bierzelte, sondern Stände, wo 50 bis 100 Leute Platz haben. Die großen Zelte wie in München und Straubing gibt‘s da überhaupt nicht.

Ist eine Verlegung von Ostern auf einen späteren Termin denkbar? Es geht nur zum aktuellen Termin – oder gar nicht. Die Osterwoche ist Ferienzeit, da kommen die Familien mit den Kindern. Dazu kommt: Auch die Schausteller haben ihre festen Plätze auf anderen Volksfesten. An dem Termin in Straubing ist nicht zu rütteln. Welche Rückmeldung haben Sie von den Schaustellern? Die sind deprimiert. Das bin ich selber doch auch. Von Ostermontag bis Samstag war nicht viel. Immerhin: Es hat keiner draufgezahlt. Die Schausteller haben mir gesagt, dass sie alle wiederkommen, wenn wir das Fest wieder machen. Und, machen Sie es wieder? Wir wollen das Familien- und Osterfest im nächsten Jahr noch mal probieren. Auch wenn es schwierig ist, denn die Kosten für Verwaltung, Genehmigung, Infrastruktur usw. laufen aus dem Ruder. Aber alles steht und fällt mit dem Wetter. Daran sind wir heuer gescheitert.


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