29.08.2013, 17:00 Uhr

Verkehrsprojekt Gemeinsamer Kampf für eine schnellere Verbindung nach Prag

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Kommt der Ausbau der Bahnstrecke nach Prag? Auf einer Pressekonferenz in Roding am Donnerstag, 29. August, wurden die Chancen eines Ausbaus der Bahnstrecke von München beziehungsweise Nürnberg nach Prag vorgestellt. Das Projekt könnte eine enorme Auswirkung auf die Zukunftsfähigkeit der Region Schwandorf haben.

SCHWANDORF / RODING / CHAM Mal schnell mit dem Zug für ein verlängertes Wochenende mit dem Zug nach Prag? Das war bisher nur ein frommer Wunsch, schließlich muss man mit dem Zug von Schwandorf aus fast sechs Stunden für diese Strecke einplanen – das gleicht einer halben Weltreise und nicht wenige weichen deshalb auf andere Verkehrsmittel aus. Die Landräte von Schwandorf und Cham haben sich nun mit MdB Karl Holmeier zusammengetan, um diesen untragbaren Zustand zu ändern.

Das Ziel: Die Reisezeit von München und Nürnberg nach Prag soll drastisch verkürzt werden 

Das Ziel steht fest: Die Reisezeit von München beziehungsweise Nürnberg nach Prag soll auf 3,5 bis 4 Stunden verkürzt werden und damit eine echt Alternative zur Reise auf der Straße darstellen. Schon öfter wurde für eine Elektrifizierung und den Ausbau der Bahnstrecke nach Prag gekämpft, doch immer – zuletzt bei einer Berechnung 2009 – war das Kosten-Nutzen-Ergebnis negativ. „Das Ergebnis hat uns gefuchst“, gab Franz Löffler, Landrat von Cham, zu.

Schwandorf als Knotenpunkt?

Doch nun reift die Idee, die Strecken von Nürnberg nach Prag und München nach Prag in Schwandorf zusammenlaufen zu lassen und von dort aus die Strecke nach Prag zu elektrifizieren und auszubauen. Die Frage sei gewesen "wie können wir uns gemeinsam besser positionieren", erklärte Karl Holmeier, Mitglied des Bundestages für den Wahlkreis Schwandorf/Cham bei einem Pressegespräch am Donnerstag, 29. August, in Roding. "Unser Ziel ist es die Kräfte zu bündeln, um gemeinsam was zu erreichen", so der Abgeordnete.

Strecke soll in den Bundesverkehrswegeplan 2015

Und durch diese Bündelung der Strecken von Nürnberg beziehungsweise München nach Prag könnte die Strecke wirklich ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis erziehlen, so Dipl.-Ing. Michael Pohl von Intraplan Consult GmbH, welche die Wirtschaftlichkeit errechnet. Und die Zeit drängt, den diese Strecke nach Prag muss unbedingt in den Bundesverkehrswegeplan 2015, sonst ist die Tür wieder auf Jahre und Jahrzehnte zu, erklärte Holmeier.

Landrat von Schwandorf spricht von "Geniestreich"

Der Landrat von Schwandorf, Volker Lidke, sprach von einem "Geniestreich" durch de Fusionierung der beiden Projekte. Besonders für Schwandorf sei es von enormer Bedeutung nicht durch eine Umgehungskurve abgehängt zu werden, so Lidke. Für Schwandorf sei es eine "deutliche Aufwertung" und ein "entscheidender Vorteil", wenn die Strecken in Schwandorf zusammenlaufen und von dort aus weiter nach Prag führt. "Da ist was geboren worden, was für unseren Raum enormen Nutzen hat", ist sich der Schwandorfer Landrat sicher.

Doch bis es so weit ist, dass man schnell mal mit dem Zug nach Prag fährt, wird noch viel Zeit vergehen. Selbst wenn mit der Fusionierung der Strecken eine positive Wirtschaftlichkeit errechnet werde, stehe man immer noch in Konkurrenz zu vielen anderen Projekten in Deutschland.

Historische Bummelbahn

Doch für viele große Projekte musste lange gekämpft werden, bis es zu ihrer Realisierung kam und dass die Strecke von München nach Prag vor 150 Jahren – das Jubiläum wurde 2012 gefeiert – in fast der gleichen Fahrzeit bewältigt wurde, spricht eine deutliche Sprache.


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