19.04.2013, 14:34 Uhr

Erneute Prüfung zugesagt Digitalfunk: „Raus damit aus dem Wohngebiet!"

Foto: Johannes HartlFoto: Johannes Hartl

Als die Stadt Schwandorf kürzlich zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Digitalfunk geladen hatte, war die Stimmung überaus angespannt.

SCHWANDORF Seit die Pläne zur Errichtung einer Digitalfunkanlage am Wasserturm in der Gebrüder-Grimm-Straße am Weinberg bekannt sind, tobt eine heftige Kontroverse. Vor allem die Anwohner befürchten Gefahren durch die Strahlung, fühlen sich bei der Entscheidung übergangen und beklagen eine mangelhafte Informationspolitik seitens der Stadt Schwandorf gegenüber den Anwohnern.

Bernd Lödel von der „DigiNet-Gruppe“ des bayerischen Innenministeriums betonte eingangs die Bedeutung des Digitalfunks, der für Einsatzkräfte eine deutliche Verbesserung darstellen würde. Wieso eine Verschiebung des Standorts auf einen anderen Wasserturm beim Gelände des SC Weinberg – wie sie von zahlreichen Bürgern gefordert wurde – nicht so einfach möglich ist, erklärte anschließend Ulrich Wittfeld von der telenet GmbH, die als Dienstleister zur Errichtung des Digitalfunks tätig ist:

„Wenn man einen Standort verschiebt, ändert sich damit die Versorgungsqualität insgesamt.“ Bei einer Bewertung der Standorte habe sich deshalb gezeigt, dass der Wasserturm in der Gebrüder-Grimm-Straße der geeignetste sei. Die Belastung durch Emissionen sei dabei minimal und liege mit 50 mV pro Meter deutlich unter dem deutschen Grenzwert von 27.500 mV pro Meter. „Und eine aktuelle Studie aus dem Oktober des Vorjahres sagt, dass diese Technik nicht krebserregend und auch sonst nicht schädlich ist“, so Wittfeld.

Doch die Anwohner konnten damit nicht beruhigt werden. In der nachfolgenden Diskussion entwickelte sich schließlich eine zum Teil kontroverse Debatte. „Raus damit aus dem Wohngebiet“, forderte etwa Bernd Sichler von einer eigens gegründeten Bürgerinitiative. Insbesondere die Nähe zu Kindergärten und Schulen sehe man mit Besorgnis, so Sichler. Andere Anwohner stellten außerdem die Objektivität der Veranstaltung in Frage und wurden den Eindruck nicht los, dass „der Mensch am Weinberg gleich null wert“ sei. Wittfeld wurde ferner angehalten, den anderen Standort in der Nähe des SC Weinberg nochmals zu prüfen.

Am Ende der Veranstaltung herrschte nach wie vor großer Unmut. Wittfeld sagte eine erneute Prüfung zu und OB Helmut Hey versicherte, dass sich der Stadtrat die Entscheidung nicht einfach machen würde. Dennoch habe der Stadtrat nur dann Interventionsmöglichkeiten, wenn wegen baurechtlicher Bestimmungen ein Veto eingelegt werden kann. Kommende Woche wird das Thema im Bauausschuss behandelt.


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