09.02.2011, 08:40 Uhr

Darfs mal etwas Besonderes sein? Neuer Look für Papas Liebling

Technisch ist heutzutage ja eine Menge machbar. Dinge, die vor einigen Jahren noch unmöglich schienen, sind heute etwas ganz Normales. Dinge, die vor einige Jahren noch viel zu teuer für Otto Normalverbraucher waren, sind heute für jedermann erschwinglich. Manche Dinge, die heute möglich sind, sind manchmal aber doch auch außergewöhnlich. So kann es zum Beispiel sein, dass das Auto eines Nachbarn eigentlich gar nicht weiß lackiert ist, ohne dass ich es merke. Weiß ist das Fahrzeug nur, weil es mit einer Spezialfolie bezogen worden ist.

NITTENAU Gerade im Taxibereich ist es heute gang und gäbe, ein Fahrzeug mit einer Folie zu beziehen, weiß Andreas Bauer, Leiter des TÜV-Service-Centers in Schwandorf. Um ein Fahrzeug, das als Taxi genutzt werden soll, nach seinem Einsatz wieder gut weiterverkaufen zu können, sind diese Fahrzeuge nicht in elfenbeinweiß lackiert, denn eine solche Farbe mindere den Wert des Fahrzeuges für einen Weiterverkauf. "Deshalb werden Fahrzeuge mit einer Farbe, die einen hohen Verkaufswert hat, mit einer Spezialfolie in elfenbeinweiß überzogen. Wenn das Fahrzeug dann verkauft werden soll, wird die Folie abgezogen, der Originallack sieht dann auch nach Jahren noch aus wie neu", so Bauer.

Auch im Raum Schwandorf sind solche Umgestaltungen eines Fahrzeuges möglich. Die Ludwig Reisinger GmbH aus Nittenau bietet seit Kurzem diesen Service an. Wer jetzt denkt, so eine Folie sei bestimmt sehr teuer, der liegt falsch. Je nach Aufwand und Folienart liegt der Preis zwischen 1.400 und 1.900 Euro. Sonderanfertigungen in Carbon- oder Holzlook, aber auch 3-D-Folien sind entsprechend teurer. "Viele Autofahrer wollen so den Wert des Lackes erhalten. Es gibt keine Kratzer im Lack, auch Steinschläge gehen spurlos am Originallack vorbei. Eine Waschanlage kann dem Fahrzeug nichts anhaben und auch eine Reinigung mit einem Hochdruckreiniger kann auf dem Lack keine Spuren hinterlassen", so Robert Wolf, der Leiter der Abteilung Auto- und Industrielackierung bei Ludwig Reisinger. Auch Sonne oder Streusalz können dem Lack eines Fahrzeuges schaden. Der Lack wird matt, auch das mindert den Verkaufswert eines Fahrzeuges. Deshalb will der ein oder andere Autobesitzer mit einem Folienüberzeug das Fahrzeug vor Lackschäden bewahren. Immerhin hält so eine Folienbeschichtung bis zu sieben Jahre und lässt sich auch rückstandsfrei wieder entfernen.

Wie sollte es anders sein, so kommt auch der Trend, ein Auto mit einer Folie zu beziehen, aus Amerika. Das Ganze nennt sich dann "Car Wrap" und ist in den USA schon seit einigen Jahren bekannt. Nach Deutschland schwappt er gerade erst herüber, doch schon gibt es auch die ersten besonderen Kundenwünsche. "Ein Kunde wollte etwas Auffälliges, etwas Einzigartiges. Er hat sich dann für ein Leopardenmuster entschieden, das per Digitaldruck in die Folie appliziert wurde. Danach wurde das Fahrzeug laminiert, damit der Foliendruck auch über Jahre seine Farbbrillanz behält", so Wolf.

Matt, glänzend, zwei- oder mehrfarbig, Marmor- oder Carbon-Look – die Auswahl ist fast grenzenlos. Fast, denn vieles ist zwar möglich, aber noch lange nicht alles erlaubt. Verboten sind Folien, die den Eindruck erwecken, dass es sich um ein offizielles Fahrzeug – Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst oder THW – handelt. Zudem dürfen die Designs den öffentlichen Verkehr nicht stören, sie dürfen deshalb zum Beispiel nicht reflektierend sein, so Andreas Bauer vom TÜV. "Im Prinzip ist das aber nicht konkret geregelt. Bei unserem Leoparden-Design sehe ich jetzt keine Probleme", so Bauer. Auch bunte Blümchen auf grünem Grund oder weiße Wolken auf einem blauen Fahrzeug seien somit möglich, der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt. Zwingend sei es auch nicht vorgeschrieben, das neue Design im Fahrzeugschein eintragen zu lassen. "Sinnvoll ist es aber schon, den Farbwechsel eines Fahrzeuges vermerken zu lassen", so Bauer.

Technische Vorgaben für Folien stellt der TÜV keine, es sei denn, es geht um die Fenster eines Fahrzeuges. Wer die Scheiben verdunkeln möchte oder einen Werbeaufkleber anbringen will, der muss sich an Vorgaben halten. Bei den Scheiben dürfen nur die Heckscheibe und die hinteren Seitenscheiben beklebt werden, im Sichtfeld des Fahrers darf keine Folie angebracht werden. Ausnahmen bestehen für kleinere Aufkleber, die am Rand der Frontscheibe angebracht werden. Da die Scheiben ein Sicherheitsbauteil des Fahrzeuges sind, braucht die entsprechende Folie eine Bauartgenehmigung mit einer Genehmigungsnummer, ansonsten darf sie nicht verwendet werden.

Ganze Fahrzeuge, die beklebt worden sind, sind bisher eher selten beim TÜV in Schwandorf aufgetaucht. "Bei Fahrzeugen, die als Taxi genutzt werden, kommt es häufig vor, das machen mittlerweile fast alle. Ansonsten gibt es ab und zu Fahrzeughalter, die einzelne Karosserieelemente wie die Kotflügel bunt beziehen lassen. Ab und zu haben wir auch die Katze, die im Kofferraumdeckel eingeklemmt zu sein scheint", so Bauer. Robert Wolf hat im Schnitt zwei bis drei Fahrzeuge in der Woche in Nittenau in der Werkstatt, die einen neuen Folienlook erhalten. Leopardendesign und andere extravagante Muster seien eher selten, meist wünsche der Kunde einen einfachen Farbwechsel. Mit Termin dauert das meist auch nur zwei bis drei Tage – dann kann Papa seinen kleinen oder großen Liebling in neuem Design wieder abholen. Weitere Infos gibts auch im Internet unter www.reisinger-gmbh.de oder bei Robert Wolf persönlich unter der Telefonnummer 09436/ 942215.


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